Pov Kirishima
»Mom, lass das« zischte ich. Musste sie mich denn immer wecken wenn ich gerade den schönsten Traum auf Erden hatte? Ich drückte sie mit dem Arm von mir. Und plötzlich spürte ich einen stechenden Schmerz in der Bauchgegend. Sofort setzte ich mich auf.
»Was zur...Bakugou?!«
»Ich bin nicht deine Mom.«
Genervt und müde sah er mich an.
»Wie spät ist es?« murmelte ich.
»4:45 Uhr«
»Was? Dein Ernst?!«
»Ich hab dich gewarnt, also beschwer dich nicht.«
Langsam quälte ich mich von der Matratze und zog mich schnell um. Mir ist bewusst, dass Bakugou das Training sehr Ernst nimmt. Ehrlich gesagt sogar etwas mehr als ich, aber dass man so übertreiben muss, war eindeutig zu viel für mich!Nach 45 Minuten Joggen fühlte ich mich lebendig. Ja. Lebendig begraben.
Zuhause aßen wir dafür ausgiebig, sogar so sehr, dass ich mir Sorgen machte wir würden den ganzen Vorrat plündern. Im Morgengrauen machten wir uns dann auf zur Schule.
Der Unterricht war ausnahmsweise mal interessant gewesen. In der Pause gesellte ich mich mit zu meiner Gruppe, zu der auch mein lieber Bakugou gehörte.
»Na Fluffy?« neckte ich ihn und legte ihm einen Arm um.
»Lass den Scheiß.« zischte er. Er hasste es wenn ich Spitznamen verteilte. Gerade deswegen fielen mir immer wieder Neue ein.
»Und, wie klappt das mit euch?«
Gleichzeitig hoben wir die Köpfe. Kaminari zuckte gelassen mit den Schultern und schob sich ein Stück Kartoffelchip in den Mund.
»Super, wie verstehen uns bestens!« Ich legte mit Absicht viel Emotionen in meine Worte. Noch dazu gestikulierte ich, was das Zeug hielt.
»Bakugou ist ja so niedlich wenn er schläft, du solltest ihn sehen! Wie ein kleines Kät-AUA AUA!!!«
»Sag das nochmal und du kannst draußen im Garten schlafen.«
»Wie gemein!«
Kaminari brach in lautes Gelächter aus. Auch ich stimmte mit ein. Ja, noch war mir nach Lachen zumute, doch sobald die Hausaufgaben antreten heule ich.
~»Bakugou, ich verstehe die Aufgabe niiicht...«
»Heul nicht rum, davon wird's auch nicht besser.«
»Aber was soll ich sonst machen?«
Mit seinem Drehstuhl, auf dem er saß, drehte er sich zu mir um und zeigte mit dem Zeigefinger an seinen Kopf.
»Ein bisschen Nachdenken.«
Ich zog einen Schmollmund. »Du bist so gemein.« nuschelte ich.
»Tut mir nicht leid.« sagte er schroff.Sollte ich? Kann ich? Ach, wer nicht wagt, der nicht gewinnt!
Leichtfüßig stand ich auf und stellte mich hinter ihn. Meine Arme legte ich um seinen Körper und mein Kopf fand einen Platz in seiner Halsbeuge.
»Bakugou...«
»Hm?«
»Ich hab Lust auf Kuscheln.«Seine Antwort gab er mir nicht Preis. Er schrieb weiter eigenartige Formeln in sein Heft und ersetzte die Buchstaben durch Zahlen oder Brüche. Ich wurde dabei gekonnt ignoriert.
Also wohl doch nicht's, na gut, zumindest hast du es versucht.
Ich wollte mich gerade zum Gehen wenden, als er sich blitzartig umdrehte und mich mit einer überraschenden Wucht nach hinten drückte. Zum Glück landeten wir weich auf seinem Bett.
Zufrieden drückte ich ihn kräftig. Im Fernsehen lief einer der Filme, die ich mitgebracht hatte und die Pockystäbe standen zum Knabbern bereit.
Fest umschlungen saßen wir unter der Decke und schauten gespannt auf den Bildschirm. Mein Herz machte richtige Freudensprünge. Ich saß hier tatsächlich mit Bakugou im Arm und ihn störte es nicht einmal.
Ich bin der glücklichste Mensch aller Zeiten!
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