K A I
„Nein, Kai so war das nicht gemeint", versucht sie es nochmal. „Lass es gut sein. Passt alles", gebe ich ziemlich zickig von mir. Was denkt sie den jetzt? Sie ist bockig und sagt mir wie oft ich ihr eigentlich auf die Nerven gegangen bin aber sie nichts gesagt hat. „Nein, das ist es nicht! Ich kenn dich gut genug", fängt sie wieder an. „Ich habe ehrlich kein Bock auf diese Scheiße! Ich habe dich doch eh nur belastet mit meinen Problemen!", gehe ich sie direkt an. Langsam merke ich wie sich in meinem inneren alles erhitzt und kribbelt. Nein! Bitte nicht, ich habe diesen scheiß doch hinter mir. Wieso macht mich das so fertig. Ich versuche alles um es so weit wie möglich nach hinten herauszuzögern indem ich versuche so ruhig wie möglich zu Atmen. „Alles gut?", fragt Toni ziemlich angespannt. Nein, nichts ist gut. Die Person, die immer da war, wenn irgendwas ist weg zu stoßen. Das ist alles andere als gut. „Jaja", versuche ich meine Gedanken zu verdrängen. „Wenn du das zu mir sagt muss ich dir glauben. Wirf mit im Nachhinein aber nicht vor das ich es nicht versucht habe", damit geht sie aus dem Zimmer und sofort wird mein Atmen weniger. So sehr ich dagegen kämpfe, so sehr ich es versuche ich kann nichts dagegen machen. Über meinen gesamten Körper breitet sich ein leichtes Zittern aus. Zu lange habe ich das nicht mehr gehabt. „Liegt hier mein Handy?", kommt Toni rein. Als sie mich erblickt, rennt sie allerdings auf mich zu. „Was ist los?", fragt sie, während sie durch meine Haare fährt. Ich genieße diese Berührung. Das Zittern, welches meinen Körper beherrscht nimmt langsam aber sich ab. Sanft lege ich meine Stirn auf ihre Schulter, da sie mir gegenübersitzt. Ihre eine Hand platziert sie an meinem Hinterkopf und die andere auf meinem Rücken. Als ich dachte das Zittern ist wieder fast weg fängt es wieder an stärker zu werden. Was ist denn jetzt los? Ich dachte dieser Scheiß ist vorbei. Wozu nehme ich den jeden Tag diese scheiß Tabletten mit lauter Nebenwirkungen, wie Müdigkeit, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen. „Brauchst du was?", flüstert Toni in mein Ohr. Ich schüttele den Kopf da ich gerade eigentlich nur sie brauche. Ich wusste nicht, dass ich so kitschig sein kann, das ist ja fast ekelhaft. „Okay", antwortet sie und krault meinen Hinterkopf. Aber irgendwie finde ich das auch süß. Wir reden noch etwas über das vorhin und entscheiden uns dazu die Sache einfach zu vergessen, denn es war wirklich unnötig. Vor allem wie es danach "ausgeartet" ist und wir deswegen sauer aufeinander waren.
Mittlerweile sitze ich neben Timo im Auto und wir fahren zum Training. „Wieder alles gut bei euch?", erkundigt sich ihr Bruder. „Ja", antworte ich wahrheitsgemäß. Glücklicherweise haben wir uns vorhin noch ausgesprochen, sonst hätte ich mich nicht aus Training konzentrieren können. „Was war eigentlich genau los?", fragt er weiter. „Nicht so wichtig", erwidere ich. „Sag halt", frägt er weiter nach. "Passt schon", meinte ich erneut. "Sag", macht er weiter. Mir ist eh klar, dass er nicht lockerlässt, deshalb erzähle ich ihm kurz was passiert ist, ausgenommen die Panikattacke. "Ihr seid beide aber auch zicken", beendet er das Gespräch.
Wir sind aktuell schon unter der Dusche. Mittlerweile habe ich keine Probleme mehr damit vor versammelter Mannschaft zu duschen. Die Narben an meinen Armen sind so gut wie weg, genau wie die an meinem Hintern. Mein Körper lässt sich auch wieder sehen, zwar habe ich noch nicht allzu viele Muskeln und auch noch regelmäßig Muskelkater, aber das ist okay. Klar wiege ich auch nicht allzu viel aber lange nicht so schlimm wie vor ein paar Monaten noch. Ich darf endlich wieder am Platz stehen und das ist das Wichtigste. Der Trainer nimmt zwar Rücksicht auf mich und lässt mich aktuell nur die nicht allzu anstrengenden Sachen mitmachen, aber das ist alles okay für mich. Mir wurde auch klar gesagt, dass ich diese Saison wahrscheinlich nicht mehr am Feld stehen werde, aber damit kann ich auch leben. Klar die Saison läuft noch nicht allzu lang, aber ich bin froh überhaupt wieder Trainieren zu dürfen. Auch wenn ich nur an leichten und nicht allzu anstrengenden Übungen mitmachen darf. Das ist allerdings vollkommen fein für mich. Außerdem muss ich nur noch einmal im Monat zu Timothy. Das ist auch eine Wahnsinnige Erleichterung für mich.
Bei den beiden daheim wartet Toni bereits auf mich. Sie wollte nochmal mit mir reden wegen vorhin. Ich würde das ganze am liebsten einfach Todschweigen, aber sie ist der Überzeugung das klären zu müssen. "Es tut mir leid, dass ich vorhin so über reagiert habe", betrete ich schließlich ihr Zimmer. In meinen Augen haben wir das vorhin zwar schon geklärt, sie sieht das allerdings anders. Ich hoffe das mit diesem Satz das Gespräch schon wieder vorbei ist. Am liebsten würde ich mich jetzt hinlegen und nichts machen. Diese Panikattacke hat mir zu viel Kraft gekostet und jetzt noch das Training. "Dir muss nichts leidtuen. Ich habe das vorhin blöd formuliert und dann war ich sauer und hab nicht gemerkt wie unsensibel und scheiße das eigentlich war, was ich gesagt habe.", fängt sie an. "Ist schon okay", antworte ich nur kurz. "Sicher?", harkt sich nochmals nach. Ich nicke und lasse mich dann ins Bett fallen. Mein Körper ist nur müde von dem heutigen Tag. "Film?", fragt sie, als sie mich hier so liegen sieht. Ich nicke und schließe für einen kurzen Moment meine Augen.
Hallo, hier ist das zweite Kapitel der neuen Geschichte bzw. der Fortsetzung. Das Kapitel ist leider etwas kurz geworden, aber ich wollte ab diesem Moment die Sicht tauschen und das mache ich nicht gerne unter dem Kapitel.
Ich versuche auf jeden Fall die nächsten noch etwas in die Länge zu ziehen 😉In diesem Sinne, Frohes neues Jahr 🎆
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one step forward and three steps back
FanfictionHier ist eine Fortsetzung zu meinem Buch „big problems". Aktuell steht noch nicht fest wie weit ich schreiben werde, aber es wird vom umfang ungefähr wie das andere. Die Kapitel werden jeden Sonntag abend um 20 Uhr online kommen. Vorab: Panikattacke...