Kurz darauf erhob sich Pigeon in die Lüfte, in der Hoffnung, etwas für sich und ihren Partner zu finden. Da sie schon sämtliche Gebiete, die ihr bekannt waren, schon abgeklappert hatte, musste sie sich wohl oder übel in die nicht so taubenfreundlichen Gebiete wagen, wo schon etliche Tauben ihren Tod gefunden haben, sei es durch Spikes, Klebepaste oder andere Vergrämungsmittel. Ihr blieb jedoch keine Wahl und so flog sie weiter Richtung Süden bis sie zu einem großen, stinkigen Gebäude kam, der bis zum Rand voll mit Menschen war. Gleich über und neben diesem Gebäude waren riesige Maschinen, die Menschen verschluckten und mit denen mit großen Krach wegfuhren. Pigeon beneidete keine der Tauben, die hier ihre Küken großziehen mussten, da hier die meisten, durch die zuvor schon erwähnten Maßnahmen, früh und schmerzhaft den Tod fanden.
Pigeon war so sehr in Gedanken versunken, dass sie nicht merkte, dass sie absolut nicht mehr konnte und so landete sie schnell bevor ihre Flügel versagen konnten. Der Nahrungsmangel forderte seinen Tribut und so war es ihr unmöglich, sich in die Lüfte zu schwingen, bevor sie wenigstens etwas zu sich genommen hatte. Also schaute sie sich mit großen, panischen Augen um und bemerkte erst da, dass sie auf eine der Schienen von diesem Riesenmonstern gelandet war. Weg von da konnte sie nicht ohne zu fliegen und sie sah schon eines dieser Riesenmonster kommen. Und so tat Pigeon das Unverzeihlichste, was eine Taube jemals tun kann. Ein paar Schritte von ihr entfernt lag ein halb gegessenes Schnitzel, was auch das einzige war, was es hier an Essen gab. Nachdem sie einige Sekunden mit sich gerungen hatte und auch das Biest immer näher kam machte sie schnell die Schritte und schlang das Schnitzel in einem Haps runter. Zuerst machte sich Erleichterung in Pigeon breit, als sie sich in die Lüfte stoßen konnte und haarscharf dem Zug entkam. Momente später wurde ihr die Tragweite ihres Vergehens klar und sie schaute sich schnell um, um zu gucken, dass sie auch niemand gesehen hatte. Als sie sich das bestätigt hatte, flog sie wieder los und suchte weiter Futter um ihrem Partner was bringen können. Den Gedanken an die Folgen ihrer Tat und auch die Tat selber versuchte sie so gut es geht zu verdrängen, was ihr aber eher schlecht als recht gelang und so quälte sie sich immer mehr. Nachdem sie etwas gefunden hatte und schon auf dem Rückweg ins Nest war, war sie so verzweifelt, dass sie zum Taubengeistlichen ihrer Stätte flog um ihn um Rat zu bitten. Dieser hatte sein Nest jedoch Norden, was einen anstrengenden Flug nach sich brachte. Der Geistliche jeder Kolonie bekleidete den höchsten Rang nach dem Kolonieältesten, weshalb sein Nest auch eines der größten war. Wenn der Geistliche stirbt, wird die Eignung jedes Taubenkükens geprüft und so der neue Geistliche auserwählt. Es konnte nicht jede Taube diese große Ehre genießen, von der Schnitzelgöttin auserwählt zu sein. Die Priester waren nicht selten mit der Fähigkeit des Sehens begabt, weshalb besonders in Notzeiten die Predigten stark besucht waren. Pigeon landete inzwischen beim Nest und wartete darauf, eingelassen zu werden. Sie war sehr nervös und ängstlich, aber umso größer war ihre Hoffnung, dass sie ihre Sünde irgendwie tilgen konnte. "Herein kommen!“, ertönte es aus Richtung der verschlossenen Tür und Pigeon stand auf und ging rein. Sie musste eigene Momente blinzeln, bis sie was sehen konnte, denn in dem Raum konnte sie keine einzige Lichtquelle ausmachen. "Komm her, mein Kind ", erstönte eine krächzige Stimme vom anderen Ende des Raumes. "Ich entschuldige mich für die Dunkelheit, aber es geht langsam zu Ende mit mir und meine alten Augen ertragen das Licht nicht mehr.", fing die alte gebrechliche Taube an. "Was ist dein Begehr, mein Kind?", beendete er schließlich schwer atmend seinen Satz. Und so erzählte ihm Pigeon was geschehen ist. Als sie fertig war blickte sie den alten mit hoffnungsvollen Augen an. Der aber schüttelte nur den Kopf. "Kind, Ich kann dir leider nicht helfen". "Es ist unser ältestes Gesetz und du wirst mit deinen Leben bezahlen müssen, auch wenn die Schnitzel Göttin es nicht sofort einfordert. Aber sie wird kommen!".
Mit jedem Wort vom Geistlichen schrumpfte Pigeons Hoffnung bis diese Weg war und sie in Tränen ausbrach. Um den Alten nicht noch mehr zu belasten, machte sie sich schleunigst davon und flog erst einmal irgendwohin um sich wieder einzukriegen. Sie landete auf einem Ast in der Nähe ihres Nestes und beruhigte sich da erst einmal so gut es geht, während ihr zahllose Gedanken im Kopf rumschwirrten. *Mich hat niemand gesehen, also werde ich mich nicht vorm Gericht verantworten müssen und wer weiß, ob das, was der Alte sagt, überhaupt stimmt, es kann genauso gut sein, dass es die Schnitzel Göttin gar nicht gibt. Genau!* Mit diesen Gedanken schaffte sie es sich soweit zu beruhigen, dass sie wieder zurück ins Nest konnte. "Danke Schatz", begrüßte sie ihr Nistpartner mit einem sanften Gurren.-------------------
800 Wörter I'm proud of myself xD
Na pigeon wie gefällt's dir bis jetzt 🤗
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Pigeon und die Schnitzelgöttin
KurzgeschichtenEs war einmal eine Pigeon, die einen großen Fehler begangen hat und die Schnitzelgöttin verärgerte