Es ist der Abend vor Weihnachten.
Schneeflocken tanzen umher und hüllt alles in ein weiß-glänzendes Bett aus Schnee.
Am Fenster eines kleinen Hauses in Michigan, sitzt Sophie und beobachtet seufzend die weiße Pracht.
,,Er wird nicht kommen", ertönt die Stimme ihres älteren Burders hinter ihr.
,,Er hat es versprochen", widerspricht sie.
,,Dad sitzt mit seinem LKW Kilometer weit weg, im Schnee fest."
Mike legt seiner kleinen Schwester eine Hand auf die Schulter.
Das ihr Vater dieses Jahr nicht rechtzeitig zu Weihnachten zu Hause sein wird, wissen sie bereits seit zwei Tagen.
Seit dem sitzt Sophie die meiste Zeit am Fenster und jegliche Versuche, sie von dort weg zu bekommen scheiterten.
,,Er wird kommen", flüstert Sophie.
Mike sieht seufzend zu seiner Mum, die in der Küche Kekse backt.
Sie macht sich die größte Mühe, für ihre Kinder, trotz der Umstände ein schönes Fest zu bereiten.
Das Haus ist festlich geschmückt, der kleine Baum erstrahlt im Wohnzimmer und die bestickten Socken hängen am Karmin.
,,Wollen wir Schlittenfahren gehen? Ich ziehe dich auch den Berg hoch", versucht Mike seine Schwester auf andere Gedanken zu bringen, doch diese schüttelt einfach ihren Kopf.
,,Wir könnten im Garten auch einen Schneemann bauen oder du darfst mich mit Schneefälle abwerfen", schlägt er als nächsten Versuch vor.
,,Nein."
,,Sophie,-"
,,Er wird kommen, Mike. Ich weiß es."
Erneut blickt Mike zu seiner Mum, die ihm daraufhin zu Lächelt.
Mike überlegt, ob er seiner Schwester noch einen Vorschlag machen soll, entscheidet sich dann jedoch dagegen und setzt sich auf die Couch.
Natürlich wünscht sich Mike ebenfalls, dass sein Dad Weihnachten zuhause ist.
Doch das ist einfach unmöglich.
Er ist zu weit, um am nächsten Morgen hier zu sein.Der Abend vergeht wie im Flug, sodass es schließlich Zeit ist, ins Bett zu gehen.
Sophie und Mike sitzen in ihren Pyjamas vor dem Karmin und warten auf ihre Mum, die kurz darauf mit einem Keksteller und einem Glas Milch zu ihnen kommt.
Sie stellt beides auf einen kleinen Beistelltisch neben dem Kamin und setzt sich dann zu ihren Kindern.
Es ist eine Weihnachtstradition, am Abend vor Weihnachten, vor dem Kamin zu sitzen und einer Geschichte zu lauschen.
Eine Geschichte, die so voller Magie und Wunder ist, dass sogar Sophie für einen Augenblick vergisst, dass Weihnachten dieses Jahr anders sein wird.
,, .... Gebettet auf dem See der Träume, vergesst nie die Magie der Wünsche", beendet ihre Mum schließlich die Geschichte.
,,Und nun, ab ins Bett."
Gemeinsam mit ihrer Mum, gehen Sophie und Mike die Treppen nach oben in ihre Zimmer.
Sophie setzt sich auf ihr Bett und wartet auf ihre Mum, die wenig später zu ihr kommt.
,,Mum?"
,,Ja, mein Schatz."
,,Meinst du, es ist zu spät, um mir noch etwas von Santa Claus zu wünschen?"
,,Du kannst es versuchen."
Ihre Mum deckt sie zu und küsst sanft ihre Stirn.
,,Gute Nacht, Sophie."
,,Gute Nacht, Mum."
Sophie wartet, bis ihre Mum das Zimmer verlassen hat, dann steht sie wieder auf und stellt sich ans Fenster.
Ihr Blick in den Himmel gerichtet.
,,Ich weiß, es ist zu spät für Wünsche, aber bitte, lass meinen Daddy an Weihnachten zu Hause sein. Du darfst meine Geschenke auch behalten. Ich wünsche mir nur, dass Daddy nach Hause kommt."
Sophie ist sich nicht sicher, ob Santa Claus sie gehört hat, aber sie musste es einfach versuchen.
Einen Moment bleibt sie noch am Fenster stehen und schaut nach draußen.
Als ihr jedoch langsam die Augen zu fallen, schleicht sie zurück in ihr Bett und schläft alsbald ein.Der Geruch von warmen Kürbisbrot und Kakao kitzeln am nächsten Morgen in Spohies Nase und holt sie somit sanft aus dem Schlaf.
Verschlafen setzt sie sich auf und reibt sich die Augen.
Als ihr bewusst wird, dass Weihnachtsmorgen ist, springt sie aus ihrem Bett und läuft fröhlich die Treppen nach unten.
Doch anders als erhofft, wird sie nur von ihrer Mum und Mike begrüßt.
Sophie sieht zu Uhr über der Wohnzimmertür.
Vielleicht braucht Santa etwas mehr Zeit. Ihr Dad ist schließlich kein Päckchen.
,,Wollen wir Geschenke auspacken?", schlägt Mike vor und deutet auf die zahlreichen, bunt verpackten Geschenke unter dem Baum.
,,Erst wenn Dad hier ist."
,,Sophie,-"
,,Er wird kommen Mum. Ich hab es mir doch gewünscht."
Ihre Mum lächelt ihr sanft zu.
,,Okay, dann lasst uns erst Frühstücken", schlägt sie ihren Kindern.
,,Na gut", gibt Mike sich geschlagen und trottet in die Küche.
Aus dem Radio ist Weihnachtsmusik zu höre und der Tisch ist reichlich gedeckt.
Die drei setzen sich und Frühstücken in aller Ruhe.
Während Mike angeregt erzählt, was er sich alles gewünscht hat, sieht Sophie immer wieder Richtung Haustür.
,,Jetzt können wir aber Geschenke auspacken, oder?", möchte Mike nach gut zwei Stunden wissen.
,,Er kommt bestimmt jeden Augenblick."
,,Sophie, Dad hat sicher nichts dagegen, wenn wir schonmal anfangen."
Seufzend nickt Sophie und geht traurig ins Wohnzimmer.
Sie setzt sich, zusammen mit ihrer Mum und ihrem Bruder vor den Baum, doch wirklich Lust etwas auszupacken, hat sie nicht.
,,Weshalb die langen Gesichter? Es ist Weihnachten", ertönt plötzlich eine tiefe, raue Stimme.
Augenblicklich stoppt jeder in seiner Bewegung und sieht zur Tür.
,,Daddy!"
Sophie springt auf und rennt ihrem Dad in die Arme.
Bei der Musik und dem ganzen knistern und klappern, der Geschenke, hat niemand mitbekommen, wie die Haustür aufgeht.
,,Ich hab gewusst, dass du Weihnachten hier bist", murmelt Sophie glücklich, während ihr Dad sie ihm Arm hält.
Mike, steht auf, kickt das Papier zur Seite und fällt seinem Dad ebenfalls in die Arme.
Er hatte mit allem gerechnet, aber nicht damit.
,,Wie ist das möglich?"
,,Die Magie der Wünsche, Mum."
Man sollte sie nie unterschätzen.
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Produktive Langeweile
RandomEs gibt Momente, da schwirren einem Ideen im Kopf rum. Bevor Sie jedoch verloren gehen, schreibt man sie lieber auf. Viel Spaß, mit allem, was mir hier und da mal so einfällt.