Lamia POV:
Wir fahren jetzt schon seit mehreren Stunden auf der Autobahn und die Stille im Auto ist fast nicht zu ertragen. Jedoch habe ich momentan einfach keine Kraft mich mit ihm zu unterhalten. Mir schwirrte die ganze Zeit die Frage im Kopf umher, was er wohl meinte mit seiner Aussage, dass wir einen Ausflug machen.
Hatte er vor mich zu entführen? ! Er wollte mich also nun endgültig loszuwerden. Ich blickte ihn von der Seite an, er schaute momentan garnicht so aus, als ob er mich in diesem Augenblick entführen wollen würde... Er sah fast schon entspannt aus, obwohl er mir gegenüber eigentlich immer angespannt ist. Seine Gesichtszüge, sein ganzer Körper war nicht angespannt. Das beunruhigte mich jedoch wieder, denn so sah ich ihn nicht oft, er war sonst immer so ernst. Ardan sah eigentlich immer so aus, als ob er jemanden jeden Moment angreifen könnte... immer auf der Lauer.
,,Hab ich irgendwas in meiner Fresse hängen oder warum schaust du mich so behindert an?"
Ich verdrehte meine Augen. Als er nichts gesagt hat, gefiel er mir besser.
,,Sag mir jetzt endlich wo wir hingehen, wir sind schon ewig unterwegs und so langsam bekomme ich Hunger." sagte ich zu ihm und verschränkte trotzig meine Arme.
,,Nicht mehr lange." antworte er stumpf auf meine Frage und lies seine Augen nicht von der Straße.
Ich biss mir meine Zähne zusammen. Sturkopf, warum konnte er mir nicht einfach sagen, wohin wir gehen?
Ich schaute auch wieder aus dem Fenster und bemerkte, wie es draußen allmählich etwas dunkler wurde. Ich lehnte mich gemütlich in den Autositz hinein und spürte die warme Sommerluft die durch das offene Fenster drang.
Auf einmal schlug mein Kopf gegen etwas hartes hartes und ich stöhnte. Anscheinend bin ich kurz eingeschlafen und mein Kopf ist gegen das Fenster gekracht.
Plötzlich hörte ich belustigtes schnauben neben mir und blickte in die Richtung.
,,Das ist nicht witzig, mein Kopf tut jetzt weh." Autsch, ich spürte den pochenden Schmerz als ich zu reden anfing und fasste an die Stelle an meinem Kopf.
"Selber Schuld, pass das nächste Mal besser auf." gab der Arsch selbstgefällig von sich.
Warum konnte er verdammt nochmal nicht einmal Mitgefühl zeigen?! Ich schüttelte meinen Kopf und schaute wieder aus dem Fenster. Also lang geschlafen hab ich wohl nicht, denn ganz dunkel war es draußen immer noch nicht.
Wir fuhren durch ein Dorf. Die Straße war löchrig und holprig, die Häuser neben der Straße sahen teilweise sehr heruntergekommen und alt aus. Das Dorf sah irgendwie unbewohnt aus. In manchen Häusern konnte ich Licht erkennen, aber niemand war auf den Straßen unterwegs, außer ein paar Katzen. Irgendwie beeindruckte es mich, ich meine in meiner normalen Gegend sind immer überall Menschen, Kioske oder andere Geschäfte, aber hier ist einfach niemand.
Ardan bog auf einen Weg ab, der nun nicht mehr einmal geteert war. In der Ferne war nichts zu sehen, außer Felder und Wald. Es waren keine Beleuchtungen von irgendwelchen Hochhäusern zu sehen, sondern nur die pure Natur, die in der schwachen Abendsonne glänzte.
Es hatte eine fast hypnotisierende Wirkung auf mich, bis mir der Gedanke kam, dass ich hier gerade nicht alleine im Auto saß.
,,Du hast aber nicht vor mich hier auf einem Feld abzuschlachten und danach einfach wie ein armen Wurm verwesen zu lassen?" fragte ich ihn schaute ihn ernst an.
,,Nein hab ich so nicht geplant." antwortete er und schaute mich verwirrt an. Ardan fuhr an den Rand des Feldweges und stellte den Motor ab.
,,Hayde, steig aus. Wir müssen noch ein Stück zu Fuß gehen." sagte er und stieg aus dem Auto aus.
Ich bleib kurz sitzen und verschränkte meine Arme, ich überlegte einfach sitzen zu bleiben.
Doch mein Blick huschte wieder über die weiten Felder und ich sah wie der Wind leicht über die Gräser wehte, schon fast Automatisch öffnete ich die Autotür und hüpfte hinaus und zog die frische Luft in mich hinein.
,,Na wird's bald, wir müssen uns beeilen." schon wieder spürte ich den pochenden Schmerz in meinem Kopf, wenn er die mich weiterhin die ganze Zeit so herum kommandieren will, dann klai ich sein Auto und versinke es im Tümpel.
