|| Kapitel 24 - Geburtstagsfeier ||

19 0 0
                                        

Ich hatte mich für die Geburtstagsparty für ein Kleid entschieden, das elegant wirkte, ohne dabei zu streng oder zu aufgesetzt zu sein. Der Stoff war in einem tiefen Nachtblau gehalten, so dunkel, dass er im dämmrigen Licht beinahe schwarz schimmerte. Er fiel weich und fließend bis knapp über meine Knie. Das Oberteil war figurbetont geschnitten und schmiegte sich angenehm an meinen Körper. Feine Spitzenverzierungen am Ausschnitt und an den kurzen Ärmeln gaben dem Kleid etwas Zartes, fast Zerbrechliches, ohne es zu verspielt wirken zu lassen. Um meine Taille lag ein schmaler silberner Gürtel, der das Ganze dezent zusammenhielt und meine Silhouette betonte. Dazu trug ich schwarze, knöchelhohe Schuhe mit einem kleinen Absatz – schick genug für den Anlass, aber immer noch bequem genug, um den Abend ohne schmerzende Füße zu überstehen. Meine Haare hatte ich halb hochgesteckt, sodass einige Strähnen locker mein Gesicht umrahmten und sich bei jeder Bewegung leicht mit bewegten. Beim Make-up hatte ich mich bewusst zurückgehalten: etwas Mascara, ein Hauch von Lippenfarbe und ein wenig Glanz auf den Wangen. Es war genau die Art von Outfit, bei der ich mich wohlfühlte – festlich, aber immer noch ich selbst.

„Du siehst aus, als würdest du gleich selbst auf dem Geschenketisch landen", meinte Mizuki trocken, während sie mich von oben bis unten musterte.

Ich verdrehte die Augen, konnte mir aber ein Lächeln nicht verkneifen. „Sehr witzig."

Shun stand neben ihr, die Hände lässig in den Taschen, und sah mich mit diesem ruhigen, beinahe prüfenden Blick an, den er immer hatte, wenn er etwas einschätzen wollte.

„Das Kleid steht dir", sagte er schließlich. „Es ist nicht zu auffällig."

„Das ist wohl das größte Kompliment, das du bisher gemacht hast", murmelte ich.

Mizuki grinste. „Er ist eben ein Mann weniger Worte."

„Und du redest für zwei", gab Shun zurück, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.

Ich musste lachen, und allein das half schon, die Nervosität ein wenig zu vertreiben, die sich seit dem Spätnachmittag in mir festgesetzt hatte. Meine Geschwister waren nicht nur gekommen, um Takuma zu gratulieren, sondern auch, um mich ein wenig zu beruhigen – oder zumindest so zu tun.

Takuma hatte Yuki als auch Zero zu seiner Party eingeladen. Er wollte Ihnen da erklären, wieso er und Shiki auf der Jagd waren. Jedoch wurden die Beiden dieses Mal etwas kühler empfangen im Gegensatz zu mir.

Seitdem in Zero der Vampir richtig erwacht ist, ist ein Großteil der Nightclass angespannter geworden. Und dass heute fast alle Vampire versammelt waren, machte es nicht besser.

Ich seufzte und ließ den Blick über den festlich geschmückten Garten des Moon Dormitorys schweifen. Zwischen den Bäumen waren kleine Lichterketten gespannt worden, deren warmes, goldenes Licht die Nacht weicher wirken ließ, als sie eigentlich war. Die Schatten der Büsche und Bäume lagen dunkel am Rand des Gartens, während in der Mitte alles in ein beinahe märchenhaftes Leuchten getaucht war. Überall standen kleine Tische mit Getränken und Snacks, und die Stimmen der Gäste mischten sich mit leisem Lachen und dem gelegentlichen Klirren von Gläsern. Für einen Moment fiel es mir schwer zu glauben, dass ich mich tatsächlich auf einer Geburtstagsfeier von Vampiren befand. Alles wirkte zu normal, zu festlich, zu friedlich – und gerade deshalb war da dieses unterschwellige Gefühl, dass jederzeit etwas kippen konnte.

„Du siehst aus, als würdest du zu viel nachdenken."

Ich drehte mich um und lächelte, als Takuma neben mich trat. Er war wie immer makellos gekleidet, elegant und gepflegt, als hätte er sich nicht einfach nur für eine Feier angezogen, sondern wäre von Natur aus so.

|| Stars || Vampire Knight FFGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt