Wie schon gesagt, überall verstecken sich Codes, auch da, wo man nicht denkt. Geruch...
Unsere Nasen funktionieren tatsächlich wie Codeknacker. In ihnen befindet sich etwas, das wir Geruchsrezeptoren nennen. Wir Menschen besitzen etwa 1000 verschiedene Rezeptoren. Wenn Moleküle in unsere Nase kommen, reagieren bestimmte Rezeptoren auf sie und werden aktiviert. Dann senden sie über Nervenbahnen Informationen and Gehirn, das diese Sinnesreize interpretiert und weiß, ob wir gerade eine Erdbeere, einen Fisch oder etwas anderes riechen.
Dass ein Geruch bestimmte Rezeptoren anspringen lässt und den Rest nicht, bedeutet, dass jeder Geruch etwas Ähnliches wie Teil eines binären Codes ist, der aus einer Abfolge von Nullen und Einsen besteht. Da es in der menschlichen Nase so viele unterschiedliche Rezeptoren gibt, können wir bis zu 10000 verschiedene Gerüche wahrnehmen.
Dieser Geruchscode basiert auf der Tatsache, dass die menschliche Nase jedes Mal, wenn wir einen Geruch wahrnehmen, diese Rezeptoren einsetzen, um das Molekül zu identifizieren, das genau diesem Geruch entspricht. Jedes Molekül besteht aus einer Kombination von Atomen aus dem Periodensystem, besitzen Substanzen, die einen Geruch haben, oft Benzolringe.
Wenn man zum Beispiel an Mandeln schnuppert, dann nimmt die Nase höchstwahrscheinlich ein Molekül namens Benzaldehyd wahr. Dieses setzt sich zusammen aus 7 Kohlenstoffatomen, 6 Wasserstoffatomen und 1 Sauerstoffatom. Die Summenformel lautet C7H6O. Doch es ist die Form des Moleküls, die den Schlüssel zu meinem Geruchscode darstellt.
(Siehe Bild, daneben sollte noch Benzaldehyd stehen)
Allerdings ist zu beachten, dass es an jedem Punkt, wo sich zwei oder mehrere Striche treffen, ein Kohlenstoffatom gibt, und es gibt auch fünf unsichtbare Wasserstoffatome- doch die Chemiker haben vereinbart, sie nicht hinzuschreiben, damit die Darstellung nicht zu unübersichtlich wird. Das Molekül von Benzaldehyd besitzt 6 Kohlenstoffatome, die in einem Sechseck angeordnet sind- dem Benzolring- dazu gibt es noch einen interessanten >Ast<, der aus dem Ring ragt und an dem das siebte Kohlenstoffatom sitzt, zusammen mit einem Sauerstoff- und einem Wasserstoffatom. Und genau dieser Ast entspricht in meinem Code einem Buchstaben: in diesem Fall dem T.
Benzaldehyd ist das einfachste aromatische Aldehyd-Molekül, eine wichtige Grundchemikalie, doch es gibt auch sehr komplizierte >Ast<- Systeme, die aus diesen Kohlenstoffringen ragen. Jedes Molekül besitzt einen Speziellen, ihm eigenen Geruch und Bau. Zum Beispiel werden fünf verschiedene Gerüche (Thymian, Vanillin, Anis, Zimt und Orange) benutzt, um die Nachricht "Why the Delay- Warum die Verspätungen" zu verschlüsseln.
Umgekehrt kann man, falls man Lust hat, seinen Namen durch eine Kombination von Gerüchen ausdrücken und auf diese Weise ein individuelles, speziell auf dich zugeschnittenes Parfüm herstellen.
Falls man Lust hat, sich näher mit Molekülen zu beschäftigen, und wissen will, wie sie riechen, gibt es ein Tool, mit dem du das kannst (leider nur auf Englisch): www.chemspider.com
Die Chemiker haben noch nicht sämtliche Gerüche hergestellt, deshalb kann es gut sein, dass man bislang einen unbekannten Duft erstellt!
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Geheimschriften
RandomWissen über diverse Codes, Chiffrierungen und Decodierungen, die ich mir über die Jahre angeeignet habe. Abgeschlossen am 6.9.2019
