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Als eine Krankenschwester später noch einmal nach den Kindern auf dem Zimmer neun schaut, würde sie am liebsten ein Foto machen. Dieses Bild ist einfach zuckersüß.

Alex und Lilli schlafen gemeinsam in einem Krankenbett und Lillis Kopf liegt auf seiner Brust, während er einen Arm um sie geschlungen hat und sie sanft an sich gedrückt hält. Dazu schläft Alex auch noch mit offenem Mund und schnarcht ganz, ganz leise. Die Bettdecke liegt dafür unten auf dem Boden.

Leise hebt die Krankenschwester die Bettdecke auf und deckt die Geschwister zu, bevor sie noch den Plüschesel aufhebt und ihn auf das Bett legt. Davon wird Alex kurz wach. Allerdings schläft er kurz darauf wieder ein, als er bemerkt, dass die Krankenschwester ihn und Lilli nur zugedeckt hat.

Zufrieden seufzt er leise und kuschelt sich noch ein kleines bisschen enger an seine kleine Schwester. Dann ist er wieder still.

Einen Moment steht die Krankenschwester einfach nur am Bett der beiden und beobachtet sie.

Sie findet es einfach zu süß, wie sehr Bruder und Schwester aneinander hängen.

Schließlich dreht sie sich um und geht zum dritten Bett, welches in dem Zimmer steht.

Auch das Mädchen deckt sie sachte zu, weil sie sich abgedeckt hat. Und als die Krankenschwester erkennt, dass die kleine weint, setzt sie sich für einen Moment auf die Bettkante und streicht ihr sanft über den Kopf, während sie beruhigend summt.

Nach einer Weile fragt sie dann: „Was ist denn los, Tatyana?"

Doch Tatyana schüttelte nur den Kopf und schwieg.

„Hast du Heimweh?", riet die Schwester ins blaue hinein.

Kurzes zögern, dann wieder ein Kopfschütteln.

„Vermisst du deine Mama?"

Diesmal ein Nicken und ein schniefen.

Vorsichtig half sie dem rothaarigen Mädchen sich aufzusetzen und nahm es vorsichtig in den Arm, immer darauf bedacht nicht an die frische Wunde des entfernten Blinddarmes zu kommen und wiegt das Mädchen ein wenig.

„Ich verstehe, dass du deine Mutter vermisst, Tatyana. Aber schau mal, morgen nach dem Frühstück kommt deine Mama dich schon besuchen."

„Wirklich?"

„Ja, ganz wirklich."

Langsam wischt sich Tatyana die restlichen Tränenspuren weg, legte sich hin und ließ sich zu decken.

„Danke, Josi", murmelte das Mädchen noch, bevor es die Augen schloss und bald darauf einschlief.

Deswegen wollte Josi immer Kinderkrankenschwester werden: Weil sie die Kleinen etwas aufmuntern, ablenken und trösten wollte, von den ganzen Untersuchungen, die nun einmal sein mussten und nicht immer ganz angenehm für die Kleinen waren.

Als sie sich sicher ist, dass die Kleine schläft, steht sie wieder auf, vergewissert sich noch einmal mit einem Blick zu den Geschwistern, dass bei ihnen immer noch alles in Ordnung ist, dann geht sie raus.

Es gibt noch ein paar Zimmer, in die sie schauen wird, um festzustellen, ob bei allen Kindern alles in Ordnung ist.

Nun, so in Ordnung, wie es nur sein kann, wenn man ins Krankenhaus muss.

Am nächsten Tag nach der Visite und ein paar Nachuntersuchungen steht fest, dass Alex in Ordnung ist und zurück ins Heim darf.

Das passt Alex so nicht ganz in den Kragen, denn er muss ja bei Lilli bleiben, um auf sie aufzupassen! Immerhin könnte ihr hier alles mögliche passieren!

Ich komme zu dir zurück!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt