5; Milka Schokolade und Tränen

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Hey, Cir.
Was gibt's?

Hey, ich wollte fragen ob du mit uns Essen gehst oder ob du noch mit den Seteros unterwegs bist?

Ja, tut mir leid aber es wird später. Irgendwie haben wir uns Verfahren und sind jetzt in einer Stadt, die ich weiß nicht wie heißt aber wir werden hier Essen.

Oh, Ach so. Nein ist schon okey.
Wir sehen uns dann morgen wieder.

Jap, bis morgen. Bye!

Ich legte sofort wieder auf. Wieso hatte ich das getan? Ich drehte mich zu Alex um, der mich fragend an sah. Ich seuftzte, setzte mich wieder und nahm erstmal einen großen Schluck von meinem Kaffee. Alex blickte mich nur fragend an. "Wieso hast du gesagt, dass du nicht da bist?" fragte er schließlich und legte dabei seinen Kopf schief. Ich schluckte den Kaffee runter "Wegen dem Kaffee natürlich!" sagte ich grinsend. Er nickte und sah mich grinsend an. Sofort schlug ich ihm gegen den Oberarm. Er wich lachend zurück. "Was wolltest du gerade noch sagen?" fragte ich schließlich und blickte ihn durchdringend an. "Ah! Genau! Also ich wollte dich fragen wie das vorhin gemeint war" ich blickte ihn fragend um mit hochgezogener Augenbraue an. "Also, das im Cafè, dass das du eigentlich unsere Chefin bist seit diesem Jahr" ich seuftzte. Hatte er mir also wirklich zu gehört. "Also weißt du noch vor vier Jahren?" fragte ich und er nickte langsam. "Damals hat mein Vater euch unter Vertrag genommen," ich nahm noch einen Schluck Kaffee "ich war damals 14 und ihr wart mein Geburtstagsgeschenk, meine eigene Band, damals hab ich noch alles selbst Organisiert, jeden Auftritt, jede Signierstunde, jeden Gott verdammten Aufnahmetermin." Wut stieg in mit hoch und ich schlug mit der Faust auf den Tisch. Er legte mir eine Hand auf die Schulter, doch ich schlug sie sofort wieder weg. "Ich brauche dein Mitleid nicht!" fauchte ich und atmete tief ein und aus. Ich sah hoch, ihm tief in die Augen. "Aber ihr wart ja echt ein tolles Geschenk! Nachdem euer erstes Album raus war und echt viel Geld für jeden von euch rausgesprungen war, wart ihr wie verwandelt, oder wart ihr immer schon solche Ärsche?" wieder fauchte ich ihn wütend an, wich seinem Blick nicht aus. Er schien nur verwirrt und dass machte mich nur noch wütender. "Jeden Tag eine andere Party, jeden Tag ein anderer Club, jeden Tag ein anderes Mädchen, jeden Tag noch mehr!" Ich sprang von meinem Stuhl auf und schlug mit den Händen auf die Tischplatte. "Und wer durfte euch jedes Mal wieder, total besoffen da raus hohlen?!" ich war kurz vor einem Wutausbruch. Ich beugte mich ganz tief zu ihm, sodass unsere Nasenspitzen nur noch Millimeter trennte. "Ich!" Ich funkelte ihn wütend an. "Ich, jeden Tag! Jeden einzelnen Gott verdammten Tag! Zu der Zeit kannte man mich und meine Bodyguards wohl in jeder Disco im Umkreis von 100 Kilometer!" Ich war wütend, wütend auf ihn, wütend auf mich, wütend auf die Welt, wütend weil ich wütend war, einfach wegen allem! "Und das war also mein Geburtstagsgeschenk?!" rief ich. Sah ihm tief in die Augen. Genervt und wütend dreht ich mich um und ging aus dem Raum. Ich ging in den Eingangsbereich, riss die Tür auf und wartete, dass er verschwand. Aus dieser Suite verschwand. Aus meinem Leben verschwanden! Ohne etwas zu sagen ging er. Ich knallte die Tür zu.

Was sollte ich jetzt tun? Ohne länger nachzudenken lies ich mir ein Bad ein, nahm mein Buch zur Hand und entspannte mich einfach. Mein Handy klingelte unzähligen male, an der Tür wurde ständig geklingelt und das Hotel Telefon klingelt auch, doch ich ignorierte einfach alles. Ich brauchte jetzt einfach eine Pause! Und das obwohl ich im Urlaub war! Ich seuftzte. Das war ja mal echt erbärmlich. Ich sollte zu den anderen gehen, so ein Essen konnte bestimmt gut tun. Aber ich wollte nichts Essen. Ich seuftzte wieder. Irgendetwas stimmte nicht mit mir! Es war als würde irgendetwas fehlen.

Vorher, als Alex da war da... er hatte etwas ausgelöst, etwas ins rollen gebracht, etwas das einen Wutausbruch ausgelöst hatte, etwas, bei dem ich mich ausnahmsweise lebendig gefühlt hatte. Ich grinste bei dem Gedanken an ihn.

Lebendig...

Ich schüttelte dem Kopf. Das war doch
... total dämlich! Wer sollte schon so etwas fühlen. Ich meine ich lebe! Also bin ich doch lebendig!
Oder?
Ich war ganz eindeutig lebendig! Ich meine ich sitze immerhin in dieser Badewanne! Oder?

Nein!! Es fühlte sich trotzdem nicht richtig lebendig an! Es fühlte sich zwar lebendig an aber eben nicht lebendig! (Versteht das wer?)

Hach! Was wollte ich hier eigentlich bezwecken? Wen wollte ich hier eigentlich überzeugen?! Mich?! Nein, aber ich müsste es doch wissen oder? Wieso wusste ich es dann nicht!?!?!
Das ist einfach schwierig?!

Was? Zu wissen ob man lebt oder nicht?

Meine innere Stimme meldete sich Kristall klar. Ja! Verdammt ich wusste wie man lebt! Zumindest dachte ich das bis jetzt! Aber Alex hat etwas in wenigen Stunden verändert! Und das war ein sehr großes Problem für mich!
Ich seuftzte.
Das war mir noch nie passiert!
Das durfte mir nie passieren!
Oder?
Wieder dieses 'Oder?'! Es regte mich auf! Was wusste ich schon! Ich wusste nicht mal was es heißt lebendig zu sein bis ich Alex kennenlernte!

Seufzend stieg ich aus der Wanne, trocknete mich ab, zog mir frische Unterwäsche an, wickelte mir ein Handtuch um und ging dann nach draußen, ich brauchte einen richtig guten Kaffee! Am besten noch etwas Süßes dazu! Am besten Schokoladeneis! Ich seuftzte. Ich ging schnell in mein Zimmer, suchte mir etwas zu anziehen. Einen Langen Pullover, der mir bis über den Po reichte und super flauschig war, darunter ein bequemes Top.
So setzte ich mich also vor den 80 Zoll Fernseher, suchte mir eine DVD aus dem Regal und sah sie mir mit einer Tafel Schokolade und meinem Kaffee an. Irgendwann gegen 23 Uhr läutete es an der Tür. Wer sollte jetzt noch an meiner Tür stehen?

Ich öffnete lächelnd die Tür. Wer davor stand, verwunderte mich etwas (sehr), da die Person in Paris sein sollte.

"Mila?!"

Rief ich erstaunt. Ich sah sie fragend an. Doch irgendetwas stimmte nicht mit ihr, das konnte ich fühlen.
Plötzlich fiel sie mir um den Hals. Ich stolperte, und wir fielen beide auf den Boden. Doch sie ließ mich nicht los, drückte mich fester an sich, vergrub ih Gesicht an meiner Schulter. Die Tür schlug hinter uns zu, wir saßen im Eingangsbereich der Suite und ich hatte keine Ahnung was los war.
"Mila, was machst du hier, du solltest jetzt in Paris sein?!" Ich drückte das schluchtzende Braunhaarige Nervenbündel, das sich meine altere Schwester nannte fester an mich.
"Ich war nicht in Paris....ich war hier
... in Japan, Tokyo...." schluchtze sie. Ich zuckte zusammen. Sie hatte jetzt nicht wirklich... "Mila du bist jetzt nicht wirklich zu Shane oder?!" Fragte ich etwas wütend. Sie schluchtze nur noch heftiger. "Verdammt! Mila, du kannst doch nicht einfach sagen das du nach Paris fliegst, wenn du eigentlich nach Japan fliegst!" Ich drückte sie etwas von mir weg. Sie sag mich mit ihren verweinten Augen an. Ich seuftzte. "Komm, ich mach dir jetzt erstmal eine Tasse Kaffee!" Ich stand auf, zog meine schniefende Schwester auf die Füße und ging mit ihr in 'meine' Küche. Kaffee war jetzt genau das richtige, für uns beide.

Bulletproof (Pausiert)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt