Das mit dem Geben.

2.2K 86 51
                                        


"Komm endlich, Jisung!", rief Felix nach mir. Ich hatte mir schon mal meine Schlafsachen aus meiner Tasche rausgesucht, die würde ich nach dem Baden gleich anziehen. Ich watschelte ins Badezimmer und staunte über die riesige Schaumwolke in der Wanne. Was auch immer Felix ins Wasser geschüttet hatte, ich brauchte es auch! Ich legte meine sauberen Klamotten für später auf den geschlossenen Deckel der Toilette, meine getragenen Sachen warf ich einfach hinter die Badezimmertür. Würde schon passen. Komisch, dass es mich vor Felix überhaupt nicht störte, mich auszuziehen - und umso besser! Vorsichtig hielt ich einen Fuß ins Wasser und vergewisserte mich so, dass ich gleich nicht bei lebendigem Leib gekocht wurde. Ich zog meinen zweiten Fuß nach und setzte mich langsam auf den Boden der Wanne. Baden war einfach eins der tollsten Dinge! Felix und ich brauchten zwar einen Moment, bis wir unsere Beine sortiert bekamen, aber dann stießen wir beide entspannt ein tiefes Seufzen aus. Während wir im Wasser einweichten, machte Chan noch den Abwasch. Eigentlich war das Felix' Aufgabe, aber dank meiner Anwesenheit, übernahm sein Daddy es heute. Ich schob mit meiner Hand immer wieder einen Schwall Wasser zu meiner Schulter, von wo aus es meinen Arm wieder hinablief. Gefühlt wiederholte ich das hundertmal, es fühlte sich schön an und beruhigte mich irgendwie zugleich. Die Badezimmertür ging leise auf und Chan kam herein. "Wer möchte zuerst?", fragte er und kniete sich vor die Wanne. Felix nahm sich zurück und wollte mir den Vortritt überlassen, da sagte ich aber schon: "Felix zuerst!". Sofort drehte sich der Jüngste mit dem Rücken zu Chan.


Langsam und bedacht darauf, Felix kein Wasser ins Gesicht zu spritzen, hielt Chan den Duschkopf über die blonden Haare, die nach und nach in sich zusammenfielen. "Jisung, gibst du mir bitte mal das Shampoo?", bat Chan mich und zeigte auf die rote Flasche neben mir. Ich griff danach und streckte sie dem Dunkelhaarigen entgegen. Dankend nahm er sie an und ließ eine kleine Menge des Gels in seine Handfläche laufen. Gleichmäßig verteilte er es in Felix' Haaren und massierte seine Kopfhaut. Der Sonnenschein wurde ganz ruhig und schloss seine Augen. Es sah verdammt entspannend aus und in mir wuchs die Vorfreude. Mein Blick zog über Felix' dichte Wimpern, die sich sanft aufeinander legten. Er nahm einen tiefen Atemzug, bei dem sich seine Schultern hoben und wieder senkten. Immer mehr Schaum entstand zwischen den nassen Strähnen und fast wäre ihm etwas die Schläfe hinuntergelaufen. Chans kräftige Hand wischte behutsam einmal darüber und verhinderte das fast geschehene kleine Missgeschick. Und während seine Finger wieder über den blonden Schopf wanderten, sah Chan so zufrieden vor sich. Diese ruhige, friedliche und irgendwie heilsame Situation machte mich einfach auch glücklich. "Gibst du mir bitte das Duschgel da?", flüsterte der Ältere mir zu und ich drehte mich so leise wie möglich nochmal um. Ich wollte die Stimmung nicht zerstören. Aus der Flasche tropfte eine größere Menge des milchigen Gels in seine Handfläche, das Chan dann an den Schulterblättern beginnend auf Felix' Haut verteilte. Rücken, Arme, Brust. Er seifte den Oberkörper seines Subs so gewissenhaft ein, ich war wie hypnotisiert.


"Fertig.", sagte Chan und der Blondschopf hob die Augenlider. Er sah fast schon etwas müde aus. Der Schaum war von ihm abgewaschen und er setzte sich wieder mir zugewandt hin. Chan streckte sich einmal ausgiebig, wobei eine kleine Menge Wasser von seiner rechten Hand zu seinem Ellenbogen floss und seinen Pullover dunkler färbte. "Jetzt bist du dran.", lächelte er mich an und ich sagte schuldbewusst: "Aber das ist doch anstrengend für dich.". "Für euch ist mir nichts zu anstrengend.", entgegnete er mir und kniete sich erneut vor den Rand der Badewanne. Zögerlich drehte ich ihm meinen Rücken zu. Sein Arm wich links an mir vorbei, um den Duschkopf anzustellen. Er ließ das Wasser erstmal über meinen Arm laufen und fragte, ob die Temperatur für mich in Ordnung sei. Nachdem ich nickte, ließ er das Wasser über meinen Kopf laufen. Seine Handkante legte sich schützend an meinen Haaransatz und verhinderte, dass mir das warme Wasser ins Gesicht lief. Felix stellte das Wasser aus und Chan ließ den Duschkopf neben mir los, sodass dieser langsam auf den Wannenboden sank. Der Deckel der Shampooflasche knarzte einmal kurz, dann klackte es hinter mir. Felix nahm die Flasche vom Wannenrand und stellte sie neben sich ab, damit sie nicht auf den Boden fallen konnte. Zwei starke Hände strichen einmal von vorn nach hinten über meine nassen Haare und verteilten schon einmal grob das Shampoo. Dann wurde es mit den Fingern in kreisenden Bewegungen einmassiert. Es tat so gut, ich atmete tief ein, hielt meinen Atem an und stieß ihn wohlig stöhnend aus.

"Be a good boy." - Teil 3 || MinsungWo Geschichten leben. Entdecke jetzt