Es vergingen circa zehn Minuten in denen ich einfach nur auf dem Beifahrersitz saß, meine Augen geschlossen und versuchte meinen Herzschlag wieder auf ein normales Level zu bekommen. Ich hoffte dass das hier alles nur ein Traum war.
Max sprach kein Wort mit mir und fuhr, wenn auch mit erhöhten Tempo, weiter auf der Autobahn entlang.
Vorsichtig richtete ich meinen Blick auf ihn. Sein Kiefer war angespannt, die Hände so fest um das Lenkrad gepresst das seine Knöchel bereits weis wurden und sein Blick starr auf die Straße gerichtet.
"Max?" Versuchte ich es vorsichtig. "Jetzt nicht" war seine Knappe Antwort. Er schaute nicht einmal zu mir. "Aber.." versuchte ich es erneut doch er unterbrach mich sofort. "Ich habe gesagt jetzt nicht. Ich muss nachdenken." Sein Ton war harsch und laut, weswegen ich leicht zusammen zuckte. Max schien es bemerkt zu haben denn er schenkte mir einen kurzen Blick. "Tut mir leid, ich wollte dich nicht erschrecken" entschuldigte er sich und wendete seinen Blick wieder nach vorn. "Max, bitte sag mir wer diese Männer waren, und was sie von dir wollten." Er runzelte die Stirn, und räusperte sich kurz bevor er weiter sprach. "Es ist kompliziert" das war alles was er zu sagen hatte? Ich wollte mehr wissen. "Ich habe Zeit" entgegnete ich und sah ihn abwartend an. "Sky, es ist nicht gut wenn du zuviel weisst okay?" Verwirrt runzelte ich die Stirn. "Hör zu, da haben irgendwelche kranken Typen versucht dich zu erschießen, ebenso wie mich. Ich denke ich habe ein Recht darauf zu erfahren was hier vor sich geht" In meiner Stimme klang ein Hauch von Wut. "Ich habe etwas, was sie wollen" er sprach wirklich in Rätseln aus denen ich nicht schlau wurde. "Und das wäre?" fragte ich weiter, in der Hoffnung eine Antwort zu bekommen die das ganze hier erklärte. "Geld" ich habe das Gefühl ihm alles aus der Nase ziehen zu müssen. "Hast du Schulden?" Er schmunzelte über meine Frage und sprach weiter. "Nicht direkt" ich verstand wirklich nur Bahnhof, konnte er nicht einmal eine Vernünftige Antwort geben. "Max jetzt sag mir endlich was du damit meinst" Er seufzte, fuhr sich einmal mit der Hand durch sein dunkles Haar und gab mir dann die Antwort auf die ich wartete. Doch im nachhinein wünschte ich mir, ich hätte nicht gefragt. "Hör zu Sky. Manchmal tut man im Leben Dinge auf die man nicht Stolz ist. Vor ein paar Jahren, in einer komplizierten Zeit meines Lebens, lernte ich diese Typen kennen. George, der Anführer dieser Gruppe, hat mich in Sachen und Geschäfte hinein gezogen, die nicht ganz legal waren. Ich habe lange Zeit mitgemacht, doch vor ein paar Wochen, nachdem etwas passiert ist, womit ich nicht einverstanden war, habe ich mich von ihnen abgewandt. Wir bekamen den Auftrag eine Bank auszurauben, keine große Sache, da wir es nicht zum ersten mal taten. Es war alles genaustens geplant. Am Anfang lief auch alles nach Plan, wir gingen in die Bank, und befahlen einem Mitarbeiter das Geld einzupacken. Doch dann sträubte sich dieser Mitarbeiter gegen unsere Anweisungen. Und John, der bei dem Überfall dabei war, und die rechte Hand von George ist , hat ihn einfach eiskalt erschossen. Ohne mit der Wimper zu zucken. Das konnte ich nicht, ich bin vielleicht kein Unschuldslamm, aber ein Mörder bin ich nicht. Nachdem wir die Bank verlassen hatten, schnappte ich mir die Beute und lief davon. Ich habe sie versteckt, und