"Also. Ich bin auf einem Bauernhof groß geworden. Wir hatten einige Tiere, aber auch sehr viel Arbeit. Das mag vielleicht für Aussenstehende ganz toll klingen, den ganzen Tag mi Tieren und auf dem freien Feld zu verbringen, doch für mich war es der reinste Alptraum.
Jeden Tag früher aufstehen, als alle anderen in meiner Klasse, nur um noch vor dem Frühstück Kühe zu melken, die meine Arbeit doch eh nicht würdigten, sondern mir meist noch ans Bein kackten. Diese ganze Mühe nur, um dann total verschwitzt, stinkend und öfters auch mit ziemlicher Verspätung, in meine Klasse zu platzen, in der mir meine Kameraden nur einen verächtlichen Blick zu warfen.
In den Mittagspausen saß ich meist alleine an einem Tisch, da ich nirgends an einen eingeladen wurde und mich auch nicht zu den Loosern setzen wollte, weil es dann so aussah, dass ich mich mit meinem "Schicksal" abgeben würde. Doch die schmerzhafte Wahrheit war, dass ich das schon lange hatte. Ich wusste, dass ich in meiner alten Umgebung niemals Freunde finden würde.
Auch wenn man es mir ansehen mochte, diese Einsamkeit nagte an mir. Ich versuchte tough zu wirken, doch es gab auch Tage, an denen meine mühsam aufgebaute Fassade zu bröckeln begann. An diesen Tagen pflegte ich es, mich in meinem verschmorrten Zimmer einzusperren und leise zu weinen.
Ich wollte doch nur Freunde. Nichteinmal beliebt wollte ich sein, Nein. Nur ein oder zwei Leute, mit denen ich reden konnte. Die sich mit Stolz neben mich setzten. Die mir zuhörten, denen ich zuhören konnte. Freunde, die ich besuchen konnte, um endlich meinem Drecksloch von zu Hause zu entkommen, wenn auch nur für ein paar Stunden.
Doch genau das fehlte mir.
Ich überlegte lange, wie ich diese Loch, das sich in meinem Herzen langsam bildete, stopfen konnte. Ich versuchte es mit lernen. Ich lernte, wie kein zweiter vor mir. Doch nach den ersten fünf Klassenarbeiten, in denen ich eine eins schrieb, galt ich als die Streberin der Klasse. Von da an wurde ich sogar von den Strebern, die niemand mochte, ausgegrenzt. Ich meine davor hatte ich auch keinen richtigen Kontakt zu ihnen. Ich war eher so der Typ akzeptierter Mitbewohner. Doch dann. Dann war ich ihnen nichtmal mehr ein einfaches "Hi!" wert. Sie würdigten mich keines Blickes.
Als nächstes probierte ich mich mit harter Arbeit am Hof abzulenken, doch das führte dazu, dass meine Eltern immer höhere Erwartungen an mich hatten, die ich natürlich nicht immer einhalten konnte, darum waren sie mehr oder weniger dauer enttäuscht von mir. Außerdem stank ich danach noch mehr.
Ich sah keinen Ausweg.
Ich dachte ich sei für immer allein.
DU LIEST GERADE
Ready? First impression counts.[German]
Teen FictionKylie Rage hat nur einen Wunsch: Sie will weg von dem düsteren Bauernhof ihrer Eltern und hinaus in die weite Welt. Doch sie hat kein Geld. Rein aus Spaß fängt sie an YouTube Videos zu posten, die sie schlussendlich berühmt machen. In diesem Buch er...
![Ready? First impression counts.[German]](https://img.wattpad.com/cover/11292518-64-k780497.jpg)