K A I
Als ich in den Bus einsteige, sehe ich sofort ein mir zu bekanntes Gesicht. Leon. Wie hoch war die Wahrscheinlichkeit das ich genau in dem Bus sitzt, in dem er auch ist. "Hallo", begrüßt er mich. Ich ignoriere ihn und gehe an ihm vorbei. Toni ist direkt hinter mir und ich weiß, was er für einen Blick von ihr bekommt, ohne sie zu sehen. Ich setzte mich auf einen der Freien Plätze im hinteren Teil des Busses. Toni hockt sich neben mich. "Alles gut?", fragt sie direkt. Sie flüstert, so dass ich sie schon kaum verstehe. Ich nicke und sie legt ihre Hand auf meinen Oberschenkel. Vermutlich denkt sie es beruhigt mich, aber das ist gerade eher unpassend. Wenn sie sowas in der Öffentlichkeit macht, setzt es mich noch mehr unter Druck. Immer diese Angst zu haben mich oder besser gesagt uns sieht jemand. Unsanft schiebe ich ihre Hand weg, worauf ich einen verwirrten Blick bekomme. Das ist mir gerade aber egal.
"Was war das?", fragt sie direkt, als wir das Haus betreten. "Du weißt das ich es nicht mag, also in der Öffentlichkeit", erkläre ich ihr unsicher. Ich will kein Streit mit ihr, nicht jetzt. "Aber das war doch nicht so schlimm?", versucht sie sich das schlechte Gewissen auszureden. "Es ist alles gut, aber du weißt das ich das nicht gerne mag", versuche auch ich ihr das schlechte Gewissen auszureden. Sie kommt auf mich zu und drückt mir einen kurzen Kuss auf die Lippen. "Alles gut", flüstert sie noch bevor sie mich hier im Wohnzimmer stehen lässt. Ich setzte mich dann auf die Couch und schaue kurz auf mein Handy. Dann starte ich den Fernseher und schaue mir das Spiel von Leverkusen an. DFB-Pokal.
"Was schaust du?", kommt meine Freundin nach etwa 1er Stunde zurück. Sie hat nasse Haare und sich umgezogen. "DFB-Pokal, Leverkusen gegen Saarbrücken", antworte ich ihr. Sie setzt sich neben mich und legt ihre Beine über meinen Schoß. "Wollten deine Eltern nicht eigentlich vorbeikommen?", sonst herrscht hier so eine komische Stimmung. "Eigentlich schon, aber Papa hat Termine, wegen einem neuen Kunden und die wollten oder konnten sie nicht verschieben. Sie meinten aber dass sie in 3 Wochen kommen", erkläre ich ihr. Klar macht mich das etwas traurig, aber ich verstehe das auch. Ich meine ich habe auch Termine, die ich nicht verschieben kann. "Was machen deine Eltern überhaupt?", fragt sie interessiert. "Sie haben eine eigene Unternehmensberatung". "Eine eigene Unternehmensberatung?", will sie weiterwissen. "Ja, aber nicht zu groß. So 50 Mitarbeiter", erkläre ich ihr. "50 Mitarbeiter?", fragt sie geschockt. "Ja, sind nicht so viele", antworte ich ihr fragen. Naja, klein jetzt nicht aber geht deutlich größer.
Timo kommt gerade vom Training heim, als ich und Toni das Programm zu einem Spiel aus Spanien wechseln. Toni steht auf und begrüßt ihren Bruder, ich schreie nur von der Couch. "Wie wars?", frage ich, als er das Wohnzimmer betritt. "Gut. Sei froh, dass du nicht da warst wir mussten Ausdauerlauf machen.", erklärt Timo. "Hätte ich wahrscheinlich eh nicht mitmachen dürfen", flüstere ich. "Bestimmt. Zumindest am Anfang", versucht Timo mich aufzumuntern. Ich schüttle den Kopf. "Sowie ich die letzten male 5 Runden zum Aufwärmen gelaufen bin und ihr 15 oder?", antworte ich bedrückt. Klar bin ich froh wieder am Platz stehen zu dürfen, aber mich nervt es auch den anderen dann immer beim Trainieren zuschauen zu müssen und ich darf nur die Passübungen und sowas mitmachen. Ich kann nicht mal beim Trainieren der Taktik mitmachen, da ich sowieso nicht spiele. "Lass den Kopf nicht hängen, dass wir wieder", beendet Timo das Gespräch und verlässt den Raum. „Irgendwann" flüstere ich eher zu mir selbst. Ich entscheide mich zu Toni hochzugehen oder herauszufinden, wo sie hin ist.
