Kapitel 4 - Blau-Grün

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Ich möchte bevor es losgeht nochmal betonen das das alles aus meiner Fantasie entsteht und nur die YouTuber, oder Ex-YouTuber wie auch immer, im Aussehen ein Äquivalent im Real Life haben.
Das ist wie ein Roman, alle Personen sind rein fiktiv und nur Mittel zum Zweck.
Es ist wie wenn John Green seine Bücher schreibt, ich kann mir nicht vorstellen dass er weiblich ist und Krebs hat. (Ich will mich hier absolut nicht mit ihm vergleichen, ich will nur dass ihr wisst wie ich das meine, weil ich es heute zum letzten Mal sag.)

Ebenso will ich mich nochmal kurz dafür entschuldigen wenn etwas unklar ist.
Besonders bei der lieben Arrow, die mich darauf aufmerksam gemacht hat.
Bei Fragen fragt mich in ner Review oder so, wenn es nicht gerade etwas ist wa ich noch schreibe werde ich all eure Fragen beantworten.
Ich lese meine FF übrigens meistens nochmal um besser schreiben zu können.

Entschuldigt falls Rechtschreibfehler drin sind oder gar Grammatikfehler. Ich hab in Deutsch ne 3 also entschuldigt. Ich lese zwar 3 Mal Korrektur aber ich bin ja nicht perfekt.

Kapitel 4
-Blau-Grün

„Jetzt sag endlich." Ich schluckte.
„Ich denke es wäre besser wenn du es weißt. Eric wollte es so. Ähm ja." Ich hatte das Gefühl das der Frosch in meinem Hals immer größer wurde.
Ich würde ersticken. Vielleicht wäre das besser als es ihm zu sagen.
„Ich war damals 16." Ich lächelte schwach. Er sah mich stirnrunzelnd an.
„Ich hatte einen Freund. Wenn man ihn so nennen kann. Wir waren gerade 1 Woche zusammen.
Er war ein wahrer Romantiker. Nicht. Er drängte seit 3 Tagen darauf mit mir zu schlafen. Wie gesagt ich war 16, er mein erster Freund, ich am Rebellieren und die letzte die noch Jungfrau war. Ich wurde sowieso schon komisch angeguckt. Ein überdurchschnittlich großes Mädchen, das sich mit dem Wort mittelmäßig beschreiben würde, wenn man sie fragen würde. Ich hatte keine Freunde. War unbeliebt. Für mich war es ein Wunder. Er war in meinen damaligen Augen ein Wunder. Ich war zum ersten Mal verliebt und wurde augenscheinlich zurückgeliebt. Ich hab ihm vertraut. Mit 16 habe ich jedem vertraut, wieso auch nicht was konnte ich schon verlieren? Freunde hatte ich nicht also vertraute ich jedem.
Bei einer Party, passierte es dann. Ich war high und betrunken. Schau nicht so. Ich war wie gesagt am Rebellieren, die Drogen gehörten für mich dazu. Ich kann mich an nichts erinnern.
Es war auf dem Klo das weiß ich noch. Sonst nix.
Das war der 12. Januar.
Sozusagen der Zeugungstag unseres Kindes. Einmal, das erste Mal, an das ich mich nicht erinnern kann und ich war schwanger. Der Arzt hatte scherzhaft SuperSperma gesagt. Er wollte mich aufheitern; aber ich wusste das durch dieses 'SuperSperma' mein Leben zerstört war. Ich war 16 und schwanger." Ich lachte heiser. Er sah gespannt zu und beobachtete mich neugierig. Ich zitterte am ganzen Körper. Er nahm meine Hand und lächelte aufmunternd. Es war das erste Mal das er beruhigend auf mich wirkte, fast hypnotisierend.
„Er verließ mich nicht, wegen dem Kind. Allerdings war ich nicht taub, ich hörte das Getuschel. Er wollte nur mit mir schlafen und mich dann abservieren, doch nun war er an mich angebunden. Ich fühlte mich noch schrecklicher als vorher. Meine Familie hatte es akzeptiert. So gut wie jeder hatte dies. Nur einer nicht. Ich selbst. Ich hasste es. Dieses Kind war der Inbegriff meines größten Fehlers. Vielleicht klingt das melodramatisch aber das Kind zeigte jeden und mir jeden Tag das mein Herz gebrochen wurde, jemand zwangsweise mit mir zusammen war, ich meine Unschuld an den schlimmsten Menschen des Planeten verschwendet hatte und ich mein Leben versaut hatte bevor ich 25 war. Ich fühlte mich eins in allem schrecklich. So unfassbar leer obwohl in mir ein Leben heranwuchs. Ich trank weiter Alkohol, rauchte weiterhin und nahm weiterhin Drogen. Wieso auch nicht? Ich hasste das Kind und wollte die eigentlich schon ausgefüllte Leere stopfen. Ich bin ein schlechter Mensch. Ich hätte sterben sollen nicht das kleine unschuldige Ding in meinem Bauch. Ja ich hab es getötet, ich weiß nicht mal ob es ein Junge oder ein Mädchen geworden wäre. An diesem Tag, an denen es an den Folgen meiner eigenen Ignoranz starb wurde mir bewusst dass nicht diese eine Nacht der größter Fehler meines Lebens war sondern das Kind zu verlieren war der größte gewesen.
Ich liebte es.
Ich liebe es.
Das wurde mir ebenso klar. Ich war seine oder ihre Mutter und ich hatte es umgebracht, mit einem imaginären Messer. Ohne zu überlegen. Ich hatte mein eigenes Kind umgebracht.
Ich hasste mich, konnte in keinen Spiegel mehr blicken. Immer wenn ich ein Kleinkind seh bin ich kurz davor zu schreien. Nicht nur ich hasste mich, jeder Tat das. Ungelogen.
Ich wechselte die Schule. Ich war kein vollwertiges Teil der Gesellschaft mehr und ich dachte ich würde es nie wieder sein. Ich verabscheute mich. Manchmal hatten sie mich angespuckt, geschubst oder gar geschlagen. Das war nicht das schlimme. Ihre Worte taten viel mehr weh als jeder Tritt. >>Mörderin<< Sie schrien es mir manchmal hinterher, ein anderes Mal schrieben sie es an meinen Spind. Selbst mein alter Drogendealer warf mir vorwurfsvolle Blicke zu." Ich lachte heiser. Mein Gesicht war tränenüberströmt ich musste schrecklich aussehen. Was war wenn er danach nie wieder mit mir reden will?
„Selbst meine Familie hasste mich. Natürlich sagten sie es nicht aber ich konnte sehen was sie dachten. Wir zogen um. Sie nannten es Neustart für mich war es der Anfang vom Ende. Wortwörtlich. Die Leere die ich nun besaß konnte man nicht mal mit Alkohol füllen. Da wo mein Kind war, war ein schwarzes Loch entstanden dass mich langsam mitriss, in die Dunkelheit. Ich fühlte mich gefangen, auf der Erde, in mir selbst. Mein Körper war mein Käfig. Ich wollte empor steigen ins Weltall, weg von hier, weg von allem. Ich spürte nichts mehr. Garnichts. Ich wollte mich umbringen. Für mich gab es kein sinnloseres Leben als eins ohne Regung ohne Gefühle.
Mit 18 ging ich jede Woche zur Brücke. Ich sprang nicht, was mich nur noch wütender machte. Ich konnte nicht mal mein eigenes erbärmliches Leben beenden, wie konnte ich dann das Leben eines Kindes beenden?
Ich hab niemanden etwas gesagt, okay ich hätte auch keinen gehabt den es gejuckt hätte. Meinen Eltern war es egal. Sie sprachen entweder gar nicht mit mir oder nur übers Wetter.
Ich wusste was sie dachten, genau das was mir die anderen zugeschrien hatten. Ich war ein Monster.
Also ging ich jeden Sonntag zur selben Brücke blickte hinunter und versuchte Mut zu sammeln.
Ich schrieb keine Abschiedsbriefe, wem hätte ich den schreiben sollen?
Jeden Sonntag starrte ich in den Abgrund, ich wusste keinen Grund wieso ich es nicht tun sollte, aber ich tat es nicht. Immer wenn ich wieder zurückkehrte sah ich Enttäuschung und Spott in ihren Gesichtern. Meine Eltern verspotteten mich weil ich es nicht schaffte.
Ich sprach kaum, aß selten und weinte täglich.
Dann mit 19 kam der Wechsel. Ein Engel fand mich. Wenn du das Lied von Sido kennst, ich war ein Stein und er hat mich aufgehoben.
Er war mein persönlicher Schutzengel. Er hatte mich an einem Tag bei der Brücke erwischt und mich zu sich genommen. Ohne Gegenleistung einfach so.
Er hat mich alles erzählen lassen, soviel hatte ich seit 2 Jahren nicht mehr geredet. Es tat so verdammt gut, dennoch war es mir peinlich. Ist es mir immer noch.
Der Gedanke so schwach zu sein, der Suizid Versuch. Beispielsweise die Versuche sind mir peinlich. Genauso wie die Tatsache das ich es nicht geschafft habe. Obwohl vielleicht besser so sonst säße ich jetzt nicht hier und würde es dir erzählen.
Ich verbrachte jeden Tag mit ihm. Er half mir zu akzeptieren, nicht zu vergessen, denn auch der vergesslichste Mensch erinnert sich irgendwann. Er heilte mich.
Und es hat geklappt mit 20 bin ich so gut wie austherapiert. Ich hab damit abgeschlossen, dank ihm.
Er musste wegziehen und gestern hab ich ihn wiedergetroffen. Ja genau Eric.
Ohne ihn wäre ich tot, irgendwo hätte ich mir irgendwann Tabletten besorgt." Er schluckte und sah mich leicht überfordert an. Ich bin ein Monster.
„Es tut mir leid, ich hab 4 Jahre gebraucht um das zu verarbeiten und dir sage ich es in ein paar Minuten, das ist selbstsüchtig und krank es tut mir leid, ich bin ein schrecklicher Mensch."
„Sei mal bitte nicht albern. Ich bin froh dass du es mir gesagt hast. Im Gegensatz zu meiner Nutten Geschichte war deine wohl wesentlich krasser." Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen.
„Hast du also akzeptiert dass es eine war?"
„Nö ich wollte nur das du wieder lächelst."
„Danke." antwortete ich ehrlich. Das war es was ich brauchte keine lange Antwort, nur jemanden der zuhörte und dann versuchte mich aufzuheitern.

