Der letzte Wunsch

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Als ich mit Carina im Bus nach Hause fahre, kemmt sie ihr blondes, langes, klattes Haar und beteuert immer wieder, dass sie nicht gedacht hätte, dass ich Damian wirklich küssen würde. Im Nachhinein finde ich es gar nicht mehr so schlimm. Ich bin Carina auch nicht mehr böse. Ich verabschiede mich von ihr und steige an meiner Haltestelle aus. Zehn Minuten ist die Haltestelle von meinem Zuhause entfernt. Von weitem sehe ich schon mein Vater am Beet das Unkraut zupfen. Er blickt auf, sieht mich und winkt mir zu. Ich winke zurück. Bei Papa angekommen, umarme ich ihn und gebe ihm einen Kuss auf die Wange.
> Und? Wie war dein erster Schultag? < fragt er mich interessiert. Ich versuche locker zu antworten: > Wie jeder andere Schultag auch. Nichts besonderes. < er nickt. > Habt du und Damian euch wieder gestritten? < Ich lächel unschuldig. Mein Papa kennt dieses Lächeln genau. Er seufzt und schüttelt anschließend den Kopf. Er kann nicht verstehen, warum ich ihn nicht leiden kann. Seit Jahren weiß er den Grund und doch versteht er ihn nicht. Mein Papa und Damian sind sich sympathisch und manchmal, wenn ich mal was mit Carina mache, sitzt er bei uns Zuhause und unterhält sich mit meinem Vater. Daraufhin gehe ich immer sofort in mein Zimmer und schließe die Tür ab. Es ist ja schon schlimm genug das Damian mein Nachbar ist, aber das Papa ihn zu uns einlädt, obwohl er weiß, dass ich ihn nicht ausstehen kann, verstehe ich bis heute nicht. > Es gibt keinen Tag, an dem wir uns nicht streiten. Und das hat sich auch nicht geändert. Das wird sich nie ändern. < mein Vater seufzt und zieht mich an sich. > Ich hege einfach immer noch die Hoffnung, dass ihr beide euch vielleicht in naher Zukunft doch verträgt. < er schaut mir tief in die Augen und ich weiß, dass es sein Wunsch ist. Wieso mag er Damian nur so sehr? Ich nehme ihn in den Arm. > Das wird nicht passieren Papa. Auch wenn es dein Wunsch ist. Ich kann ihn nicht erfüllen. Damian ist eine Person, mit dem komme ich einfach nicht klar. < mein Papa nickt enttäuscht. > Kann ich dir helfen? < mein Vater überlegt.
> Nein. Brauchst du nicht. Du könntest aber einkaufen gehen. Wir haben nichts süßes mehr und am Mittwoch kommt doch mein lieblings Film, den wir zusammen schauen wollen. < Ich lache. > Verstehe. Dann brauchst du natürlich Popkorn. Klar mach ich. Ich muss sowieso noch was besorgen. < Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht Damian und beobachtet uns. Mein Vater hebt die Hand und winkt ihm zu. Damian tut es ihm gleich. > Ich stelle schnell meine Tasche ab und nehme mein Beutel. < mein Vater nickt und beginnt ein Gespräch mit Damian zu führen. Innerlich aufseufzend gehe ich ins Haus. Als ich wieder raus komme, sehe ich, wie mein Papa Damian auf die Schulter schlägt. Ich gehe zu meinem Vater, umarme ihn und gebe ihm einen Kuss auf die Wange. > Ich bin in einer halben Stunde wieder da. < sage ich und drehe mich um, ohne Damian eines Blickes zu würdigen.

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⏰ Letzte Aktualisierung: Mar 10, 2016 ⏰

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