Kapitel 5

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,,Es war perfekt!", schwärmte Cara mit großen Augen und sprang förmlich durch die Gänge der Schule. Sie erzählte mir schon seit unserem gestrigen Telefonat, mitten in der Nacht wohlgemerkt, von dem Date und wie Liam sie gefragt hatte, ob sie nicht seine feste Freundin sein möchte.

Es hörte sich zwar wirklich süß an und ich freute mich für die beiden neuen Turteltauben, doch mehr konnte ich nicht bieten an Begeisterung. Heute würde sie dann auch noch zum ersten Mal als ,,Spielerfrau" das Footballspiel anschauen.

Zu unserem Glück kam uns auch noch Liam entgegen. Im Schlepptau natürlich Harry.

Beide fielen sich sofort in die Arme und ich verdrehte nur leicht genervt meine Augen, immerhin musste ich mir das Geschnulze seit den Sommerferien anhören und ansehen müssen. Liam und Cara kamen sich nämlich auf einer Geburtstagsparty näher und seitdem schwärmte sie von ihrem Prinz auf dem weißen Schimmel.

,,Seit wann redet sie von ihm?", raunte mir Harry zu und stand genauso wie ich mit verschränkten Armen vor dem menschlichen Wollknäul. ,,Gestern Nacht hat sie mich angerufen. Bei dir?"

,,Die ganze erste Sportstunde. Er ist fast gegen einen Pfosten gelaufen." Ich kicherte. ,,Hast du es dir jetzt mit dem Spiel heute Abend überlegt?"

,,Du weißt doch, ich komme nur wegen den Quaterbacks und eurer ist jetzt wohl vergeben, also wird das nichts."

Harry verdrehte ebenfalls seine Augen, genauso wie ich vor einigen Minuten und drehte sich schließlich um und ging. Ich musste mir mein Grinsen schwer verbergen.

Ich betrat Liams Haus und wurde sofort von betrunkenen Mitschülern begrüßt. Einigen gratulierte ich zum Sieg, andere ignorierte ich, denn sie schienen mit dem hohen Pegel komplett andere Absichten zu haben.

Ich kannte diese Partys nur zu gut, denn nach jedem Sieg meines Bruders wurden diese auch in unserem Haus veranstaltet. Es war eine Art Tradition diese im Hause des Quarterbacks zu schmeißen.

Wie immer floss einiges an Alkohol und die Spieler und Freund feierten ausgelassen. Nach einigen Minuten entdeckte ich Cara. Sie saß auf dem Schoß von Liam und hatte sein Trikot an. Mein Gesicht verzog sich, als die beiden sich gegenseitig die Zungen in den Hals steckten. Ich hatte nichts gegen Küsse, aber das war ja ein regelrechtes Ablecken.

,,Hamilton!", grölte Kenneths Stimme neben mir und er kam auf mich zu getorkelt. ,,Wir ha'm gewonnen, Hamilton! Wahn-Sinn!"

,,Ja, super." Ich tätschelte kurz seine Schulter und kämpfte mich bis zu Cara und Liam durch. Nach lautem Räuspern wurden sie dann auch irgendwann auf mich aufmerksam und Cara schenkte mir ein breites Lächeln. Ich lächelte zurück: ,,Glückwunsch!"

Liam stand auf und nahm mich sogar in den Arm. ,,Cool, dass du noch gekommen bist." Ich nickte lächelnd und schon zog mich auch Cara in eine Umarmung. ,,Wie war es im Tierheim?"

,,Kein Kätzchen ist gestorben.", sagte ich und streckte grinsend meinen Daumen in die Luft. Beiden entfuhr ein lautes Lachen.

Nach 20 Minuten hatte ich auch schon ein Getränk in der Hand, doch so wie Kenneth auf der Tanzfläche abging, wollte ich sein Gebräu gar nicht erst testen. Irgendetwas außer Alkohol war da sicherlich auch noch im Spiel.

Es wurde oft angestoßen und Cara fing auch schon an so langsam wegzunicken, doch das passierte ihr immer nach einigen Shots. Sie war da nicht so standhaft, wenn es um Alkohol ging. Mich nannte sie jedoch immer Panzer, wenn es darum ging viel zu trinken. Ich vertrug ziemlich viel und irgendwie war ich wirklich froh darüber.

