Nichts war zu hören außer das tropfen von den rostigen, blutigen Wänden und die leisen Schritte von Ryan der dem langen Flur folgte. Der Weg schien ewig, er traute sich nicht stehen zu bleiben, es war dunkel, er konnte kaum etwas erkennen. Wo war er nur und wie kam er hier her? Immer und immer weiter schritt er voran bis er nach gefühlten zehn Kilometern an einen Fahrstuhl geriet.
,,Das ist keine gute Idee..." sprach Ryan zu sich selbst als er den Knopf des Fahrstuhls drückte. Dieser kam quietschend nach oben gefahren. Vorsichtig ging er durch die Tür und drückte auf der Schalttafel herum, es tat sich nichts. Auf einmal schlossen sich die Türen und der Fahrstuhl setzte sich in Bewegung. Na toll, es ging natürlich nach unten, das war nicht gut,da war Ryan sich sicher. Langsam fuhr er weiter in die Tiefe, ohne Halt und ohne einen Anhaltspunkt auf einen Stopp. Plötzlich schlug etwas gegen die Wand des Fahrstuhls. Eine Gesichtslose Gestalt griff nach Ryan und versuchte ihn mit seinen sichelförmigen Klingen zu treffen, mit gurgelnden Geräuschen drang das Wesen weiter durch den Stahl und somit immer dichter an Ryan. Dieser hatte sich geschockt in die nächste Ecke geduckt um den Angriffen des Monsters zu entgehen.Verdammt was sollte er tun? Er tastete hastig seine Jacken- und Hosentaschen ab, konnte jedoch nichts finden , was als Waffe dienen könnte. Dabei hatte er sonst immer ein Taschenmesser mit zur Sicherheit. Es schien aussichtslos, das Ding war gleich durch die Wand und würde ihn töten. Doch auf einmal hörten die Hiebe auf und das Wesen verschwand, er hörte das Klirren wie es davonlief. DerFahrstuhl war zum Halten gekommen, anscheinend Endstation. Ryanzögerte nicht und öffnete so schnell wie möglich die Tür, er wollte nicht länger in dem Fahrstuhl bleiben, keine einzige Sekunde.
,,Heilige Scheiße...", fluchte Ryanleise als er den riesigen Raum betrat. In der Mitte des Saals befanden sich Menschen, die in einem Kreis standen und unverständliche Worte murmelten. Es klang wie eine Art Ritual und Ryan bekam eine Gänsehaut, er fühlte das die Worte einen tiefen Sinn hatten, etwas Grauenvolles. Denn in dem seltsamen Kreis mit den Symbolen lag eine junge Frau, sie war am ganzen Körper verbrannt,man konnte kaum noch ihre Züge erkennen. Die Entstellte keuchte leidvoll auf, sie lebte also noch, sie musste furchtbare Schmerzen haben. Was haben ihr diese Menschen ihr nur angetan? Ryan begab sich schnell hinter eine Säule, damit die seltsamen Leute, die alle samtschwarze Kutten trugen, ihn nicht bemerkten, wenn sie es nicht schon getan hätten, leise war er ja nicht grade gewesen. Doch leider war dem nicht so, wie sich herausstellte. Die schwarz Gekleideten kamen direkt auf ihn zu, ihr Gebet nicht unterbrechend, und packten ihn.Ryan versuchte sich aus den kalten Griffen zu befreien, es half aber nichts, die Hände waren unerbittlich, packten ihm am Hals und drückten ihm die Luftröhre zu. Das letzte was er sah war die die verbrannte Frau, neben der er jetzt lag bevor die Welt um ihn herum schwarz wurde und er so das Feuer das ihn verbrannte nicht mehrspürte.
Ryan schreckte hoch und schlug panisch die Augen auf, hektisch sah er sich um. Er war in einem Bus, er war wohl eingeschlafen. Die wenigen Leute im Bus beachteten in nicht und starrten stur in eine Richtung. Er tat es ihnen gleich und blickte aus dem Fenster, die Nacht war schon angebrochen und das einzige was er sah waren die wenigen Straßenlampen die ein wenig Licht auf die Wege warf. Ryan schaute auf seine Uhr, zwanzig nach eins. Ein Glück,er hatte seine Haltestelle noch nicht verpasst, die nächste war seine. Zehn Minuten später stieg er aus dem Bus aus und ging in Richtung Wall Street, dort lag seine neue Wohnung. Zugegeben es war eine richtige Bruchbude in einer total heruntergekommenen Gegend,aber lange blieb er sowieso nicht. Schon seit er sich erinnern konnte, zog er fast jeden Monat um. Nicht weil er es nicht an einem Ort aushielt, nein, weil er dort nicht sicher war und sie ihn finden würden. Wer waren ,,sie" ? Das konnte er leider selber nicht beantworten, er wusste nur das sie für den Tod seiner Eltern verantwortlich waren und ihn ebenfalls wollten. Leider war der brutale Tod seiner Eltern so gut wie das Einzige was er von seiner Vergangenheit noch wusste. Alles andere war schrecklich verschwommen und war irgendwie einfach nicht mehr in seinem Gedächtnis. Der Verlust seiner Eltern hatte seine Erinnerungsvermögen getrückt, er war in seiner Kindheit traumatisiert und allein gelassen. Der ganze emotionale Stress hatte ihn zerfressen. Er hatte einige Aufenthalte in der geschlossenen Psychiatrie gehabt und hat das meiste verarbeitet. Jetzt jedoch kam es sehr oft zurück in seinen Kopf und ließ ihn nicht mehr los, es war dieser Traum. Nacht für Nacht war es immer derselbe. Was hatte er zu bedeuten? Er wusste es einfach nicht. Alles was er wollte war einfach nur ein ganz normales Leben,er wollte einfach nur seine Ruhe haben, keine Sorgen, kein Schmerz.
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Die Vergangenheit holt dich ein
HorrorRyan Dawsen wollte nie etwas anderes als ein normales Leben, doch leider war dem nicht so. Schon als er klein war, wurde ihm das unmissverständlich klar, als seine Eltern ermordet wurden und genau zu diesem Übel wollen die Mörder auch ihn töten, das...