Ich muss noch so viel lernen...

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Ich stand atemlos in Simons Zimmer und glotze ihn an. Ich traute diesem Tobi so weit, wie ich einen Elefanten schmeißen konnte!
Also... nicht sehr weit. ,,Erde an Schweißmonster. Noch da?'', schrie Simon mit seinem schönsten Knoblauchatem. Ich konnte schon die Tapete sich von der Wand kräuseln sehen. ,,Der da ist nicht unser Papa!'' Ich merkte wie meine Adern in meinem Kopf bis zum Anschlag pochten. ,,Doch ist er. Das hat Mama selber gesagt!'' Ich drehte mich schwungvoll um, rannte ohne ein Wort gegenüber in mein Zimmer und kniete mich vor meinem Bett hin. ,,Scheiße! Scheiße! Scheiße!'', sagte ich immer wieder und biss in meine Decke! Kennt ihr das, wenn ihr einfach nur euer Kissen nehmen wollt und es immer wieder gegen euren Kopf hämmern wollt? (Wahlweise auch einem anderen Mitmenschen)
Kurz bevor ich meinen lila Totenkopf Mülleimer auf den Flur schmeißen wollte, kam mir jemand zuvor und ließ etwas unüberhörbar auf den Flur fallen. Ein leises Murmeln war zuhören und dann klopfte es an meiner Tür. ,,Alex. Hier ist Jessy. Wir müssen reden.'' Sofort rannte ich zu (gegen) meine(r) Tür und riss sie auf. Und da war sie. Das Mädchen was ich nicht sehen konnte! ,,Lass mich durch.'', sagte Jessy und schubste mich gegen meinen Schreibtischstuhl. ,,Und?'', fauchte sie, verschränkte die Arme und ließ sich auf mein Bett fallen. ,,Ja was, und?''-,,Was ist jetzt mit unserem Plan unsere Eltern auseinander zu bringen?'' Ich schaute Jessy mit dem sag-du's-mir-Blick an. Wir verfielen in tiefes Schweigen. Und plötzlich stand Jessy auf und tippte mit ihrem Finger an ihr Kinn. ,,Ich glaube ich habe eine Idee.''
Es wurde langsam hell und Jessy und ich standen vor Tobis Villa und liefen in den Garten. Nach Jessys TOLLER Idee letzten Abend hatte ich gerade mal 4 Stunden schlaf gekriegt. Es schien alles total normal zwischen uns zu sein. Allerdings ging mir dieser eigenartiger Streit nicht aus dem Kopf. Aber ich wollte gar nicht daran denken. ,,Warte...'', sagte ich bevor Jessy durch den Hintereingang in die Villa gelangen konnte. ,,Was ist, Plattbirne?''-,,Gehen wir nochmal den Plan durch.'' Jessy seufzte. ,,Mein Gott. Es ist so simpel. Wir gehen durch den Hintereingang ins Wohnzimmer, schleichen die Treppe hoch in den 2 Stock, öffnen die Schlafzimmertür meines Vaters, finden sein Handy, schreiben eine scheiß SMS an deine Mutter und verschwinden wieder.'' Mir war gar nicht wohl bei dem Gedanken in diese Villa zu gehen. Misstrauisch schaute ich auf die Kamera die am Hintereingang befästigt war. Jessy bemerkte das und murmelte: ,,Um die Kameras habe ich mich auch gekümmert. Außerdem ist mein Vater morgens um diese Uhrzeit mindestens 2 Stunden duschen... frag nicht wieso.''
Mit zittrigen Beinen betrat ich die Villa. Ohne lange zu Fackeln verliessen wir das übergroße Wohnzimmer und rannten die rote Treppe hoch die direkt vor Tobis Schlafzimmer endete. ,,Sehr gut! Mit viel Glück hat Papa sein Passwort nicht geändert.'' Jetzt ging alles ganz schnell. Sofort waren wir im Schlafzimmer und fanden das Handy. Tobi schien rot und schwarz sehr gerne zu mögen. Ausserdem hing überall in der Villa Abstrakte Kunst. Das Bild das direkt neben mir hing schien ein Elefant mit verdauungsproblemen zu sein. ,,Sehr gut jetzt nur noch die SMS. Hallo...'' Jessy schaute vom Handy hoch und drückte es mir in die Hände. ,,Hier nimm du. Du weisst immerhin wie deine Mutter heißt.'' Ich konnte mir ein kleines lächeln nicht verkneifen. ,,Hallo Beth, ich weiß nicht wie ich es dir sagen soll aber... ich kann nicht mehr bei dir bleiben. Frag nicht warum. Geh mir bitte aus dem Weg. Und egal was ist sprich mich nicht an. Ein schönes Leben noch. Dein...'' Plötzlich spürte ich jemanden auf meine Schulter klopfen. Und ich wusste sofort: Jetzt sind wir dran! ,,Was macht ihr hier?''

Stiefschwester ChaosWo Geschichten leben. Entdecke jetzt