Schlaf [Nichts&Alles]

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82% 18:49Uhr Samstag 19.März 2016

Warum ich so lange schlafe?

Ich schlafe, um der Welt zu entfliehen,
um frei von Sorgen zu sein,
um etwas zu genießen.

Der Schlaf umhüllt mich,
er legt mich in Watte,
lässt mich alles vergessen.

Er ist bei mir einfach ein Nichts
und trotzdem
ein Alles für mich.

Zumindest,
am Tag.

Der Schlaf lässt mich nicht träumen,
bei mir ist der Schlaf einfach dunkel,
vergessen,
erleichternd.

Ein Nichts.
Ein Alles.

Ich merke nichts,
ich höre nichts,
sehe nichts,
spüre nichts,
fühle nichts.

Das ist einfach niemand.
Nicht ich.
Nicht meine Familie.
Nicht meine Freunde.
Nicht ein Fremder.

Niemand.

Und deshalb mag ich den Schlaf.

Ich bin komplett allein.

Nichtmal ich bin da.

Deshalb träume ich viel am Tag,
weil ich es in der Nacht
nicht tue.

Ich mag den Schlaf wegen des nichts und trotz des allem.

Wegen der kurzen Zeit
und der Ewigkeit
in ihm.

Und jetzt fühlt es sich selbst am Tag so an,

So weich.
So viel Watte um mich herum.
So viel Wärme.

Und

So wenig Schmerz.

Es fühlt sich so an als würde ich schlafen.

Ich fühle mich so,
als wäre ich ein Körper,
leer.

Als hätte ich keinen Mund,
der schmeckt.

Keine Ohren,
die hören.

Keine Augen,
die sehen.

Kein Herz,
das pumpt.

Kein Käfig,
der mich einsperrt.

Keine Haut,
die spürt.

Keine Seele,
die fühlt.

Ein Körper,
ohne Seele.

Eine leere Hülle.

Ein Schlaf.

Ein Ich.

ein Nichts
und
ein Alles.

19:02

Die Schritte in meinem KopfWo Geschichten leben. Entdecke jetzt