Kapitel 27

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Nachdem er mich erst mit seinen Fingern zum Höhepunkt gebracht und dann nochmal in mich eingedrungen ist, sind wir schließlich aufgestanden und haben angefangen, meine Sachen zusammenzupacken. Anschließend hat Felix mich mit dem Auto zum Hauptbahnhof gefahren.
„Ich will mich keine Minute zu früh verabschieden müssen", hat er gesagt, als wir nebeneinenander in seinem weißen Mercedes saßen und dafür war ich ihm sehr dankbar, weil es mir ganz genauso ging.

Jetzt sitze ich im ICE Richtung Köln und muss mich zusammenreißen, um nicht loszuheulen. Irgendwie ist es schon ein wenig lächerlich, egal, was Felix sagt. Wir haben uns gerade erst kennengelernt! Es ist nicht seine Schuld, dass ich tendenziell schneller Gefühle entwickle als mein Gegenpart und deswegen wäre es unfair von mir, etwas von ihm zu verlangen, wozu er vielleicht nicht bereit ist.
Niemand von uns schuldet dem anderem irgendwas.
Er hat mich zu sich nach Hause eingeladen und wir hatten Sex. Mehr war es nicht.
Und dann haben wir uns fürs nächste Wochenende bei mir verabredet.
Ich seufze auf. Wie gerne würde ich ihm meine liebsten Restaurants zeigen und richtig mit ihm ausgehen, aber in Köln ist er natürlich längst nicht so anonym wie in Berlin. In seiner Heimat kann er ungestört durch Kreuzberg und Neukölln laufen, ohne direkt von jedem erkannt zu werden. In Köln würde das ganz anders laufen. Da würde er garantiert permanent angesprochen werden. Und ich weiß nicht, ob Felix das recht ist. Zum einen, weil wir keine freie Minute gemeinsam hätten und zum anderen, weil er sich generell kaum bis gar nicht in der Öffentlichkeit mit Frauen zeigt.
Warum eigentlich nicht? Er hat mir gesagt, er hätte fünf Exfreundinnen gehabt. Diese Beziehungen können doch unmöglich alle stattgefunden haben, bevor er berühmt wurde. Garantiert war er zu unterschiedlichen Zeitpunkten seiner Karriere zwischendurch immer mal wieder vergeben gewesen, ohne, dass die Öffentlichkeit davon wusste.
Die ganze Zugfahrt über kann ich nicht aufhören, nachzudenken, auch, wenn ich genau weiß, dass ich es lieber lassen sollte. Als ich es gar nicht mehr aushalte, schreibe ich ihm eine Nachricht.

Maddie: Bin gleich in Köln. Darf ich mal sagen, dass ich dich jetzt schon krass vermisse?

Ich sehe aus dem Fenster, als das Vibrieren meines Handys mir ankündigt, dass Felix schon geantwortet hat.

Felix: Darfst du. Ich vermisse dich auch!

Felix: Und hör auf, an blöde Sachen zu denken, ja?

Mein Herz setzt einen Schlag aus und ich muss lächeln. Mein Gefühlsausbruch hat ihn also nicht kaltgelassen und scheint ihn immer noch zu beschäftigen. In welcher Form auch immer.

Maddie: Ich geb mir Mühe. 💕

Felix: Besser so. Ich hoffe, ich hab dir deutlich genug gezeigt, wie sehr ich dich mag. Und wenn nicht, holen wir das nächstes Wochenende nach.

Felix: Komm gut nachhause und meld dich bitte, wenn du angekommen bist. 😘

Maddie: Mache ich! 🥰

Am Kölner Hauptbahnhof steige ich aus und nehme die S-Bahn nach Hause.
In meiner Wohnung angekommen, spüre ich auf einmal eine unfassbare Leere in mir. Ich hatte ja schon geahnt, dass der Anblick meiner leeren Wohnung mich deprimieren würde, aber dass es so schnell und mit einer solchen Heftigkeit passiert, hatte ich nicht erwartet.
Irgendwie zwinge ich mich, meine Tasche auszupacken. Im Gegensatz zu sonst tue ich das in völliger Stille. Normalerweise würde ich mir Musik oder einen Podcast auf die Ohren packen, aber beides ertrage ich gerade nicht. Ich fühle mich, als wäre alles an Energie aus meinem Körper gesaugt worden.
Als ich fertig ausgepackt habe, lasse ich mich auf mein Bett fallen, strecke Arme und Beine von mir und starre an die Decke. Ich gebe mir ein paar Minuten, um mich in meinem Elend zu suhlen, dann raffe ich mich auf und greife nach meinem Handy.
Als erstes schreibe ich Felix die versprochene Nachricht.

Maddie: Bin jetzt zuhause. Vermisse dich immer noch!

Dann öffne ich den Chat mit Kim und tippe auf das kleine Mikrofon-Symbol für eine Sprachnachricht.
„Hey Kimmi, ich bin's. Bin jetzt wieder zurück in Köln. Je nachdem, wann du Zeit hast, können wir morgen Mittagessen gehen? Oder brunchen? Ich hätte auf beides Lust. Freu mich auf dich!"
Ich schicke die Nachricht ab und mache mich auf den Weg ins Bad, um duschen zu gehen. Es wird höchste Zeit, mir den Kummer vom Körper zu schrubben.

Als ich aus der Dusche trete, habe ich sowohl eine Antwort von Felix als auch von Kim.

Felix: Perfekt. Ich dich auch. Immer noch! 😘

Ich muss schmunzeln. Irgendwie bilde ich mir ein, aus seiner Nachricht herauslesen zu können, dass er mich beruhigen will und das ist unfassbar süß.
Um nicht gleich wieder in Tränen auszubrechen, widme ich mich schnell der Nachricht von Kim. Sie hat ebenfalls mit einer Sprachnachricht geantwortet. Zwanzig Sekunden.

„Na endlich! Ich dachte schon, du wärst vorübergehend bei ihm eingezogen." Sie lacht und ich muss schmunzeln. „Ich hab morgen Zeit, egal wann. Wollen wir ins Café Lichtenberg? Öffnet um 10, ich würde dann direkt für uns reservieren. Ich freu mich auch auf dich und will unbedingt alles wissen! Und wehe, du lässt irgendwas aus!" Sie lacht wieder und ich verdrehe die Augen, höre aber weiterhin mit einem Grinsen im Gesicht zu.
„Okay, also hab noch einen schönen Abend und bis morgen. Ciao!"

Als die Sprachnachricht fertig ist, stoße ich ein helles Lachen aus. Ich weiß schon, warum Kim und ich fünf Jahre lang zusammengewohnt haben. Sie schafft es immer, mich zum Lachen zu bringen, auch, wenn mir eigentlich zum Heulen zumute wäre. So wie jetzt.
Schnell tippe ich eine Antwort.

Maddie: Hört sich super an. Bis morgen! 😘

Am nächsten Tag treffen wir uns pünktlich um 10 Uhr im Café Lichtenberg. Kim hat mir vorhin geschrieben, dass sie schon reingegangen ist und am Tisch auf mich wartet. Sie begrüßt mich mit einem erwartungsvollen Grinsen und springt sofort auf, als ich an den Tisch komme.
„Da ist sie ja, die Berlinerin!"
Sie grinst mich neckend an und wir begrüßen uns mit einer stürmischen Umarmung. Bevor ich mich setze, schaue ich mich vorsichtig um. Das Café ist zum Glück noch nicht so voll. Ein paar Tische sind schon besetzt, aber um uns herum ist weitestgehend alles frei, sodass wir uns hoffentlich in Ruhe unterhalten können.
Wir bestellen uns jeweils einen Cappuccino und eine kleine Frühstücksplatte. Als unsere Bestellung vor uns steht und die Kellnerin wieder verschwunden ist, lächelt Kim mich erwartungsvoll an.
„Ich halt's nicht aus, Maddie! Erzähl mir ALLES!"
Mir entfährt ein nervöses Lachen und ich streiche mir die Haare aus dem Gesicht. Dann fange ich an zu erzählen, wobei ich den Teil mit dem Sex auf der Couch sowie dem Blowjob am Morgen und dem nochmaligen Sex tatsächlich ausklammere.
Irgendwie fühlt es sich nicht richtig an, jemand anderen als Felix und mich daran teilhaben zu lassen. Mir gefällt, dass es unser kleines Geheimnis ist - vorerst zumindest.
Die Erzählung davon, wie wir uns geküsst haben, reicht ohnehin vollkommen aus, um Kim in Ekstase zu versetzen. Ich lächele sie glücklich an, während sie sich sichtlich für mich freut.
„Wusste ich's doch!", jubelt sie und grinst mich vielsagend an. „Jonas und ich haben es dir ja die ganze Zeit gesagt, aber du wolltest es nicht hören!"
Ich werfe lachend die Hände in die Luft und wende meinen Blick von ihr ab. „Ja, ich weiß auch nicht", sage ich. „Wahrscheinlich war das einfach so eine Art Selbstschutz."
Sobald ich das Wort ausgesprochen habe, kehrt die Erinnerung an unseren Moment in seiner Küche zurück. Ich schaue Kim wieder an.
Sollte ich ihr davon erzählen? Nein. Ausgeschlossen. Das war ein intimer Moment nur zwischen Felix und mir. Es würde sich komisch anfühlen, ihr davon zu erzählen, wie ich in seinen Armen geweint habe, nur, weil meine Emotionen mich überwältigt haben.
Und das auch noch völlig ohne Grund.

Ich lächele meine ehemalige Mitbewohnerin an, während sie anfängt, davon zu erzählen, welche Fortschritte Jonas und sie übers Wochenende mit der Wohnung gemacht haben und was alles noch ansteht.
Irgendwie bin ich froh über den Themenwechsel. So bin ich wenigstens abgelenkt und werde nicht dazu verleitet, Dinge zu erzählen, über die ich mir selbst noch nicht ganz im Klaren bin.
Noch eine Woche. Dann sind Felix und ich wieder vereint.

Heavenly (Felix und Maddie #1)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt