Der Anführer

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Ich hatte auf einmal furchtbare Kopfschmerzen. Ich hatte so viele Fragen, Ängste und Befürchtungen. Würde ich meine Mutter und meine Freunde jemals wiedersehen? Oder würde ich für immer hier bleiben müssen? Irgendwo im nirgendwo. In einem Wald voller Geheimnisse, böser Überraschungen, Gefahren, Feinden und vielleicht auch des Glücks und der Freude. Allerdings hatte ich die beiden letzten Gefühle hier bisher noch nicht zu spüren bekommen. Gab es überhaupt Hoffnung? Aufeinmal gaben meine Muskeln nach und ich brach zusammen. Das letzte was ich spürte waren kräftige Arme die mich an der Taille auffingen. Ich fand mich auf einer Wolke wieder, mich empfing strahlend schöner Sonnenschein und ich spürte Glück, Hoffnung, Liebe und Aufgehobenheit. War ich etwa tot? Einerseits hatte ich Angst, andererseits auch eine große Neugier. Wie es wohl war tot zu sein? Ich blickte an mir herab. Das war doch nicht ich, ich trug ein wunderschönes, weiß-goldenes Kleid. Es sah etwas merkwürdig aus, aber auf seine ganz eigene Art wunder-wunderschön. Jemand rief meinen Namen, es klang sehr weit weg. Ich spürte ein Hauch über meinem Gesicht und schreckte hoch. Ich war nicht tot, ich hatte nur etwas geträumt. Ganz nah über meinem Gesicht beugte sich Krokodilzahn über mich, "Ich bring dich wieder in die Doktorhütte. Nicht dass du mir hier nochmal umkippst." Ich sah in seine Augen. Sie strahlten Hoffnung, Freundlichkeit, Glück und Geborgenheit aus. Ich nickte kurz und er griff nach meiner Hand um mich zu stützen. Ich blickte mich jetzt genauer um. Die meisten Hütten waren aus Lehm oder Holz gebaut und hatten ein Strohdach. Die Menschen die im Dorf umherliefen trugen seltsame Kleidung. Die meisten trugen Leder-, Woll- oder Fellkleidung. Wir näherten uns der Arzthütte oder wie hatte er es vorhin genannt, es fiel mir wieder ein, Doktorhütte. Kurz bevor wir einteten konnten, verstellte uns ein großer, muskulöser, aber dennoch relativ schlanker Mann in den Weg. Krokodilzahn kniete sich hin und beugte den Kopf nach unten. Der große Mann funkelte mich böse an. Ich guckte ihn daraufhin verwirrt und unschuldig an. Was erwartete er von mir? Als ich ihn wieder ansah hatte sein Ausdruck von fordend auf Erfurcht und Erbarmen gewechselt. Ich wusste nicht wie mir geschah als er sich vor mir niederkniete und bittend zu mir aufsah. "Trittst du dem Stamm der Löwenkrieger bei?" er sprach flehend. Ich war total verwundert und fragte "aber warum." doch ich wurde unterbrochen. "Du bist die Auserwählte. Du musst unserem Stamm beitreten." Als er diesen Satz gesprochen hatte, drehten sich alle die in dem Dorf herumliefen ruckartig zu mir um und alle murmelten etwas unverständliches. Eine Hand griff nach der meinen und zog mich in die Doktorhütte, da wir ja direkt daneben standen. Ich sah das es Krokodilzahn gewesen war. Da erschien ein weißer Wirbel und auf dem Boden lag ein Krokodil. Ich bekam einen Schreck. Aber dann hörte ich seine Stimme in meinem Kopf, wie es vorher auch bei Schlangengift gewesen war. "Keine Angst, ich bins nur." vernahm ich seine Stimme. "Geh nach ganz hinten in die Hütte und sag Eulenflug sie soll dich in den Geheimgang führen und dir dort von deiner Bestimmung berichten." Nun wandte sich das Krokodil dem Eingang zu und vertrieb die Leute die ihm zu nah kamen.

Im magischen WaldWo Geschichten leben. Entdecke jetzt