Sonntag: Kissenschlacht

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POV Bakugou

Nachdem Eijiro verfrüht aufgetaucht war, hatte ich mich doch dazu entschlossen mein Zimmer aufzuräumen. Zumindest optisch sollte es Ok aussehen.
Ich warf einen Blick über die Schulter zu Kirishima. Er war immer noch am Auspacken.

»Hast du deine ganze Metropole mitgebracht oder was fummelst du da immer noch rum?«
»Iwo, ich hab 2 Pullover, 1 T-shirt und eine Jacke.« Er hielt seinen weißen Pullover hoch.
»Und?«
»Uuund, ich habe Filme mitgebracht. Und Pocky!«
»Na wenigstens etwas.« schnaubte ich.
»Ey, das war nicht nett!«

Im Haus brauchte ich ihn schon gar nicht mehr rumzuführen. Er kannte jedes Zimmer, jede Nische, selbst jede noch so kleine Veränderung fiel ihm auf.
Ich verstand bloß nicht, warum seine Eltern ohne ihn wegfuhren. Nicht, dass ich mich nicht über die Woche freute. Es war nur komisch, sonst hatten sie ihn ja auch immer mitgenommen. Sogar bei ihren Arbeitseinsätzen im Ausland war er dabei.
Wie viel er schon gesehen haben muss. Und ich?
Das einzige was ich kenne ist der Park, die verdammte Stadt und meine hässliche Schule mit den krankhaftesten Schülern und Lehrern.

»Bakugou, Kirishima! Kommt mal kurz runter!!«

Sofort waren wir auf den Beinen und rannten die Treppe hinunter. Zumindest Kirishima tat das.
»Ah, Mrs. Bakugou, Sie sehen immer noch so hübsch aus, wie an dem Tag, als ich Sie das erste Mal sah!«
Ich gab meinem Kumpel einen kleinen Schlag auf den Hinterkopf.
»Hach, wenn mein Mann das nur mal zu mir sagen würde..«

Gott, musste das noch peinlicher werden...?

»Ich danke Ihnen, dass ich hier wohnen darf!« Er machte sowas wie eine Art Verbeugung. Meine Mutter nickte und sah mich ernst an.
»Dass ihr mir ja keine Dummheiten macht. Ich will mein Heim ordentlich haben. Was in deinem Zimmer an Chaos herrscht, geht mich nicht's an.«
»Tss, kein Problem
»Na dann hoch mit euch. Heute mach ich noch das Essen, ab morgen müsst ihr dann selber zurecht kommen.«
Wir nickten nur und stolperten dann schnurstracks die Stufen hinauf.

Hinter mir verriegelte ich die Tür.
»Ihr seht euch echt ähnlich.«
»Was? Auf gar keinen Fall
»Und ob.«
Eijiro zwinkerte mir zu als ich mich neben ihn auf's Bett sinken ließ.

»Wie sieht der Plan aus? Morgenroutine?«
»Joggen
»Gebongt.«

Ich sah an die Decke. Eine ganze Woche schien so lang und war am Ende doch viel zu wenig. Aber ich denke, ich werd's genießen. Und sollte er schnarchen, verbanne ich ihn einfach auf's Sofa.

»Fuck. Ich muss noch die eine Hausaufgabe machen.« kam mir es mir plötzlich in den Sinn.
Ruckartig wurde Kirishima eigenartig stumm. Es dauerte nicht lange, bis es bei mir Klick machte.
»Ist jetzt nicht dein Ernst oder? Deine XXL-Tasche hast du dabei, aber dein blödes Schulzeug nicht?!«
»Ich war zu aufgeregt! Hab's einfach vergessen!«

Mit verzogenen Schmollmund sah er mich an.
»Na gut. Dann können wir ja morgen gleich zu deinem Haus joggen.«
»Äh? Und ich soll dann mit dem Ding auf meinem Rücken wieder zurück oder was?!«
»Bist doch selbst schuld
»Arschloch.« murmelte er und drückte mir ein Kissen ins Gesicht.

Die kleine Kissenschlacht und die darauf folgende Auseinandersetzung mit meiner Mom wegen des Lärms waren nur der Anfang von dem, was noch folgen würde.


RAW -Pretty Lovers [Kiribaku]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt