T O N I
Er fast sich mit der Hand an die Brust. Das heißt nichts Gutes. Das macht er manchmal vor einer Panikattacke. Ich muss irgendwas machen, dass er keine bekommt. Aber was? Ruhig auf ihn einreden bringt auch nichts, das stresst ihn nur noch mehr. Über Mason brauch ich auch nichts erzählen, das macht ihn noch wütender und bewirkt eher das Gegenteil. Bevor ich mir überlegt habe, wie ich ihn beruhige nimmt er seine Hand wieder weg und atmet erleichtert aus. "Alles gut?", frage ich nach. "Ja", flüstert er erleichtert. Er hats geschafft sie zu verhindern. Ich setzte mich neben ihn aufs Bett. "Lass dich doch nicht so Provozieren von ihm", erkläre ich ihm. "Das sagt sich leicht", antwortet er genervt. "Kai", mehr brauch ich gar nicht sagen und er weiß was ich mein. Unschuldig zieht er den Kopf ein. Ich werfe einen kurzen Blick auf mein Handy, um zu sehen, von wem die unzähligen Nachrichten kommen und ob es wichtig ist, als ich allerdings den Absender sehen lege ich es direkt wieder bei Seite. "Mason?", fragt Kai unsicher. Lässt er sich jetzt von ihm so verunsichern. Ich hoffe einfach mal nicht. Das würde ihn weiter zurückversetzten als das vorhin bei Timothy und die Panikattacken. Ich nicke nur. Dann widme ich mich Kai, in dessen Augen wieder so viel Unsicherheit zu sehen ist. "Seine Augen sind wie ein offenes Buch", flüsterst du zu dir selbst. Kai hat es allerdings verstanden. Okay irgendwie war das klar, dass er es versteht, weil flüstern war noch nie meine Stärke. Schüchtern und beschämt dreht er seinen Kopf weg. "Hey, so war das nicht gemeint", damit drehe ich seinen Kopf wieder zu mir. "In deinen Augen erkennt man immer sofort, was du dir denkst und wie du dich fühlst", erkläre ich ihm leise. Er grummelt nur kurz und dreht sich dann aber wieder weg. "Kai, lass dich von ihm nicht provozieren. Er weiß genau das du dich darüber aufregst", flüstere ich ihm zu und lege meine Hand auf seinen Oberschenkel. "Das sagst du so leicht", antwortet er mindestens genauso leise. Ein letztes Mal drehe ich seinen Kopf noch zu mir und erkenne die Tränen in seinen Augen. "Mir fällt es so verdammt schwer Menschen zu vertrauen", flüstert er mir zu und legt seinen Kopf in meine Halsbeuge. Ich lege meine Arme um ihn und streiche seinen Hinterkopf. "Das ist okay. Ich versteh dich", beruhige ich ihn. Mir ist klar, dass er mir nicht so ganz vertraut, aber damit komm ich klar. Ich weiß, wie schwer er sich tut. Es hat mich eh gewundert das er sich auf mich eingelassen hat.
Wir sitzen eine Weile so da. Kai hat sich wieder etwas gefasst, da bekomme ich den nächsten Anruf von Mason. "Why do you call me so often?", motze ich ihn an. Ich schalte darauf den Lautsprecher ein und lege mein Handy aufs Bett. "Please can we talk. I need your help", redet er weiter. "Tell me why?", frage ich erneut. "I can't do this on phone. Can I please come over?", fragt er. "No, I told you, today I have other things to do". Aus dem nichts packt Kai mein Handy und wirft es gegen die Wand. "Was soll das?", schreie ich ihn sofort an. Vielleicht ist mein Handy noch ganz, vielleicht auch nicht, vielleicht hört Mason uns auch, aber das ist mir gerade so egal. "I-ich i-", fängt Kai an zu stottern. "Wieso zur höhle hast du mein Handy gegen die Wand geworfen?", schreie ich ihn an, so wie noch nie in meinem Leben. Mir wird es erst bewusst als ich seinen Blick sehe. Er hat Angst vor mir. Das wollte ich nicht. Ich wollte ihm keine Angst machen, aber er hat auch scheiße gebaut. Er hat Schweißtropfen auf der Stirn und langt sich erneut an die Brust "G-glaub mir. I-ich w-woll-te da-das ni-icht", er bringt nicht ein Wort vernünftig raus. Ich weiß ganz genau was jetzt gleich passiert und ich weiß auch das ich dafür verantwortlich bin. Sofort fühle ich mich schlecht. Aber er macht mich echt wütend. Ich wollte gerade etwas sagen, als sich die Tür öffnet. "Lebt ihr noch?", fragt Timo leicht schockiert. "Ja", antworte ich genervt. "Was ist hier los?", fragt er weiter und deutet auf mein Handy. "Das war Kai, weil er sauer auf Mason ist", erkläre ich ihm sarkastisch. Das war nicht so schlau von mir. Kai steht darauf auf und rennt ins Bad. Fuck! Ich habe ihn so weit gebracht. Ich bin schuld an der scheiße. "Toni", fängt Timo an wird aber sofort von mir unterbrochen. "Ich weiß das ich schuld bin, aber ich konnte nicht mehr. Ich musste ihn anschreien. Ich hätte ihn gerne schon so oft angeschrien aber konnte mich immer zusammenreisen. Heute wars dann allerdings zu viel.". "Hast du Kleingeld?", unterbricht Timo mich dann. Mir ist bewusst, was er plant, und sofort suche ich in meinem Zimmer Kleingeld. Dann sehe ich Kais Geldbeutel und gebe ihm 10 Cent. Als ich den Geldbeutel geöffnet habe, ist ein Zettel rausgefallen, welchen ich aufhebe. Es ist eine Rechnung von Chanel? Wann hat Kai sich da was gekauft? Ich lese weiter und sehe das er eine Tasche gekauft hat. Wieso aber legt er diesen Zettel in seinen Geldbeutel? Das ist doch normal immer in so Kartons?
Bis ich meine Gedanken beende hat Timo bereits die Tür aufgemacht. Kai sitzt am Boden neben dem Klo, zittert, atmet panisch und hat sich erst übergeben. Fuck! Fuck! Ich bin daran schuld. Sofort setzte ich mich neben ihn und versuche das er runterkommt. Timo weiße ich an eine Decke, ein Tee, eine Wärmflasche und seine Tabletten zu holen.
Als mein Bruder mit den genannten Sachen zurück kommt sitzt Kai noch unverändert da. Ich lege die Decke sanft über seine Schultern. Mir ist bewusst das er nicht vor Kälte zittert, aber es hilft ihm etwas. Dann gebe ich ihm den Tee und eine Tablette, welche er sofort nimmt. Er lehnt sich an die Wand neben dem Klo und langt sich an die Brust. Ich sitze einfach nur da und warte bis er etwas Ruhiger wird. Dieser ganze Scheiß wegen Mason.
Kai tut mir ja schon bisschen leid, aber Drama find ich auch schön 😁
Mal wieder ein neues Kapitel. Ich bin grad im flow 😂
Vielleicht schaff ich es ja jetzt wieder regelmäßig zu posten, je nach dem wie die Schule es zulässt.
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one step forward and three steps back
FanfictionHier ist eine Fortsetzung zu meinem Buch „big problems". Aktuell steht noch nicht fest wie weit ich schreiben werde, aber es wird vom umfang ungefähr wie das andere. Die Kapitel werden jeden Sonntag abend um 20 Uhr online kommen. Vorab: Panikattacke...