Als ich schließlich auch schon einiges getrunken hatte, was nicht nur alkoholisches mit einbezog, suchte ich die Toilette auf. Nach zwei erfolglosen Türen, schreckte ich leicht zusammen, denn zwei Leute versuchten gerade irgendetwas obszönes zu machen, was ich nicht mit ansehen wollte. Das Mädchen sollte definitiv ihr Hintertürchen geschlossen halten, denn ich war mir nicht so sicher, ob sie das mit so einem schmierigen Typen erleben wollte.

Ich ging dann irgendwann ins Obergeschoss, wo es deutlich ruhiger zuging. Es gab sogar eine Tür mit der Aufschrift ,,WC", worüber ich sehr glücklich war. Ich öffnete die Tür, doch anscheinend war ich zu euphorisch über das stille Örtchen, sodass ich glatt über etwas stolperte.

Zwei Hände fingen mich auf, doch mein Kopf knallte trotz dessen an den Badewannenrand an. ,,Aua!", jaulte ich auf und versuchte mich irgendwie aufzustellen. Harrys grüne Augen sahen mich groß an und ich starrte ihn ebenso an.

,,Was machst du denn hier?", fragten wir beide gleichzeitig.

,,Ich wollte auf die Toilette, aber das ist auch verständlich. Du sitzt hier nur in einem dunklen Badezimmer auf dem Boden rum!", fauchte ich und hielt mir die angeschlagene Stelle am Kopf fest.

,,Sorry...", murmelte er nur und rieb sich seine Augen. Erst jetzt fiel mir seine linke Hand auf, die in einem Verband steckte. ,,War das Spiel so hart?", ich deutete auf seine Hand.

Kurz betrachtete er diese und schaute mich dann an: ,,Ist nicht ganz so lustig, wenn dir ein Strong Safety auf die Hand tritt."

Dann sah ich euch erst die ganzen Verbandsmaterialien neben ihm liegen. ,,Warum bist du nicht aus dem Spiel gegangen? Du hättest dich am Feldrand vernünftig verarzten können."

,,Gilmoure war nicht da, wir hatten keinen Ersatz. Ich kann doch nicht schon beim ersten Spiel des Saison ausfallen."

Ich ließ mich neben Harry nieder und legte seine Hand auf meinen Schoß. Das Verband war absolut locker.

,,Ein Arzt wäre sicher die bessere Lösung, aber ich kann das definitiv besser als du.", sagte ich schmunzelnd und nahm das Verband vorsichtig von seiner Hand. Man sah einen deutlichen Bluterguss auf seinem Handrücken und Handgelenk. Ich kramte im Erstehilfekasten rum, bis ich eine kühlende Creme fand, die ich vorsichtig drauftupfte.

Dann nahm ich ein neues Verband und versuchte so gut wie möglich das Gelenk zu stabilisieren. ,,Woher kannst du das?", fragte Harry leise und starrte gebannt auf meine Arbeit.

,,Mein Bruder kam oft so wie du nachhause. Er wollte nie zum Arzt und irgendwann hat mein Dad angefangen all seine Verletzungen bestmöglich zu behandeln. Wenn Jay dann nach solchen Partys nachhause kam und Dad schon geschlafen hat, hat er immer mich angebettelt ihm zu helfen."

Ich hob seine Hand ein letztes mal an, doch Harry zischte auf. Es war schwer vorsichtig mit so einer Hand umzugehen. ,,Sorry...", murmelte ich und klebte ein letztes Tape dran.

,,Kein Problem...", hauchte er plötzlich leise neben mir. Ich schaute auf und Harry guckte mir direkt in die Augen. Seine Lippen waren rissig und er leckte leicht drüber. Selbst im dunklen leuchteten seine Augen grün auf.

Ich nahm einen tiefen Luftzug, bevor ich meinen Mund aufmachte: ,,Ich würde jetzt gerne auf die Toilette gehen."

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⏰ Letzte Aktualisierung: Jul 21, 2017 ⏰

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