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Ich hatte durch Zufall herausgefunden, dass ich einen Bruder habe, der in Amerika lebt. Aber er hat nur ein halbes Jahr zum Leben, da er an einer Krankheit leidet.

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Ich war auf dem Weg zu meiner Mutter. Der Person, die mir nicht sagte, dass ich einen Bruder hatte. Die Person, die uns Beide getrennt hatte. Die Person, die mein Leben kontrollierte. Und das alles nur, weil mein Vater nicht mehr da war.

Denn mein Vater... Ich hatte ihn so lieb. Alles war besser. Mein Vater wurde ermordet, weil er als Journalist aus Versehen was falsches an die Öffentlichkeit herausgebracht hatte, was er hätte nicht veröffentlichen dürfen.

Das hatte man auch so stehen gelassen.

Meine Mutter machte sich einen neuen Namen in Korea und arbeitete dort nun als erfolgreiche und berühmte Journalistin.

Meine Mutter hielt geheim, dass sie eine Tochter hat, bzw. noch einen Sohn. Aus Angst, dass ich verfolgt werden oder sogar entführt werden könnte.

Sie kümmerte sich um mich. Aber niemals um meinen Bruder...

Wieso hatte sie sich nicht um ihn gekümmert?!

Ich lief in ihr Büro und laufe einfach geraderaus aus ohne zu beachten, dass mich Menschen versuchten zurückzurufen.

Ich öffnete wütend die Tür, knallte sie zu, klatschte auf ihren Bürotisch und stellte sie vor die Rede.

,,Mutter! Ganz ehrlich jetzt. Es ist mir scheißegal was du nun von meiner Standpauke hälst, aber du bist ein grauenhafter Mensch!"

,,Mooment mal. Weißt du überhaupt, dass ich hier gerade wichtigeres zu tun habe als mir deine lächerlichen Beleidigungen anzuhören?! Nein, das weißt du nicht also VERSCHWINDE! LOS! GEH NACH HAUSE! Das ist das allerletzte was ich von dir brauche. Ha. Eine Standpauke.", schrie sie mich an.

Ich weitet meine Augen. Meine Wut stieg in mir.

,,DAS ALLERLETZE VON EINER ACH-SO-TOLLEN MUTTER IST IHRER EIGENEN TOCHTER NICHT SAGEN, DASS SIE EINEN BRUDER HAT, DER IN AMERIKA LEBT! WIE KANN MAN BITTESCHÖN SO KALTHERZIG SEIN UND EINEN JUNGEN ALLEINE IN AMERIKA ZU LASSEN?!", schrie ich meine Wut aus mir.

Ich atmete durch. Das ganze Geschreie nahm mir meine Luft weg. Ich sah sie nur noch zerbrechlich und wütend an.

Sie stand von ihrem Stuhl auf und lief auf mich zu.

Noch bevor ich realisierte was passierte, holte sie aus und ohrfeigte mich.

Ich fasste an meine rote Wange und sah sie nur geschockt an.

,,Du weißt, was du da gerade getan hast, nicht wahr?", fragte ich sie ruhig.

,,Hast du auch verdient, kleines Miststück.", meinte sie kaltherzig, als würde ich ihr nichts bedeuten.

In mir zerbrach ein kleines Stück meines Herzens.



(M)

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