Als ich die Türe öffne, höre ich wie sie sagt "No, we can't meet now. I have other things to do. I meet with someone, and I cannot cancel". Mit wem telefoniert sie? "No, please talk to your friends or call my brother", Schlage sie vor. Als sie mich bemerkt, gibt sie mir ein Zeichen leise zu sein. Wer ist das? "Okay, maybe tomorrow. See you", verabschiedet sie sich. "Wer war das?", ist die erste Frage, noch bevor sie etwas sagen konnte. "Mason, er will sich mit mir treffen, weil er, wenn zum Reden braucht", gibt sie genervt von sich. In mir kocht die Wut! Was will er von ihr? "Triffst du dich morgen mit ihm?", frage ich neugierig. "Weiß ich noch nicht". "Hat er gesagt, was er hat?", frage ich weiter nach. Es macht mich echt sauer. "Keine Ahnung ist mir aber auch eigentlich egal.", erklärt sie mir. Sie meinte mal das sie jedem Menschen helfen muss, der irgendwas hat oder braucht? Wieso will sie dann Mason nicht helfen? Vielleicht hat sie mit mir genug zu tun? Sofort fühle ich mich schlecht, weil ich sie so für mich beanspruche. "Du kannst dich auch heute mit ihm treffen. Ich will dich nicht für mich beanspruchen", das klingt wahrscheinlich eingeschnappter als es sollte. "Ich habe einfach keine Lust. Er soll sich jemand anderen Suchen, mit dem er über seine Probleme sprechen kann.", erklärt sie mir. Wieso dachte ich für einen kurzen Moment, das sie wegen mir nicht geht? Tonis Handy klingelt wieder, weshalb sie abnimmt. "Why do you call?", fängt sie sofort genervt an. Mason. "No, I told you 10 Times I don't have time today", motzt sie ihn an. "Tell me whats your problem", geht sie ihn recht agressiv an. Als sie nichts mehr sagt und verwirrt auf ihren Display schaut gehe ich davon aus sie hat keine Antwort bekommen. "Was will er den ausgerechnet von mir?", stöhnt sie genervt. "Ihr habt euch doch gut verstanden am Teamtreffen", antworte ich mittlerweile etwas genervt. Ich bin nicht genervt von ihr, sondern Mason. Nach heute sollte er doch begriffen haben das wir zusammen sind. "Chill mal wieder.", geht sie mich direkt an. Ich kann jetzt echt kein Streit gebrauchen. Erst recht nicht, nachdem ich sofort so sensibel reagiere, aktuell. "Er nervt mich nur, schon seit diesem Abend. Das weißt du", versuche ich das Ganze zu retten. "Ja, aber du brauchst auch nicht an mir auslassen", motz sie mich an. "Sorry", nuschle ich nur. Ich sitze da und starre den Boden an bis...
Das Ende lasse ich jetzt mal so stehen. Im nächsten Kapitel erfahrt ihr in welche Richtung dieser Schritt geht und wieso 😉
Aber jetzt ist da noch Mason. Welcher Kai unendlich viele nerven kostet. Will dieser was von Toni oder hat er wirklich ein Problem? Vielleicht kann es ja einer erraten? 🫣
Hoffe es hat euch gefallen
- L
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one step forward and three steps back
FanfictionHier ist eine Fortsetzung zu meinem Buch „big problems". Aktuell steht noch nicht fest wie weit ich schreiben werde, aber es wird vom umfang ungefähr wie das andere. Die Kapitel werden jeden Sonntag abend um 20 Uhr online kommen. Vorab: Panikattacke...