Er stand auf und ließ meine Hand los. Wieso passte mir das jetzt nochmal nicht?
„Komm zieh eine Jacke an lass uns was machen, etwas was nicht mit Kindern zu tun hat. Oh zu früh für Witze?"
„Ganz und gar nicht." Lachte ich beim Jacke anziehen.
„Es regnet." Stellte ich beim Öffnen der Tür fest.
„Na und? Soweit ich weiß bist du nicht aus Zucker." Er sah mich grinsend an.
„Idiot." Mehr konnte ich nicht mehr sagen, bevor er mich an der Hand weiter in das Nachtleben Kölns zog.
„Lass mich wenigstens einen Haargummi reinmachen, Dummkopf." Er blieb stehen und ich band meine viel zu langen dunkelblonden Haare zusammen.
„Wieso sind die so verdammt lang?" fragte mein Gegenüber.
„Ich hab sie seit 4 Jahren nicht mehr geschnitten." Lügen brachte eh nix, er kannte meine Geschichte jetzt so oder so schon.
„Komm mach schnell. Man muss sich bewegen um warm zu bleiben." Mit diesen Worten wurde ich schonwieder gezogen, ich rannte neben ihm, es war fast so als hätte er ein Ziel.
Da ich mich allerdings immer noch nicht gut in Köln auskannte, vor allem nicht im Dunklen beim Regen, vertraute ich ihm blind.
Er stoppte kurz und ich erblickte den Dom.
Er wollte weiter doch dann schrie jemand hysterisch seinen Namen.
„AAAArdy." Er drehte sich um, genauso wie ich. Ein pubertierendes Mädchen mit noch 2 weitern im Schlepptau starrte ihn gebannt an.
„Sorry, den kenn ich heute nicht, heute bin ich Ardian. Ihr Ardian." Er zeigte auf mich und dann zog er mich wieder mit sich und kicherte.
„Ich hab doch versprochen nichts mit Kindern." Er grinste frech und sah mir in die Augen.
Blau-grün.
„Darf ich dir helfen dich frei zu fühlen?" ich nickte abwesend.
Er zeigte auf seinen Rücken und beugte sich ein wenig nach unten.
„Frei sein durch Huckepack?" ich musste so laut lachen dass ich schwören könnte das selbst die Mädchen am Dom mich hören könnten.
„Sei still und tu es einfach." Grummelte er. Ich zuckte mit den Schultern und sprang auf.
„Ich bin eh viel zu schwer."
„Jetzt sei endlich still!" ermahnte er mich.
„Halt dich fest, schließ die Augen und breite dein Arme aus."
„Wie soll ich mich festhalten und gleichzeitig meine Arme ausbreiten." Als er sich nur mit genervter Miene umdrehte flüsterte ich: „Schon kapiert, Klappe halten und einfach machen." Er nickte zufrieden und ich tat was er sagte.
Kaum hatte ich meine Augen geschlossen rannte er. Einfach so, ohne Vorwarnung.
Ich hörte auf mir Gedanken zu machen, lauschte dem Regen und hatte das Gefühl mich jeden Moment in ein Flugzeug zu verwandeln und in den Himmel zu steigen.
Ich merkte Ardian noch unter mir aber nur dezent. Meine Haare wurden klitschnass, meine Schminke zerlief, das war mir alles egal. Noch nie gab es ein schöneres Gefühl.
Mein Gesicht hatte ich zum Himmel gewendet, in die Höhe gestreckt.
Nach meiner kleinen Flugstunde ließ er mich von seinem Rücken und stand mir gegenüber.
Blau-grün.
„Tanz mit mir." Sagte ich mit zittriger Stimme, immer noch im Bann des Freiheitsgefühls.
„Hier ist doch gar keine Musik?" er zog eine Augenbraue nach oben.
„Ardian? Jetzt bist du mal dran mit Klappe halten."
Ich drehte mich um die eigene Achse, dann ging ich vollkommen ab. Gut ich zappelte wohl ehr wie ein Epileptiker in der Gegend rum und stellte mir mein Lieblingssong im Kopf vor.
Er sah mir zu wie ein Auto.
„Los." Zischte ich.
„Lass dich fallen. Ich hab dir vertraut jetzt musst du mir vertrauen." Nun war er es der mit den Schultern zuckte.
Ich schloss meine Augen und ließ mich von der Melodie in meinem Kopf tragen.
Ich öffnete sie wieder als ich mit jemand zusammenstieß.
Ardian hatte seine Augen nun auch geöffnet und nahm wieder meine Hand und rannte los.
Er lachte, genau wie ich.
Das war die Nacht in der Ardian vollkommen glücklich, unberührt, frei und selig war. So wie ich.

Das war die Nacht in der mir zum ersten Mal bewusst wurde dass ich mich unfreiwillig, unwiderruflich und ohne Ausnahme in einen Jungen, einen Mann mit blau-grünen Augen verliebt hatte.

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Es ist heute ein wenig kürzer (vielleicht 100-200 Wörter weniger?) das liegt daran dass ich es einfach so enden lassen wollte, ja also.
Die Hintergrundgeschichte von Lovet ist wirklich ziemlich krass, aber ich wollte das so. Ich hoffe dass es nicht allzu langweilig war, tut mir Leid.
Naja sie wird noch ein wenig eine Rolle haben. Zumal es sie ja auch geprägt hat.

Bis zum nächsten Kapitel, ich freu mich über jede Meinung, Analyse und Kritik.
Am besten alles zusammen. Haha okay.

Ihr habt keine Ahnung wie viele Notizen ich jetzt schon auf meinem Handy habe. Hier kommt noch so viel kranker Shit. Gott ich freu mich so. Ich hoffe doch ihr auch? :D

Bin wieder zurück von der Ostsee. (:
Hab jetzt eine Woche nix zu tun also freut euch auf vielleicht ein weiteres Kapitel. :D
Ihr müsst euch natürlich nicht freuen aber joa.

Xoxo,
yollokapollo

Ich tanze mir dich aus der Seele &gt;&gt;Ardy FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt