„...hast du nicht getan!?" Theatralisch haut Jungkook auf den Tisch, die Augen weit aufgerissen. „Doch!" wiederholt Taehyung lachend. „Yoongi ist noch immer traumatisiert davon. Aber genug jetzt davon, Wahrheit oder Pflicht?"„Hmm, Wahrheit", antwortet Jungkook, was den Doktor aufschnauben lässt. „Schon wieder? Du nimmst nur Wahrheit!" „Und? Du doch auch!" Ein neckisches Grinsen verlässt Jungkooks Lippen, was Taehyung nur schmollen lässt.
Mittlerweile sind auch die zwei Weinflaschen vollends leer und die Pizza schon lange verdaut. Taehyung will nicht einmal auf die Uhr schauen, sonst würde er sicher einen Herzkasper von der Uhrzeit bekommen. Er will nicht daran erinnert werden bald gehen zu müssen. Lieber hört er sich Jungkooks Lebenslauf weiter an, seine peinlichen Jugendgeschichten und sein Werdegang bei der Polizei, sowie Vice versa. Mittlerweile haben sie Lieblingsfarbe, Lieblingsessen, Lieblingstier und alles mögliche durch. Das Taehyung sich so sicher fühlt, dass er am liebsten alles auf einmal erzählen würde, gibt ihm nochmal ein anderes Gefühl, als ‚nur zusammen sitzen und den Abend miteinander zu verbringen'. Taehyung fühlt sich wie auf einem eher ungeplanten Date und bei dem Gedanken daran wird ihm warm ums Herz.
Trotz des vielen Alkohols fühlt er sich gut. Eine Sache die er tatsächlich schon immer gut konnte - nicht schnell betrunken werden, selbst wenn er selten trinkt. Jungkooks Nähe ist noch immer wie am ersten Tag aufregend, aber mehr und mehr vertraut. Nein, allein daran zu denken bald zu gehen, weil die Nacht vorbei ist, lässt Taehyung protestieren. Er will nie mehr weg von dieser Couch auf der er gerade sitzt. Er will den Moment für immer einfrieren und wieder und wieder erleben. Und Vielleicht ist es nur ein ganz kleines bisschen der Alkohol, den Taehyung zu der folgenden Frage bewegt.„Warum hast du mir vorher gesagt, dass du auf Männer stehst?"
Jungkooks anfänglich amüsiertes Grinsen fällt in ein warmes Lächeln. Kurz herrscht Stille zwischen den Beiden, ehe Jungkook den Kopf in den Nacken legt.
„Ich fand es angemessen, dir das zu sagen. Ich dachte, es gibt dir einen gewissen Anstoß."
Anstoß? Für was? „Warum", fragt Taehyung deshalb, aber Jungkook schüttelt nur den Kopf. „Du darfst nur eine Frage stellen. Ich bin wieder dran, Wahrheit oder Pflicht?"
Gemein... aber Anstoß... für ihn selbst? Einen Denkanstoß? Oder einen Anstoß zum Handeln? Die Gedanken des Doktors rasen und wahrscheinlich bekommt er nur eine sinnvolle Antwort darauf, wenn er den Anfang macht.
„Ich nehme Pflicht."
Woher seine plötzliche Initiative herkommt, weiß er auch nicht so recht, aber vielleicht ist es Jungkooks Nähe, die ihn beruhig und das Gefühl der Geborgenheit, das der Junge Polizist ausstrahlt. Auch dieser scheint überrascht von Taehyungs Antwort und greift erstmal zu seinem noch einigermaßen vollen Weinglas, ehe er ein langes „hmm..." von sich gibt.
„Tu genau das, was du gerade am liebsten machen würdest."
Dich Küssen. Taehyungs innerer Ruhepol, der sich vor Sekunden noch bemerkbar machte, wird jäh von seinem wiederkehrenden Herzrasen unterbrochen. Dahin ist die Harmonie, verdammt.
„Uhm", stammelt der Arzt, der plötzlich von einer Hitzewelle überrennt wird. Es lief doch so gut, warum muss ihm Jungkook jetzt das kleinste bisschen Hoffnung machen, sodass sich Taehyung am Ende im schlimmsten Fall noch komplett blamiert? Seine Aussage gibt ihm einen gewissen Anstoß? Was will Jungkook bezwecken? „Ich weiß nicht..."
„Mach es einfach, ich bin mir sicher, da wird nichts Schlimmes dabei rauskommen."
Wenn du nur wüsstest, dass ich dir am liebsten direkt die Zunge in den Hals stecken würde...
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Partners in crime • Taekook [✓]
FanfictionKim Taehyung, ein angesehener Rechtsmediziner und Doktor, ist gut darin, Menschen nicht in sein Privatleben zu lassen und nur für seine Arbeit zu leben. Denkt er zumindest, bis der neue Kriminalkommissar, ein aufgedrehter Blondschopf, der viel zu v...