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Gelangweilt spielte ich mit meinem Bauchnabel und lies den Fernseher nebenbei laufen. Plötzlich klingelte mein Handy.

"Mom?" Anscheinend war die Verbindung schlecht. Ich hörte meine Mutter am anderen Ende schluchzen.

"Mom? Was ist passiert?" sie schniefte und schluckte.

"Dein Vater und ich... wir haben uns getrennt... Er hat eine neue" Ich hörte sie am anderen Ende weinen. Mir blieb die Spucke weg. Ich wusste nicht, wie mir zumute war. 


Soll ich weinen?

Soll ich vor Wut alles um mich schmeißen?

"Mom? Hör mir zu. Du bleibst jetzt ganz stark, ja? Dieses Arschloch ist keine Träne Wert... Ich komme zurück" schnell legte ich auf und schmiss ein paar Klamotten in meinen Koffer, den ich zuvor unter dem Bett hervor zog. Mit meinem Handy reservierte ich mir meine Flugtickets und fuhr mit dem Taxi zum Flughafen.

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"Wie hast du das rausgefunden?" fragte ich meine Mutter und streichte ihr über den Rücken. Ich habe mir vorgenommen nicht vor ihr zu heulen und habe alles im Flugzeug raus gelassen.

"Er ist mit ihr ausgezogen... Ich glaube ich lege mich schlafen" sagte meine Mom. Ihre Augen waren rot und geschwollen vom vielen Weinen. Ich räumte ihre Taschentücher weg und sie legte sich ins Bett.

Da ich eh noch nicht schlafen konnte, nahm ich mein Handy zur Hand. 

21 entgangene Anrufe.

Als ich nachguckte von wem die waren, wurde mir bewusst, dass ich vergessen habe Jan bescheid zu sagen.

Ein eingehender Anruf von 'Baby'. Ich nahm ab.

"Na endlich! Ich dachte dir ist irgendwas passiert! Wo bist du? Ich mache mir Sorgen-" platzte es aus Jan, aber ich unterbrach ihn.

"Baby, shhht, alles ist okay, ja? Ich bin eine für eine Weile wieder in meiner Heimat... meine Eltern haben sich getrennt" Ich versuchte nicht zu heulen, was mir gelang.

"Oh nein Bae... Soll ich kommen? Ich müsste halt die Nacht vorproduzieren und Schneiden und könnte morgen gleich da sein!" sagte er nervös.

"Nein Jan, ist okay, ich bin in solchen Situationen lieber alleine..." ich legte auf und schmiss mein Handy neben mich. Ich wischte mir vereinzelte Tränen weg und guckte noch ein wenig Game of Thrones. Ich brauchte so etwas in so einer Zeit.

'Baby ich liebe dich und bin immer für dich da, ja? Wenn etwas ist, dann ruf an, jederzeit, das ist gar kein Problem! <3' -Jan

Ich hatte ein leichtes lächeln auf den Lippen.


Ich musste eingeschlafen sein, denn als ich auf die Uhr guckte war es 3:43 Uhr. Ich vernahm Schritte. Ich griff neben mich und nahm die Fernbedienung zur Hand, denn ich wollte dem Täter auf die schliche gehen.

"Hallo?" dumme Idee.  

Plötzlich hatte ich eine große, warme Hand auf der Schulter legen. Ich erschrak, drehte mich um und schlug dreimal auf die Person ein, bis ich sah, wer es war.

Mein Vater.

"Was willst du hier?" fragte ich und schaute ihn Misstrauisch an.

"Was ich hier will? Schatz, das ist eben so mein Haus und ich will ein paar Sachen holen. Amelie, darling, komm her" rief er, und eine blonde Tussi, kaum älter als ich kam angetakelt.

"Pass auf blondie, sonst kann ich dir noch unter dein Kleid gucken" sagte ich, verschränkte meine arme und zeigte ihr, dass sie mir nichts zu sagen hat. Dann drehte ich mich zu meinem Vater. 

"Und für dich zum mitschreiben: Nenn mich nicht mehr Schatz." 

"Hab mal ein bisschen respekt vor deiner zukünftigen Stiefmutter" keifte mich die alte an.

"Wie alt bist du? Hm? Bestimmt kaum älter als ich!"

"Ich bin 25 Schätzchen" Ich musste ein paar mal Schlucken. Die war 25?! Wieso sinkte das Niveau meines Vaters so tief? Die war gerade mal zwei Jahre älter!

"Verlasst beide das Haus. Sofort!" sagte ich energisch und zeigte Richtung Tür.

"Aber ich brauche noch meine Sachen!" nichts lieber als das. Ich schlich mich in das Schlafzimmer meiner Eltern und stopfte alle Klamotten in einen Koffer, den ich dann zum Fenster raus warf.

"Deine Sachen liegen vor der Tür. Gern geschehen." ich lehnte mich gegen die Tür und starrte ihn abwartend an. Er nahm seine Perle an die Hand und zog sie mit raus. Ich fasse es nicht. Was ist aus meinem Vater geworden? Am liebsten würde ich zurück zu Jan gehen, aber ich kann meine Mutter schlecht alleine lassen. Sie hat Depressionen, genau wie ich.

Ja, wir haben Depressionen.

Sind wir deswegen schlechtere Menschen? -Nein, sind wir nicht. Naja, genug zu dem Thema.

4:12 Uhr. Kann ich Jan noch anrufen, oder schläft er schon? Dumme Frage, er ist Youtuber, er ist hundert pro noch wach.


"Jan?"

"Na babe? Alles klar?"

"Nein... irgendwie nicht... weißt du, mein Vater kam gerade einfach so rein mit seiner neuen, ja, er hat eine neue und das fand ich voll respektlos und Scheiße... man Jan, ich fühl mich total blöd" jammerte ich.

Er seufze.

"Ach babe... Wie gesagt, ich kann kommen und dich Unterstützen, aber von hier aus kann ich leider herzlich wenig machen..." Wo er recht hat, hat er recht.

"Apropos, wie lange willst du noch bei deiner Mum bleiben? Ich vermisse dich total" schmollte er.

"Keine ahnung, ich traue mich nicht sie alleine zu lassen.."

"Hm und wieso?" fragte er interessiert.

"D-Das kann  ich nicht sagen.. einfach so halt"

"Emma... raus mit der Sprache" 

"Naja... sie ist depressiv."

uncertain. | Jan Meyer FFGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt