Kapitel 5

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Nach meinem gescheiterten Fluchtversuch, schloß Aro die Tür immer ab, wenn er weg ging. Ich sah also keine Hoffnung mehr, hier jemals weg zu kommen.

Aro war nun schon seit mindestens 5 Stunden weg. Mir wurde zu nehmend langweiliger und ich beschloss Duschen zu gehen. Ich suchte im Schrank nach etwas zum anziehen für mich, fand aber nur Hemden von Aro. Ich schnappte mir noch ein Handtuch und ging ins Bad.

Nachdem duschen fiel mir auf, dass ich gar keine Unterwäsche mehr hatte, also tappste ich mit Handtuch umwickelt ins Zimmer und wollte gerade zum Schrank gehen, doch aufeinmal hörte ich wie die Tür aufgeschlossen wurde. Ich erschrak als Aro den Raum betrat und ich nur mit Handtuch umwickelt vor ihm stand.
Ich hielt das Handtuch ganz fest und wich zurück. Mein Gesicht muss knallrot sein, vor Scham. "Du brauchst dich nicht zu schämen, Liebes", langsam kam er auf mich zu und strich mir eine nasse strähne hinters Ohr. Ich wich zurück und fing an zu stammeln "Ich...ich brauch Unterwäsche..."
Aro lächelte "Und Kleidung sicher auch oder Liebste?" Ich nickte stumm und starrte den Boden an.
Aro verschwand auf einmal und ich seufzte erleichtert auf. Ich setzte mich auf das Sofa und wartete auf ihn.

Aro kam später mit mehreren Taschen Kleidung wieder. Er übergab mir lächelnd eine der Taschen. Ich nahm sie an und verschwand damit im Bad. Ich zog mir schnell Unterwäsche an und suchte weiter nach etwas zum anziehen, doch in der Tasche befanden sich jediglich dunkle Kleider. Also musste ich wohl, zu meinem übel, so eins anziehen.
Als ich das Bad verließ, erklärte Aro mir , dass er die Kleidung in den Schrank geräumt hatte.

Aro saß am Schreibtisch und machte dort irgendwas, während ich gelangweilt auf dem Sofa saß.

"Wollen wir ein wenig spazieren gehen?", er lächelte mich sanft an. Ich nickte nur vorsichtig und stand dann auf. Ich schlenderte ihm hinterher und starrte nur auf den Boden.
"Ist es nicht wunderschön hier, Liebes?" Aro seufzte und sah mich erwartungsvoll an. Ich schaute mich um und sah einen großen Garten mit vielen gepflegten Beeten. Doch mir fiel auch ein kleines Tor auf, mitten in der großen hohen Hecke, die den Garten umgab.
Aro führte mich zu einer Bank und wir setzten uns hin. Er wollte gerade den Arm um mich legen und ich befürchtete schon, dass er sehen würde, dass ich das Tor gesehen habe, doch zu meinem Glück kam Marcus wie aus dem nichts.
"Bruder? Hast du einen Moment für mich? Es ist wichtig." Aro seufzte einmal und stand schließlich auf. "Meine Liebe, komm ja nicht auf schwachsinnige Ideen, du weißt genau was dich dann erwartet." Ich schauderte, er sagte es sanft, aber mit einem sehr bedrohlichem Unterton.
Es war unfassbar, er ließ mich wirklich hier draußen allein. So eine Chance würde ich bestimmt so schnell nicht wieder bekommen, also stand ich auf, schaute mich noch einmal um und rannte Richtung Tor.
Die Tatsache, dass das Tor hätte verschlossen sein können, hatte ich nicht bedach, doch es war auf und somit konnte ich entkommen. Fürs erste. Ich rannte rechts einen kleinen Weg runter, so schnell ich konnte. Als ich den Weg zu Ende gelaufen war, stand ich in einer kleinen Straße, ich musste also fast in der Stadt sein. So schnell ich konnte rannte ich einfach links weiter und hoffte darauf, auf einen Menschen zu treffen.
Und plötzlich sah ich eine Frau, mit Einkaufstüten, die vor mir aus einer kleinen Gasse kam. Ich rannte zu ihr "Warten Sie, bitte. Ich brauch Hilfe", rief ich, in der Hoffnung das sie mich verstand. Sie drehte sich verwirrt um und sah mich an. "Bitte helfen Sie mir, rufen Sie die Polizei, schnell."
Besorgt sah sie mich an und fragte was los sei, ich machte ihr deutlich das dafür keine Zeit wäre und sie einfach die Polizei rufen sollte. Sie stellte die Tüten ab und suchte in ihrer Handtasche nach ihrem Handy.

"Ich hab's", sagte sie und wollte gerade die Nummer der Polizei eintippen. Doch plötzlich sah ich, wie Aro hinter ihr stand und ihr in den Hals biss. Die Frau rieß ihre Augen und ihren Mund weit auf, doch es kam kein Laut aus ihr heraus. Geschockt sah ich mir das ganze an und ich wollte weg laufen, doch ich konnte nicht. Meine Knie waren weich und Tränen flossen mir runter. Aro entsorgte die tote Frau, in dem er sie in einen Gulli schmiss. Dann drehte er sich um und sah mich an. "Liebes, was hast du nur angerichtet..". Seine Augen glühten nur so vor Wut und ich wünschte mir in dem Moment, einfach auf dieser blöden Bank sitzen geblieben zu sein.
Wie in Zeitlupe kam er auf mich zu, packte mich am Arm und zog mich eine Gasse. Er drückte mich hart gegen die Wand. "Bist du nicht ganz bei Sinnen?!", er zischte mich regelrecht an.
"Du bist doch nicht ganz bei Sinnen, du tötest Menschen und hälst mich gefangen, du Monster", ich schrie ihn mit letzter Kraft an. Für eine Sekunde, sah ich, dass ihn die Worte treffen und ihn verletzten. Doch dann sah ich nur noch seine Wut.
Ich spürte einen brennenden Schmerz in meiner Wange und fiel zu  Boden. Aro hatte mich geohrfeigt und das ziemlich doll. Ich weinte, doch dann rastete ich komplett aus. Schnell stand ich auf und versuchte ihn zu treten, doch er hielt mein Bein fest. Ich riss mein Bein los und wollte ihn schlagen, mit meinen Fäusten. Aro ließ es zu und somit schlug ich immer und immer wieder gegen seine harte Brust. Meine Hände taten inzwischen höllisch weh und ich konnte nicht mehr aufhören zu weinen.
Nach einer Weile, hielt Aro meine Arme fest und sah sich meine Hände an. Sie waren rot und ein wenig blutig. Sanft nahm er mich in den Arm und versuchte mich zu beruhigen. "Schhh, weine nicht mehr, Liebes." Ich versuchte ihn  wegzudrücken, doch schaffte es nicht. Ich hatte einfach keine Kraft mehr und ließ mich somit in seinen Arm fallen. Vorsichtig hob er mich hoch und ging langsam die Gasse entlang.
"Ich bring dich nach Hause, Liebes. Es wird alles gut."

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Nach einem Jahr hab ich es auch mal wieder geschafft weiter zu schreiben, dank der lieben JVolturi. Sie hat mir auch sehr geholfen, dieses Kapitel zu schreiben. Also noch mal vielen Dank:)♡  Bis bald.

Gefangen (Volturi FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt