3

141 5 0
                                    

Carls P.o.V.

"Crim?!"
Keine Antwort.
"Crim??!"
Ich schaue auf den Knopf den ich die ganze Zeit gedrückt gehalten habe. Er leuchtet nicht mehr.
Verdammt.
Ich muss sie da raus holen. Ich hab ihr versprochen das sie hier sicher ist.
Was mach ich nur?
Ich drehe mich um und klettere langsam aus dem Wachturm.

"Carl!" Mein Vater kommt auf mich zu.
"Sie ist okay." Sage ich trocken.
"Willst du sie nicht da raus holen?" Fragt er und greift nach meiner Hand um mich vom reingehen abzuhalten.
"Natürlich will ich das! Ich will sie keine verdammte Sekunde länger da drin lassen! Ich...ich dachte ich könnte gleich wieder zu ihr. Aber das kann ich nicht..." Ich schaue zu Boden.
"Carl...."
"Ich könnte zu ihr.. wenn du mich mit Michonne da raus lässt... Ich hätte eine Chance. Bitte Dad." Ich schaute ihn flehend an.
"I-ich... Carl ich kann dich da nicht alleine-"
"Ich wäre ja nicht alleine!" Unterbreche ich ihn.
"...gut." Gibt er nach.
"Okay! Ich suche Michonne!" Sage ich und renne auch schon los.
'Ich werde dich da rausholen Crim...' Denke ich.

Crimsons P.o.V.

Mittlerweile liege ich auf dem unbequemen Stahlboden des Wachturms. Es wird langsam dunkel.. also werde ich wohl die Nacht hier verbringen.
Super.
Ich fahre mir durch meine langen, lockigen, blonden Haare.
Dann schließe ich meine Augen. Das erste was ich sehen ist..
Carl.
Wie er mich anlächelt.
Wie er verzweifelt versucht Judith aufzumuntern wenn sie schreit.
Wie er mit Daryl über das Fährten lesen redet.
Wie er seinem Vater aus dem weg geht.
Egal was er tut.. ich liebe es ihm dabei zuzuschauen.
Wie seine langen braunen Haare seine Augen verdecken wenn er schläft. Und das nur weil er sie sich nicht aus dem Gesicht streicht.
Das er nie ohne seinen Hut unterwegs ist..
Das er mir an meinem ersten Tag die Hälfte seines Essens gegeben hat weil ich vollkommen unterernährt war.

Dieser Junge schafft es das ich durchgehend an ihn denke.
Ich wünschte ich könnte heute Nacht sein dummes nerviges Schnarchen hören.
Aber das werde ich nicht.
Mein Magen knurrt.
"Ach halts Maul." Grummel ich nur.
Dann höre ich wie es gegen die Luke klopft.
Sind etwa Beißer in den Turm gekommen?
Wieder klopft es.
"Crim? Crim ich bins.." höre ich gedämpft.
Schnell springe ich auf und renne zu der Luke um diese zu öffnen. Der Braunhaarige streckt seinen Kopf in den Wachturm und steht wenige Augenblicke später vor mir. "Gehts dir gut Crim?" Fragt er wieder und zieht mich dabei in eine feste Umarmung. "Ja. Ja mir gehts gut Carl." Ich erwiedere die Umarmung. "Aber Carl..wie bist du-" "Michonne hat mir geholfen." Unterbricht er mich. "Wollen wir zurück? Wir sollten uns beeilen. Es ist bald dunkel." Sagt er. "Okay." Antworte ich. "Na dann." Er lächelt. Wir klettern beide die Leiter nach unten. Dort steht Michonne. Ihr Katana hat sie bereits in ihren Händen und ist bereit aufzubrechen. Sie guckt Carl an. Er nickt ihr zu. Dann stößt sie die Tür auf.
Die Wiese ist voller Beißer.
Ich ziehe mein Messer. Aber das wird mir wenig bringen wenn die Beißer nicht in die Knie gehen damit ich sie töten kann, so klein wie ich bin. Carl läuft hinter mir. Er hält seine Waffe, schießt aber nur wenn es absolut nötig ist. Schnell sind wir über die Wiese. Am Tor angekommen öffnet Rick es sofort und schließt es sobald wir durch sind.
"Crim?" Carl räuspert sich. Ich gucke zu ihm. "Können wir..reden?" Fragt er, und ich weiß genau worüber er reden will.
"K-klar." Ich habe Angst.
Angst vor dem Gespräch.
Angst ihn zu verlieren.
Angst allein gelassen zu werden.

Carl geht mit mir in unsere Zelle. Momentan ist der Trakt leer. Alle sind im Speisesaal und essen.
"Worüber wolltest du reden?" Frage ich und tue so als hätte ich keine Ahnung.
"Ich weiß das du weißt worüber ich reden will. Das was du vorhin gesagt hast.."
"Das ich dich liebe?" Unterbreche ich ihn.
"Ja.. das... Ich mein.... Ich.... egal." Er kommt auf mich zu. Ich weiche zurück bis mein Rücken gegen eine Wand stößt. Unsere Gesichter sind Millimeter von einander entfernt. "Carl?" Wispere ich und komme mir so unfassbar dumm vor. "Crim. Ich liebe dich auch." Sagt Carl und dann legen sich seine Lippen auf meine. Ich bin wie eingefroren. Doch dann bemerke ich was passiert und reagiere.
Meine Hände umfassen seinen Nacken und meine Lippen bewegen sich gegen seine. Ich spüre wie er sich näher an mich drückt und seine Haare kitzeln mich an meinen Wangen. Langsam löst er sich von mir und guckt mir tief in die Augen. "Ich liebe dich Crim. Verstehst du das?" Fragt er und grinst mich an. Ich lache und gucke nach unten während meine Wangen sich rot färben. "Guck mich an Crim." Sagt er liebevoll. Ich schaue nicht nach oben. Ich schließe meine Augen.
"Crim...bitte..." Ein gurgelndes Geräusch ertönt.
Ich schaue nach oben und sehe Carl. Er ist blutüberströmt. An seinem Hals ist ein Biss. Seine Augen flehen mich an. "Töte mich." Flüstert er und Blut quillt dabei zwischen seinen Lippen hervor. Ich schüttel meinen Kopf. "Ich kann nicht." Sage ich leise. "Tu es!" Schreit er mich an.

Dann wache ich auf. Ich atme schwer und setzte mich auf, wobei das Bett anfängt zu quietschen. "Alles okay Crim?" Carls besorgte Stimme verpasst mir eine Gänsehaut.
Er ist bereits wach.
Es ist auch schon hell geworden. "Ja...nur schlecht geträumt.." sage ich und mir geht das Bild von ihm und seinem Blutüberströmten Gesicht nicht aus dem Kopf.
"Oh ok..." Carl kratzt sich am Kopf. "Willst du...naja...drüber reden?" Fragt er und grinst leicht.
"N-nein das passt schon..." sage ich und gucke gegen die Wand.
"Sicher?" Er scheint mir die Lüge nicht abzunehmen. Ich schüttel den Kopf und spüre Tränen über meine Wangen laufen. Wenige Sekunden später sinkt die Matratze neben mir nach unten weil Carl sich neben mich setzt. Seinen Arm legt er um meine Schulter und zieht mich zu ihm. Ich weine in sein Shirt. "Shh... Es ist alles gut Crim.. es war nur ein Traum..." Flüstert er und zieht mich näher zu ihm.
Wenn es nach mir ginge könnte ich für immer so liegen bleiben. An Carl gekuschelt, seine Arme um mich, seine Wärme die mich, vermischt mit seinem Geruch, verrückt werden lässt. Ich höre wie der Vorhang zu unserer Zelle zur Seite gezogen wird. "Carl ich brauche-" ertönt Daryls Stimme. Ich spüre wie Carls Hand sich von meinem Rücken entfernt und wohl eine Geste macht die Daryl zu verstehen gibt das es ein schlechter Zeitpunkt ist. Der Vorhang schließt sich wieder. "Crim?" Seine Stimme ist nah an meinem Ohr. "Willst du mir von dem Traum erzählen?" Fragt er. Leise rollen weitere Tränen über meine Wangen. "Ich weiß nicht.." sage ich Wahrheitsgemäß.
"Okay..aber wenn du mir irgendwas sagen willst..ich bin immer für dich da... Und ich werde dich nie, nie, niemals verlassen. Okay, Crim?" Seine Stimme wirkt besorgt.
Ich nicke.
"Carl?" Frage ich leise.
"Ja?" Antwortet er ebenso leise.
"Danke." Wispere ich. Ich spüre wie seine Lippen meinen Kopf berühren. "Für dich immer." Sagt er und legt sein Kinn auf meinem Kopf ab.

just survive somehow.Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt