Die Sonnenstrahlen erhellten gerade das gemütlich eingerichtete Schlafzimmer, als Cara ihre Augen öffnete. Ihr Kopf brummte schmerzhaft, und ihrem Magen vertraute sie schon recht nicht. Nur mühsam konnte sie sich zur Bettkante rollen und die Bettdecke von ihrem Körper ziehen. Noch immer befand sie sich in den Klamotten vom letzten Abend. Nur verschwommen konnte sie sich an die letzten Geschehnisse erinnern. Allerdings wusste sie noch, dass sie hilflos auf einer Parkbank gelegen hatte, als Kilgrave sie fand. Er hatte sie zum Auto getragen und...
Plötzlich war sie wieder komplett bei Sinnen. Kevin hatte sich um sie gekümmert, er hatte sich um sie gesorgt, nicht um Jessica, sondern um SIE. Ein breites Grinsen machte sich auf ihrem Gesicht bemerkbar, welches selbst dem Kopfweh standhielt.
Ihr Blick glitt kurz im Schlafzimmer umher, ehe sie die Tür zum Badezimmer anvisierte. Ohne Umschweife schälte sie sich aus ihrer alten Kleidung und betrat das Badezimmer. Zielgerichtet steuerte sie die Badewanne an, in der sie warmes Wasser einlaufen ließ um sich letztendlich entspannt hinein zulegen.
Während sie mit ihren Fingern Blubberblasen platzen ließ, glitten ihre Gedanken zurück zum gestrigen Tag. Einiges war vorgefallen. Sie hatte nicht nur Kevin näher kennen gelernt, sondern auch einen Teil seines Vertrauens gewonnen. Und obwohl er sie mehrmals abgewiesen hatte, hatte er sie in gewissen Maßen gerettet. Bedeutete dies etwa, dass er ihre Anwesenheit nicht ganz so ätzend fand, wie er es gerne hätte?
Cara kaute sich nachdenklich auf den Lippen umher, ehe sich ein fast schon heimtückisches Grinsen auf ihre Gesichtszüge schlich.
Ohne sich weitere Gedanken um ihren Plan zu machen, schrie sie wie am Spieß lauthals auf. Es dauerte nur wenigen Minuten bis sie hörte, wie die Tür zum Schlafzimmer aufgestoßen wurde. Sie vernahm Kilgraves Stimme, die mit ruhigem Tonfall ihren Namen rief. Seine Schritte kamen hörbar näher. Somit betrat der Dunkelhaarige Engländer nur wenige Augenblicke später das Badezimmer. Seinen Gesichtsausdruck, als er sie erblickte, konnte man nicht in Worte fassen. Cara selber musste ein amüsiertes Lachen unterdrücken und grinste ihn stattdessen verführerisch an.
„Ich habe mich so alleine gefühlt in dieser großen Badewanne. Hast du nicht Lust mir etwas Gesellschaft zu leisten? Ich bin auch gaaanz handzahm."
Kilgraves Gesichtsausdruck wechselte von Verwunderung zu absoluter Ausdruckslosigkeit. Scheinbar war er sich nicht ganz sicher, was er von dieser Situation halten sollte.
„Bist du noch betrunken von letzter Nacht oder hat dir dein schwarzer Freund da draußen eine neue Flasche zum Frühstück serviert?"
Er zog fragend seine Augenbrauen hoch, während Cara ihn einen schmollenden Blick zu warf.
„Nein! Keins von beiden – ersteres zumindest nur zur Hälfte." Cara war sich nicht ganz sicher, ob sich inzwischen all der Alkohol aus ihrem Körper verflüchtigt hatte oder nicht. Allerdings tat dies nichts weiter zur Sache, sie war prinzipiell bei vollem Verstand. Wahrscheinlich der Hauptgrund, weshalb sie diese Gelegenheit nicht so einfach davon gleiten ließ.
Cara tunkte ihre Hände ins Wasser uns spritzte ihn spielerisch nass. Dies erzeugte allerdings nicht den gewünschten Effekt, dass er ihren Gefallen nachkam. Stattdessen verließ er kommentarlos den Raum und ließ sie beleidigt zurück. Für einen Moment starrte sie irritiert an die Stelle, an der er kurz davor noch gestanden hatte. So oft hatte sie ihn dabei beobachtet, wie er jegliche Frauen durch Manipulation ins Bett zitierte, selbst GEGEN ihren Willen - und bei ihr machte er einfach auf dem Absatz kehrt. Warum zum Henker zeigte er ihr gegenüber nicht die gewünschte Verhaltensweise?
„Na warte...", knurrte sie leise und erhob sich. Schnell sprang sie aus der Badewanne und wickelte sich in das erst beste Handtuch, dass sie greifen konnte. Sie sprintete ihm hinterher und bevor er den Schlafraum verlassen konnte, erfasste sie seinem Arm. Grob zog sie an diesem, woraufhin sich Kevin tatsächlich zu ihr umdrehte.
„Was?!" Kilgrave blickte sie mit zusammen gekniffenden Augen an.
„Wie lange willst du mir eigentlich noch aus dem Weg gehen?" Sie warf ihm einen verärgerten Blick zu. Dabei achtete sie trotz allem stark darauf, nicht seine Fähigkeit anzuwenden. Sie wollte ihm zu nichts zwingen, sondern hoffte darauf, dass er ihr ehrlich antworten würde.
Kevin sah sie einen Moment schweigend an, ehe er sie nahe zu sich heran zog. Automatisch beschleunigte sich ihr Herzschlag. Alleine schon sein Atem jagte ihr einen Schauer über ihren nackten Körper. Nur schwer konnte sie sich auf seine geflüsterten Worte konzentrieren. Seine Lippen waren auch einfach zu verführerisch.
„Mindestens so lange, bis das mit Jessica geklärt ist und nach dieser Aktion grade eben muss ich mir das nochmal überlegen." Es dauerte einen Moment bis die Worte zu ihr durchdrangen. Doch als er sie wieder losließ und den Raum verließ, klärte sich ihr Blick. Sie schaute ihn leise seufzend hinter her, ehe sich wieder ein Grinsen auf ihrem Gesicht einfand. Jetzt wusste sie immerhin was zu tun war. Jessica musste aus dem Weg geräumt werden, vielleicht sollte sie der Schwarzhaarigen einen unangekündigten Besuch abstatten?
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The Purple Project
FanfictionHast du Angst vor dem lila Mann? Jessica und Kilgrave stehen kurz vor ihrem abschließenden Krieg. Kilgrave hatte es geschafft aus ihrem Glasgefängnis auszubrechen und sich in ihrem Appartement zu verschanzen. Als sie dort ankam, offenbart er ihr ein...
