Super Powik saß in seinem Zimmer vor seinem Schreibtisch, auf dem eine "high-tech" Schreibmaschine stand (er war sehr stolz darauf, dass er solch "moderne" Technik bedienen konnte), und korrigierte sein neues Lieblings Buch "Deutschlehrbuch Klasse 9".
Er war fasziniert von der Geschichte des Buches , hatte sich aber nicht mehr dazu im Stande gesehen weiter zu lesen. Nichts konnte Super Powik vom Lesen abhalten außer einer Überdosis Fehler, seien es Grammatik-, Formal- oder Rechtschreibfehler.
Über die ersten Fehler hatte er hinwegsehen können, aber je mehr sich die Fehler häuften, desto öffter musste Super Powik während des Lesens innehalten um sich ein wenig zu berügen bevor er fortfahren konnte. Und eines Abends wurde ihm alles zu viel, mit Tränen in den Augen hatte er das Buch zur Seite gelegt und es bis zu dem heutigen Tag nicht mehr angerührt.
Doch war das simple Ignorieren der Fehler nicht die Lösung.
Er hatte schon Albträume von ihnen gehabt, wie sie die Welt übernähmen, angefangen in den Supermärkten, sich langsam in das System einschlichen um dann die gesamte Menschheit zu beherrschen.
Die einzige Möglichkeit die er gesehen hatte, seine Ängste zu tilgen, war die Fehler die diese auslösten zu vernichten. Deswegen saß er vor seinem Schreibtisch, 329 Seite neu schreibend um sie beim Verlag einzusenden, damit niemand den gleichen Schrecken erleben müsse wie er.Als er nun ganz friedlich auf der Schreibmaschienentastatur herum tippte, hörte er wie dumpfe Schritt vom Flur her hallten.
Super Powik war verwirrt, er konnte sich nicht erinnern einen seiner (nicht vorhandenen) Freunde eingeladen zu haben, geschweige denn jemanden seinen Haustürschlüssel gegeben zu haben.
Hmmm.. wer würde einfach so ein fremdes Haus betreten, mit einem sehr wahrscheinlich nachgemachten Schlüssel?
Also Kinder wer könnte das sein?
....Ja genau. Ein Milchma... nein, wieso sollte ein Milchmann so was machen.
Das konnte nur eines sein, ein Einbrecher.
Natürlich müssen wir uns um unseren Helden keine Sorgen machen, dieser Dieb hatte sich das falsche Haus ausgesucht.
Super Powik richtete sich von seiner sitzenden Position vor dem Schreibtisch auf, um sich tapfer....
...im Schrank zu verstecken?Natürlich versteckte Super Powik sich nicht, er setzte nur eine seiner vielen Kampfstrategien ein.Er nannte sie auch das "leere Haus"-Manöver. Der Dieb sollte denken niemand wäre anwesend, das tun wozu er gekommen war, schnellst möglich verschwinden und während er sich aus dem Staub machen würde, würde Super Powik die Polizei anrufen.
Er könnte den Dieb natürlich auch alleine besiegen, aber das würde Verdacht auf sich ziehen. Welcher normale Mensch konnte es schon mit einem Einbrecher auf nehmen?
Richtig, keiner. Und wenn die Menschen erst einmal seine geheime Identität aufgedeckt hätten, wär es das mit dem Welt retten gewesen. Also blieb Super Powik nichts anderes übrig als sich in seinen Schrank zu kauern und zu hoffen das der Dieb es nicht unbedingt auf seine Kleidung abgesehen hatte, wovon Super Powik nicht sehr überzeugt war, er hatte einen ganz besonderen Stil.
Als er nun die Schritte hörte, weitaus näher als zuvor, begann er an der Effektivität seines Versteckes zu zweifeln. Natürlich würde der Einbrecher seinen Kleiderschrank ausräumen wollen.
Doch wenn er in seinem Versteck entdeckt werden würde, wäre erstens das "leere Haus"- Manöver fehl geschlagen und zweitens würde im auch der Vorteil des Überraschungsmomentes entgehen (bei seiner Größe war dieser kleine Vorteil eine große Erleichterung, er konnte auch ohne ihn jeden besiegen, nur war das so viel anstrengender).
So entschied sich unser wackere Held, sein Versteck zu verlassen und es mir diesem Bösewicht auf zu nehmen. Pass bloß auf, du Dieb, sobald Super Powik sich aus dem Schrank heraus traut, geht es dir an den Kragen!Endlich hatte Super Powik all seinen Mut zusammen genommen und war bereit sein Haus zu verteidigen, da hörte er eine tiefe, sehr maskuline Stimme sagen:
" Pooopsieee, Ich bin's!"
Blitzschnell hatte unser Held sein strategisch durchdachtes Manöver aufgegeben und rannte in die muskulösen, sehr behaarten Arme der Vaterfigur seines Lebens, seiner Mutter.
Diese kniff ihm in die Wangen und stellte überrascht fest das Super Powik, entgegen ihrer Erwartungen, in den vielen Jahren in denen sie in nicht gesehen hatte nicht gewachsen war. Super Powik war überwältigt, er hatte die kratzigen, festen Umarmungen seiner Mutter vermisst. Früher hatte er sich gewünscht so zu sein wie sie, so.. entschlossen und stark, aber sie hatte immer gesagt, er käme mehr nach seinem Vater, der sie verlassen hatte um bei der Balletteverfilmung von Aschenputtel eine der Hauptrollen zu ergattern, egal welche, er war flexibel (Keine Vorurteile!).
Seit er sie in einer "Nacht und Nebel"- Aktion verlassen hatte, war er nicht wieder aufgetaucht und Super Powik vermisste ihn sehr, deswegen hatte er auch das Lied von Aschenputtel als seinen Weck-ton eingestellt.
Wenigsten konnte er sich immer auf seine Mutter verlassen, sie hatte ihn zu dem Menschen, nein, dem Helden gemacht der er heute war. Ohne sie hätte sich vielleicht nie jemanden der Rechtschreibfehler angenommen und die Welt würde bereits in Chaos versunken sein!
Danke Mama Powik, dass sie die Welt indirekt gerettet haben.
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Super Powik
HumorIn einer Welt in der es nur Superhelden gibt, die die Menschheit vor Dingen beschützen, die sehr wahrscheinlich niemals passieren werden, ist ein Held erschienen, der uns vom größten Grauen unseres Altages schütz, vor den garstigen Dingen, die uns n...