18. Dezember

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Harry's p.o.v.:

Ein raues, kratziges Husten riss mich am nächsten Tag aus meinem Schlaf, müde blinzelte ich mir meine Sicht frei und sah zu Louis. Er hatte sich leicht aufgesetzt, hustete, hatte das Gesicht verzogen und die Hand als Faust vor dem Mund. Besorgt setzte ich mich auf, legte eine Hand an seinen Rücken und strich beruhigend auf und ab. "Baby?" Er sah zu mir, atmete leicht röchelnd aber hatte wenigstens aufgehört zu husten. Er lächelte schief. "Tut mir Leid Darling. Alles gut, nur ein kleiner Husten." Besorgt musterte ich ihn, seine Stimme war rau und er noch immer heiser. "Sicher Babe? Ich will nicht dass du noch kranker wirst..." Murmelnd strich ich ihm eine Strähne aus dem Gesicht, musterte ihn genau. Er war blass, dunkle Augenringe unter seinen Augen. Er nickte sah mich aus großen, leicht matten Augen an. Ich seufzte. "Machen wir einen Deal. wir nehmen unseren Termin wahr, aber sobald es dir zu schlecht geht gehen wir heim und morgen bleiben wir zu Hause." Er lächelte, nickte. "Danke Schatz!" Schmunzelnd hauchte ich einen Kuss auf seine Stirn und stand dann auf. Louis hatte sich so sehr auf heute gefreut. Wir hatten in den letzten Wochen viel Arbeit in dieses Projekt gesteckt und heute würden wir endlich die Früchte unserer Arbeit ernten können. Gemeinsam duschten wir, zogen uns an, frühstückten etwas kleines und fuhren dann zu unserer Stadthalle, in der das Stück aufgeführt werden würde. Es ging erst in ein paar Stunden los, doch wir mussten die allerletzten Vorbereitungen treffen, unsere kleinen Darsteller mussten beruhigt werden, die Kostüme überprüft und so weiter und so fort. Doch gemeinsam gingen wir durch die letzten drei Stunden der Vorbereitung, bis sich endlich der Vorhang zur ersten Szene des ersten Aktes hob und wir im Backstage Bereich standen, unsere Augen verfolgten stolz jede Bewegung der Darsteller, unsere Ohren lauschten jedem Wort. Es gab einige, kleine Patzer, doch an sich brachten die Kinder die Geschichte von Maria, Josef und Jesus unglaublich rührend herüber, spielten, als wären sie keine kleinen Waisenkinder sondern tatsächlich Schauspieler. Es hatte unglaublich Spaß gemacht mit den Kleinen zu proben, ihnen die Geschichte näher zu bringen. Die Proben waren so wundervoll, Louis war unglaublich einfühlsam, wenn es um Kinder ging. Und die Kinder liebten ihn und die Geschichte so sehr, sie gaben sich größte Mühe, um Louis und mich stolz zu machen. Sie waren alle so berührt davon und wollten es unbedingt so gut wie nur möglich spielen. Und so weit wie wir bisher waren, wurde es nahezu perfekt. Eigentlich war es sogar perfekt, die kleinen Versprecher zwischen drin machten es nur noch sympathischer. Louis und ich waren einfach nur unglaublich stolz auf sie. Und nach jedem Akt, wenn sich der Vorhang kurz schloss und der Applaus ertönte, liefen die Kinder mit strahlenden Augen von der Bühne. Louis lehnte sich an mich, noch immer entkamen ihm kleine Huster, Röcheln und er schniefte immer wieder. Doch er blieb stark, gemeinsam brachten wir das ganze Stück zu Ende und verbeugten uns am Ende mit den Kindern unter tosendem Applaus vor der Menge. Die Kinder bedankten sich immer und immer wieder bei uns, umarmten uns. Louis hatte das Nesthäckchen auf dem Arm, was mich komplett aus der Fassung brachte. Louis und ein Kind auf dem Arm war einfach... mein Tod. Gemeinsam feierten wir mit den Kindern, gaben ihnen eine große Pizza aus, bevor ich mir dann Louis schnappt und ihn gegen seine Proteste mit mir mit nach Hause schleppte. Er war schon angeschlagen genug, das musste er jetzt auskurieren, sonst würde er an seinem Geburtstag krank sein, und das wollten wir beide nicht. Zuhause umsorgte ich ihn mit Suppe, Tee und verbannte ihn dann ins Bett, wo ich mich zu ihm kuschelte und wir einen frühen Feierabend genossen, den wir uns redlich verdient hatten.



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