~ Bergis Sicht ~
Ich war unterwegs auf einem kleinem Abendspaziergang, als ich das Mädchen hineinrannte. Ich hatte mich sofort entschuldigt, aber sie wirkte immer noch nicht ganz fit, auch wenn sie mir versicherte, dass alles in Ordnung war.
Sie sagte mir, dass sie Leah heiße. Als ich die Geschichte ihres Namens hörte, musste ich schmunzeln, ich mochte ihren Humor. Auch sie lächelte mich an.
Ein paar Sekunden hielt ich ihren Blick fest, dann blickte ich hinab auf meine weißen Nikes. "Nun denn", hob ich an. "Ich muss jetzt weiter. Tut mir Leid nochmal", sagte ich noch. "Schon ok", antwortete sie mir mit einem kleinen Lächeln um die Lippen. Dann schob ich meinen groß gewachsenen Körper an ihr vorbei und bog um die Ecke. Ich musste mich beeilen, wenn ich noch ein wenig frische Luft schnappen wollte vor der Aufnahmesession mit Manu.
~ Leahs Sicht ~
Zack, dann war er weg. So schnell ging das Leben. Anscheinend hatte Tim es eilig, auch wenn ich nicht wusste wohin er ging, hatte er doch leicht gestresst gewirkt.
Auch ich ging vorsichtig weiter, noch immer leicht schwummrig im Kopf. Wie im Schlaf folgte ich den Straßen zu dem einfachen Haus meiner Mutter. Mein Vater lebte woanders, in Irland, wo er irgendwas mit der Arbeit machte. Er war halb- Ire, mein Großvater stammte aus Dublin, der Hauptstadt. Naja, mir auch egal. Solang ich meine Mutter hatte, kam ich zurecht. Und natürlich meinen Bruder Simon. Er lebte hier in Köln und machte irgendwas mit LetsPlays auf YouTube. Damit kannte ich mich aber gar nicht aus, YouTube und Zocken interessierte mich nicht wirklich. Ich zog mir lieber Krimis und Daily Soaps im Fernsehen rein.
Erschöpft und durchgefroren schloss ich die schwere, dunkle Tür auf. Meine Gedanken kreisten erneut um meinen Tanz und die komische Begegnung mit Tim. Was für ein Zufall, dass ich immer in Typen reinrannte - ich war noch nie gegen eine Frau gestoßen.
Völlig abwesend ließ ich mich auf die Couch fallen, neben der meine Mutter in ihrem Sessel saß und irgendeinen Schrott im Fernsehen schaute. "Na? Wo warst du denn solange?", fragte sie im bekannten scharfen Ton. Danke Mum, ich wusste schon dass die Kacke am dampfen war. Immer noch in Gedanken versunken hob ich verwirrt den Kopf. "Wie? Achso, ähm, Rita hat mich Überstunden machen lassen", antwortete ich schnell, während mir das Blut in den Kopf stieg. Um möglichst glaubhaft zu wirken, hob ich mein Bein und seufzte. "Ich spür den Muskelkater jetzt schon!", jammerte ich theatralisch. Als ob ich noch Muskelkater bekam! Mein Körper war an das häufige Training gewohnt. "Dann schlaf jetzt lieber. Morgen ist Schule", sagte meine Mutter nur streng, wobei ihr Ton aber schon weicher wurde.
Murrend erhob ich mich von dem schwarzen Ledersofa und schleifte meine Sporttasche hinter mich her die Treppe hoch. Unser Haus war keine Villa, aber trotzdem war es recht teuer gewesen, gerade die Einrichtung war nicht zu kurz gekommen. Wir wohnten hier seid ich 4 war, mein Vater hatte uns das Haus als Abschied geschenkt, bevor nach Irland ging. Seitdem besuchte er uns alle zwei Jahre mal. Auch schon egal.
Müde schlüpfte ich aus meinem Hoodie und meinen Trainingsklamotten, löste meinen nicht sehr ordentlichen Dutt und zog mir den BH über den Kopf. Ohne eine Miene zu verziehen blickte ich in den Spiegel. Das Spiegelbild zeigte ein kleines, sportliches, aber zierliches Mädchen mit langen welligen roten Haaren. Meine Oberweite war eindeutig normal, wie so ziemlich alles an mir. Das einzige, was ich richtig mochte an mir waren meine Sommersprossen. Diese leuchteten mir gerade entgegen.
Mit einem Ruck wandte ich mich ab, suchte einen frischen Slip und mein Schlaftop und stieg unter die Dusche. Immer noch kreisten meine Gedanken um Tim. Wer war er? Irgendwie war ich neugierig geworden, eine Sache, die bei Typen sonst äußerst selten geschah, aber dieser Mann hatte einfach eine Aura an sich - Wow.
Schon halb im Schlaf stieg ich aus der Dusche, trocknete mich ab, zog mich an und putzte meine Zähne. Danach nahm ich ein kleines, weißes Handtuch, stieg ins Bett und legte es auf mein Kissen. Ich ließ meine Haare immer lufttrocknen, da Föhnen mit der Mähne zu anstrengend war.
Völlig erschöpft ließ ich mich in mein 1-40er Bett fallen und machte das Licht aus. Was für ein anstrengender Abend. Ich konnte gerade noch mein iPhone 6 auf Flugmodus schalten, da sank ich auch schon in einen tiefen, traumlosen Schlaf.
[Das zweite Kapitel. Wenn ich es schaffe, wird jetzt erstmal jeden Tag ein Kapitel kommen. Auf Instagram bin ich mit der FF jetzt bei Kapitel 6. Ich hoffe, sie gefällt euch auch hier. c:]

DU LIEST GERADE
Confusing - Zufälle gibt es nicht
FanfictionLeah Wiefels. 17. Kleine Schwester eines bekannten LetsPlayers. Hobby: Tanzen. Single. Tim Bergmann. 26. LetsPlayer und Kurzfilm-Macher. Single. Was geschieht, wenn diese beiden Welten aufeinander treffen? Eines Nachts begegnen sich Leah und Tim. Na...