jetzt suchen Sie mich. Sie wollen Ihr Geld, und sie wollen mich tot sehen." Ich konnte nicht glauben was er mir da erzählte, ich war sprachlos, geschockt von seinen Worten. "Du, Du bist kriminell? Du bist ein Bankräuber." hauchte ich mit zögerlicher Stimme. "Sky, ich bin kein schlechter Mensch okay? Ich..." Ich unterbrach ihn. Meine Stimme klang laut und fest, Keine Ahnung wie ich das in diesem Moment geschafft hatte. "Nein...Stop ich will es nicht hören. Du bist ein Straftäter Max. Ich, ich muss hier raus." Ich sah mich um, wenn ich nicht sicher wäre das ich bei diesem Versuch sterben würde, wäre ich jetzt sofort aus diesem Auto gesprungen. Doch leider befanden wir uns noch immer mitten auf der Autobahn. "Sky, bitte hör mir zu" setzte er erneut an, doch ich unterbrach ihn wieder. "Nein ich will nichts hören. Lass mich einfach hier raus okay?" Ich funkelte ihn wütend an und er seufzte. "Ich kann dich nicht gehen lassen" bei diesen Worten lief mir ein Schauer über den Rücken. Wollte er mich jetzt entführen? "Was meinst du damit das du mich nicht gehen lassen kannst?" Er schaute kurz zu mir und ich erkannte die Verzweiflung in seinen Augen. "Sie haben dich gesehen. Sie werden dich finden und dich gegen mich verwenden." Meine Augen weiteten sich. Das konnte doch nicht sein Ernst sein. "Aber, ich habe damit doch garnichts zutun" meine Stimme zitterte. Ich hatte einfach nur Angst. Riesige Angst. "Sie werden denken das du mit mir unter einer Decke steckst. Sky es tut mir leid okay? Ich wollte dich da nicht mit reinziehen. Mein Plan war einfach nur hilfsbereit zu sein und einem verlorenen Mädchen zu helfen." Ich schüttelte den Kopf. "Ich war nicht verloren" gab ich bissig zurück und auf seinem Gesicht zeigte sich schon wieder dieses dämliche Grinsen was er auch auf dem Parkplatz als wir uns traffen gezeigt hatte. "Natürlich warst du das nicht" er zwinkerte mir zu, weswegen ich schnaufte, meine Arme vor der Brust verschränkte und beleidigt aus dem Fenster sah. Er konnte mich mal.
Erst als ich nach einiger Zeit meinen Blick durch den Wagen gleiten lies, fiel mir wieder ein das dies ja garnicht das selbe Auto war wie vorher. "Wem gehört dieses Auto?" fragte ich nach und Max zuckte mit dem Schultern. "Keine Ahnung. Auf jeden Fall einem den es jetzt nicht mehr gehört" ich hatte das Gefühl er fand das hier alles noch witzig. "Du meinst, du hast das geklaut? Wieso?" fragte ich ungläubig. "Naja ich hatte die Wahl zwischen sterben oder diesem Auto. Da fiel mir die Entscheidung nicht schwer" Ich schüttelte den Kopf. Ich konnte nicht glauben was hier gerade passierte. Wo bin ich da reingeraten? Ich hätte doch auf meine Mutter hören sollen und zuhause bleiben sollen. Ich hoffte einfach nur dass das hier alles ein gutes Ende nahm, das er mich absetzte, ich nach New York komme und Max nie wieder sehen musste.
Doch zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht das der Vorfall auf dem Rastplatz erst der Anfang gewesen war.
***
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Eure NutellaIgel
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RUN - Dangerous Love
AdventureDie 17 Jährige Sky James hat die Nase voll. In ihrer kleinen Stadt ist nie etwas los, und ihre Mutter macht ihr ständig Vorschriften die sie in den Wahnsinn treiben. Sie beschließt wegzulaufen, um endlich ihrem langweiligen Leben zu entfliehen. Doc...