„Ähm... bis später dann!", verabschiedete ich mich vom schweigsamen Peter und winkte ihm kurz zu, nachdem ich ausgestiegen war. Wie affig grummelte meine kleine Stimme. Aha, sie war also immer noch da.
Ich zückte mein Handy und checkte die Mail, die mir Jeff heute Morgen geschickt hatte, dann folgte ich seinen Anweisungen und betrat das Gebäude vor mir. Es ähnelte dem Studio, in dem das Meeting am Vormittag stattgefunden und in dem Holly mich fertig gemacht hatte. Mit festen Schritten trat ich über die Schwelle und fand mich augenblicklich in einer schicken, noblen Lobby wieder.
„Miss!" Eine helle, klare Stimme hallte durch den Raum. Erschrocken zuckte ich zusammen. Am anderen Ende der Lobby entdeckte ich eine Rezeption und zügig durchquerte ich den Raum.
„Hi!", sagte ich atemlos, als wäre ich gerade einen Marathon gelaufen. Ich konnte mein Herz bis zu meinem Hals klopfen spüren, mein Puls wurde immer schneller. Langsam kroch mir die Röte ins Gesicht und die Haut auf meinen Händen wurde fleckig. Okay, nur nicht durchdrehen, ganz schön ruhig bleiben, Williams, ermahnte ich mich selbst. Holly würde mich umbringen, wenn sie wüsste, dass ich ihr ganzes Kunstwerk zerstörte!
„Ich bin Lottie Williams, ich soll hier auf Harry Styles warten!", erklärte ich dem Rezeptionisten mit einem Atemzug. Prüfend sah er mich an und ich trat ungeduldig von einem Fuß auf den anderen. Verdammt, wo blieb Harry?
„Mhm, setzten Sie sich", meinte er schließlich mit einem ziemlich starken französischen Akzent und deutete auf eine der senfgelben Couchen in der Lobby. Dankbar lächelte ich ihn an und setzte mich wie geheißen dorthin.
Ich versuchte ruhig zu bleiben, doch immer wieder sprang ich vom Sofa auf und ging ungeduldig auf und ab. Ich spürte den Blick des Rezeptionisten auf mir und setzte mich wieder hin, doch es dauerte nur einige Minuten, bis ich wieder auf den Beinen war.
Setz dich doch endlich hin du dummes Ding!
16.11 Uhr. Harry und ich waren um 16 Uhr verabredet gewesen - er hielt sich wohl an das künstlerische Viertelstündchen. Genervt seufzte ich auf - meine Nerven waren ohnehin schon strapaziert. Ich zückte mein Handy und tippte eine Nachricht an Alex.
Ich wollte ihn bei mir haben, wollte den Nachmittag mit ihm verbringen und nicht mit anderen jungen Männern, von denen einer schweigsamer als der andere war. Gerade als ich auf seinen Chat tippte, öffneten sich die Aufzugtüren hinter mir mit einem leisen Pling.
„Du bist schon da!"
Ich wirbelte auf der Stelle herum. Wow. Mir stockte der Atem, mein Puls beschleunigte sich wieder. Wie konnte ein Mensch so gutaussehend sein? Schon zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit haute er mich vom Hocker. Seine grünen Augen durchbohrten meine braunen.
Nur nicht schwach werden, Lottchen! Ich wollte etwas sagen - irgendetwas musste ich doch sagen - doch in diesem Moment war ich unfähig, auch nur einen kleinen Ton von mir zu geben. Das war der Anfang meines neuen Lebens.
„Hey!", piepste ich nach einer halben Ewigkeit. Du armselige Kirchenmaus.
„Wie geht es dir? Hast du alles gefunden?", fragte er mich mit seiner warmen Stimme, während er seinen Blick nicht von mir abwandte. Wie benommen nickte ich. In den letzten Stunden hatte ich mir nicht nur einmal ausgemalt, wie dieses Treffen verlaufen würde, doch ich war in keiner meiner Visionen so bescheuert dagestanden wie jetzt.
„Ja, Peter, hat mich hergefahren", hörte ich mich sagen. Okay - es war ein halbwegs vernünftiger Satz, durchatmen Lottie, einfach atmen. Du schaffst das schon! Ich holte ein paar Mal tief Luft. Einatmen, ausatmen, wieder einat-
„Alles okay?", fragte Harry irritiert und sah mich verwirrt an. Na toll, er stand noch nicht mal fünf Minuten vor mir und schon machte ich mich lächerlich. Schnell nickte ich und zwang mich zu einem Lächeln. Seine Lippen verzogen sich zu einem kleinen Grinsen, was die Situation nicht besser machte. Diese Grübchen waren wirklich unwiderstehlich! Schnell räusperte ich mich und starrte auf meine rosafarbenen Chucks.
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Clueless
FanfictionWie groß ist die Chance, eine vorgetäuschte Beziehung mit Harry Styles zu führen? Richtig - gleich null. Aber nicht unmöglich! Für Lottie, die ihrer Schauspielkarriere auf die Sprünge helfen will, klingt die Idee zunächst absurd, doch wer kann ein...
