Es gibt ja Menschen wie mich, die ihre Zeit hauptsächlich in Fandoms verbringen und die sich dann auch noch ihre eigenen Geschichten in diesen Fandoms ausdenken und diese niederschreiben.
Das wäre dann die FanFic-Autoren. Meine Wenigkeit gehört ja dazu, aber ich habe noch nie so richtig darüber nachgedacht, warum ich das überhaupt mache. Ich mache es ja hauptsächlich, weil es mir Spaß macht und es mir Freude bringt, anderen Menschen Freude zu bereiten. Aber das genaue Warum hab ich mir noch nie gegeben.
Warum also schreibe ich FanFictions?
Nun, hauptsächlich bin ich ja ein Harry Potter FF-Autor, weil mich diese Buchreihe einfach nicht loslassen kann. Oder anders rum. Jedenfalls habe ich die Bücher gelesen, als ich ein Kind war und sie hat mich eine sehr lange Zeit begleitet, weswegen sie ein Teil von mir ist. Ich habe zusammen mit Harry die Abenteuer erlebt und irgendwann habe ich dann angefangen, selber Abenteuer in Harry Welt zu schreiben.
Und irgendwie kompensiere ich dadurch, dass mich Hogwarts nicht loslassen kann. Es ist mein Zuhause, ein Ort, an den ich flüchten konnte, als es mir nicht gut ging und an dem ich glücklich war. Ich wollte Hogwarts nicht verlassen und bin deswegen einfach da geblieben, auch als das letzte Buch geschrieben war.
Meine Geschichten spinnten sich anfangs nur leicht in dem Universum, ich traute mich noch nicht wirklich, etwas verrücktes zu machen. Doch mit der Zeit wurde ich mutiger. Und meine Geschichten wurden besser. Meine erste FF war eine NextGen-FF mit wirklichem Cringe-Faktor. Wenn ich sie mir jetzt angucke, dann möchte ich weinen, denn ich habe einfach so viele Fehler gemacht. POVs und schlechte Ich-Erzähler, urgh. Ich hatte niemanden, der mich darauf hinweist, also habe ich gedacht, ich wäre gut. Als ich dann weiter geschrieben hab und meine Charaktere und Ideen sich immer mehr weiterentwickelten, da bemerkte ich erst so langsam, dass ich noch viel zu lernen habe.
Die FFs sind für mich eine Stütze. Sie bieten weiterhin eine Verbindung zu meinem Zuhause, aber helfen mir auch, mich schreibtechnisch weiterzuentwickeln. Mein Schreibstil war beispielsweise am Anfang von Expecto Patronum noch deutlich schlechter, als er es jetzt fast am Ende von Avada Kedavra ist. Die FFs haben mir viel geholfen und deswegen bin ich auch sehr stark mit ihnen verbunden.
Als ich mich darüber beschwerte, dass AK ja so lang ist und alles, bekam ich die Antwort, das ich am Ende ja streichen könnte. Das hat mich irgendwie... nachdenklich gemacht. Ich habe ja EP und AK geschrieben, weil ich so viel wie möglich mit den Rumtreibern erleben wollte. Szenen zu streichen käme mir da falsch vor.
"Bei FFs streiche ich nicht, das sind ja keine richtigen Bücher", sagte ich und meinte das richtige, sagte es aber falsch. Natürlich sind FFs auch richtige Bücher, aber ich könnte sie niemals verlegen und damit Geld verdienen. Deshalb würde ich meine Zeit nicht auch noch ins Streichen investieren.
Ich würde sagen, ich bin ein guter Autor, aber vom Streichen habe ich keine Ahnung. Ich kann bei meinen eigenen Werken nicht sagen, welche Szenen wichtig sind und welche nicht. Ich sehe alle als Teil der Charakterisierung an und manchmal braucht man auch eine langweilige Kochszene, damit alles realer wirkt.
Weiterhin verbinde ich meine Geschichten gerne. Ich habe bisher relativ viele FFs geschrieben und sie sind alle irgendwie miteinander verknüpft, spielen also alle in derselben Zeitlinie.
Die Zeitlinie beginnt mit Expecto Patronum, geht mit Avada Kedavra weiter, zieht sich dann durch The Rebellion, weiter bis zu Definitiv nicht Harry Potter und auch noch in All was well hinterlässt sie Spuren. Ich sage es nie wirklich, aber ich habe immer kleine Dinge eingebaut, die sie miteinander verbinden.
So ist zum Beispiel Ellie aus EP und AK die Cousine von Melanie, aus The Rebellion. Und so kommt Joel aus The Rebellion direkt am Anfang von All was well vor und auch Ellie und Dave werden ihre Auftritte haben. Auch in DnHP werden diese Charaktere auftauchen, denn ich habe sie alle so eingebaut, das es logisch ist. Es macht Sinn, dass meine FFs miteinander verbunden sind, denn sie sind ja alle durch mein Hirn entstanden.
Was ich eigentlich sagen wollte: Ich schreibe FFs teilweise, weil ich nicht loslassen kann und teilweise, weil ich Angst habe, mich meinen eigenen Projekten zu widmen. Ich mache mir Sorgen, dass ich alles unlogisch gestalte oder es schlecht wird, deswegen bleibe ich vorerst bei FFs.
Wer sich das hier jetzt alles durchgelesen hat, wird von mir genötigt, einen Kommentar zu schreiben, denn ich bin eine sensationsgeile Famehure. (Nein Spaß, ihr müsst nicht kommentieren :D)
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