Er lief einge Meter voraus und ich bewunderte die vielen weiten Felder, das hohe Gras und die vielen verschiedenen Wildblumen, die so wunderbar dufteten. Ich schaute in die Ferne und sah, wie langsam die Sonne unterging, es bildeten sich schon die schönsten Farben am Horizont.
,,Sowas hätte ich die garnicht zugetraut, aber du bist ja ein richtiger Romantiker, hier im Sonnenuntergang entlang zu spazieren" erklang es von mir provozirent.
Ruckartig drehte er sich um, was mich auch sofort stehen bleiben ließ. Er blickte mir direkt in die Augen und ich schauderte für einen Moment, da er mich so intensiv anschaute.
,,Ich bin alles Baby, aber nicht romantisch." sagte er monoton, meine Augenbrauen zogen sich automatisch nach oben.
Er drehte sich wieder um, und lief weiter voraus. Bis er plötzlich einen schritt nach rechts machte und zwischen zwei Büschen verschwand.
Perplex blieb ich stehen und fragte mich, ob ich ihm jetzt ernsthaft durch die Büsche folgen sollte. Ach, was soll's, wenn ich jetzt umgebracht werde, dann wenigstens an einem schönen Ort.
Ich quetschte mich zwischen den zwei Büschen vorbei und was ich dort sah, ließ mich scharf einatmen.
Ardan saß auf einer Holzbank, die schon ein bisschen mitgenommen aussah und vor ihm konnte man in die ganze weite schauen. Es sah alles so friedlich aus, die Vögel zwitscherten und man hatte einen genauen Blick auf den Sonnenuntergang. Es war so ganz anders wie die Stadt, hier hatte man das Gefühl, dass es nur Frieden gibt, nichts böses.
Ich trat einen Schritt weiter nach vorne und setzte mich mit ein wenig Abstand neben Ardan. Mein Körper entspannte sich komplett und ich war wie gelähmt.
Ich spürte Ardans Blick auf mir brennen und schaffte es endlich meinen Augen von der Kulisse vor mir wegzureißen.
,,Ich hab als Jugendlicher hier ein paar Sommer verbracht. Musste Sozialstunden auf so nem Bauernhof machen. Jeden Abend bin ich mich genau hier hin gesetzt und hab mir immer vorgestellt, wie auch mal hier wohne, mit meinem eigenen Hof mit Tieren und so." erklärte er mir während er seine Augen wieder auf die Kulisse vor uns richtete.
Ich musste leicht lächeln, da ich mir ihn überhaupt nicht auf irgendeinem Bauernhof vorstellen konnte. Zudem war ich auch erstaunt, dass er mir so einen tiefen Einblick aus seiner Vergangenheit schenkte.
,,Irgendwann will ich mit meiner eigenen Familie auch an so einem friedlichen Ort leben." sprach ich leise.
Ardan schaute wieder zu mir und er schaute mich mit so einem friedlichen Ausdruck an, was mich nur noch mehr lächeln ließ.
,,Das Lächeln musst du mir öfters zeigen, du siehst so schön dabei aus." sagte er und bewegte hob seine Hand an mein Gesicht, und ließ seinen Daumen sanft über meine Lippen streichen.
Ich spürte wie ich am ganzen Körper Gänsehaut bekam und blickte ihm intensiv in die Augen. Ich wollte mehr von seiner Berührung spüren und hatte Angst er könnte seine Hand von mir wegziehen. Aber auf der anderen Seite, was mache ich hier überhaupt? Ich mag Ardan doch eigentlich garnicht, warum sehne ich mich dann so nach seiner Berührung?!
Keiner von uns sagte was und ich konzentrierte mich weiterhin auf die wärme die mich durchströmte. Aber es war wahr, ich wollte mehr von ihm, mehr von ihm spüren.
Ich hob meine eigene Hand, umfasste sein Handgelenk und rutschte ich weiter an ihn heran.
Fuck it, mit einer eleganten Bewegung schwang ich mein Bein über ihn und saß jetzt rittlings auf ihm.
Er schaute mich schockiert an, damit hatte er wohl nicht gerechnet, was mich nur grinsen ließ.
Auf einmal spürte ich seine Hände fest an meiner Hüfte und sah wie sein Gesicht meinem immer näher kam.
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𝐋𝐞 𝐌𝐨𝐧𝐝𝐞 𝐞𝐬𝐭 𝐚̀ 𝐧𝐨𝐮𝐬 𝐛𝐞́𝐛𝐞́
Romance„𝐃𝐢𝐞 𝐖𝐞𝐥𝐭 𝐠𝐞𝐡𝐨̈𝐫𝐭 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐦𝐞𝐡𝐫 𝐚𝐥𝐥𝐞𝐢𝐧 𝐦𝐢𝐫, 𝐬𝐢𝐞 𝐠𝐞𝐡𝐨̈𝐫𝐭 𝐧𝐮𝐧 𝐮𝐧𝐬 𝐛𝐞́𝐛𝐞́..." Genau dort wo Drogen leben verändern ist sie mittendrin gefangen. Genau wie er, schon ein Leben lang... Sie kommen beide aus d...
