Es war eine finstere Nacht. Nicht einmal Sterne oder der Mond waren da, um Licht ins Dunkle zu bringen. Du gingst schnell, da dir das ganze ungeheuer vorkam. Wahrscheinlich warst du nur paranoid, aber man konnte ja nie wissen. Dein Herz raste vor Angst und du atmetest schnell. So gingst du im Laufschritt die schmutzige Straße entlang. Endlich, du warst am Haus angelangt. Du wurdest zu einer Party eingeladen, etliche Leute aus deiner Uni waren dort. Du klingelst und zündest dir sogleich eine Zigarette an. Du rauchst normalerweise nicht, nur auf Partys, denn du wolltest dazugehören. Locker lehnst du dich dabei gegen die Hauswand. Jemand öffnet dir, die Musik dröhnte nun noch lauter hervor, als zuvor. Ein großer Junge stand vor dir, du kennst ihn nicht. Ihr sagt euch kurz ,,Hallo" und geht beide wieder rein, mitten in das Geschehen. Die Leute tranken, als gäbe es kein Morgen, tanzten, alberten rum und manche verschwanden zusammen auf ein Zimmer. Du schaust dich um, auf einem Sofa entdeckst du einen Jungen. Er ist nicht besonders auffällig und du hättest ihn auch fast übersehen. Er hat bräunliches Haar und trägt ein royal blaues Hemd. Seine Haltung zeigt, dass er eigentlich gar keine Lust auf diese Party hat. Doch trotzdem saß er dort und zog an einer Zigarette, so wie du. Du beschließt dich hinzugehen, da seine Distanz ihn interessant für dich macht. ,,Magst du die Musik nicht?", fragst du ihn so laut es geht, in der Hoffnung gegen die Musik anzukommen. Sein gelangweilter Blick schweift nun zu dir. Er verzieht keine Miene:,,Nein, ich mag Menschen nicht." Du lachst:,,Wer tut das schon?"
Jetzt sagt er nichts mehr, die Situation wird dir unangenehm. Schnell reichst du ihm die Hand:,,Ich bin [d/n]. Und du?" ,,Ich bin Helen.", sagt er. Du warst kurz davor die Hand wieder wegzunehmen, da er sie noch nicht ergriffen hatte, doch genau dann tat er es. Jetzt lächelte er, doch es wirkte irgendwie gequält. ,,Was hasst du an Menschen so? Vielleicht können wir ja Gemeinsamkeiten darin finden, was wir an Menschen so verachten.", schlägst du ihm vor. Nun wurde seine Miene wieder ganz kalt:,,Sie sind so einfach gestrickt, so durchschaubar. Indem sie andere fertig machen, fühlen sie sich besser. Sie können weder reflektieren, noch weiterdenken. Einfach dem System nachgehen, dann ist alles gut." Du bist baff, so eins ernste Antwort hattest du nicht erwartet. Doch er hatte Recht, die Meisten Menschen waren tatsächlich genauso. Auch du konntest das nicht leiden. In der Vergangenheit hattest du viel mit Gerüchten und Gossip zu tun. Es hat dich schon immer angekotzt. ,,Stimmt, aber Karma regelt sowas meiner Erfahrung nach immer.", erzählst du. Er grinst:,,Ich bin Karma." Du wunderst dich was er damit meint. ,,Solche Menschen verdienen ein grässliches Schicksal.", redet er weiter. ,,Ach, die würden doch nichts aus schlimmen Dingen lernen, deshalb sind sie ja so einfach gestrickt.", ergänzt du ihn. Er überlegt kurz, dann sieht er dich an:,,Du hast Recht, sie würden immer so weiter machen."
Erst jetzt fällt dir auf, dass er eine Art Notizblock auf seinen Schoß liegen hatte. Du zeigst darauf:?,,Wofür ist das?"
,,Ich zeichne.", klärt er dich auf. Du willst den Notizblock nehmen, um dir die Zeichnungen anzusehen. Doch bevor du das tun kannst, packt er dein Handgelenk. Nicht dolle, aber auch nicht sanft. ,,Nicht anfassen.", zischt er förmlich. Du siehst ihn leicht geschockt an:,,Oh, sorry. Ich hätte nicht gedacht, dass es so privat ist." Er lässt dich los und plötzlich lächelt er charmant:,,Schon gut, konntest du auch nicht wissen. Hast du vielleicht Lust weg zugehen, an einen ruhigeren Platz? Natürlich noch hier auf dem Gelände." Du wirst leicht rot und nickst:,,Klar, warum nicht."
So führt er dich in den Garten des Hauses. Alle anderen hielten sich drinnen oder im Wintergarten auf, da es draußen abends noch nicht so angenehm war. Es ist grade mal Anfang Mai und das gute Wetter lässt noch auf sich warten. ,,Schon besser.", sagt er. Die Musik ist jetzt nur noch ein dumpfes Hintergrundgeräusch der Nacht und die lauten Menschen ein Schatten der Unterhaltung. ,,Interessierst du dich für Kunst [d/n]?" ,,Oh, es geht. Eher für außergewöhnliche Künstler, nicht die klassischen Bekannten. Darf ich fragen was du so zeichnest?", willst du wissen. Du wunderst dich, warum er ein solches Geheimnis aus seinen Zeichnungen macht, wenn er sie doch sogar mit auf eine Party nimmt. Helen lacht:,,Ach vieles, hauptsächlich Menschen ähnliches. Oft auch bloß was mir so durch den Kopf geht. Deswegen soll es auch keiner sehen." Du weißt nicht ganz, ob du ihm glauben sollst, dass das der wirkliche Grund ist. Trotzdem lächelst du ihm glaubend zu. Du willst es dir ja nicht gleich mit einem süßen und geheimnisvollen Jungen versauen.
,,Ach weißt du was, ich glaube dir kann ich es zeigen. Oder noch besser, du kannst mir bei einer neuen Zeichnung helfen.", schlägt er vor. Du bist nicht nur begeistert, sondern freust dich auch über sein Vertrauen. ,,Das wäre echt cool!", stimmst du zu. ,,Willst du vielleicht doch woanders hin? Du könntest mit zu mir. Wäre bestimmt witzig."
Mehr musste er gar nicht sagen, auch wenn es vielleicht naiv war, du warst sofort überzeugt. So führte er dich also weg von dem Haus und steuerte auf einen Waldweg zu. ,,Keine Angst, das ist bloß eine Abkürzung, wir sind gleich da. Meine Brüder sind zu Hause, aber die sollten uns nicht stören.", versichert Helen. Du grinst:,,Schon gut, ich vertrau dir. Aber, wenn ein Mörder kommt, musst du mich beschützen."
Helen lacht nervös. Ihr geht noch circa fünf Minuten, dann steht ihr vor einem großen Anwesen. ,,Du hättest ruhig erwähnen können, dass du reich bist." ,,Ach, bin ich doch gar nicht. Das ist schon uralt und war anfangs echt runtergekommen, daher war es relativ günstig.", erklärt Helen dir. Ihr geht rein und er zeigt dir schnell den Weg in sein Zimmer. Wahrscheinlich wollte er vor seinen Geschwistern flüchten. Sein Zimmer war recht schlicht, das hattest du nicht erwartet. Du hättest mit etwas kreativen, ausgefallenen gerechtet. Wobei, schwarze Fliesen waren nun auch nicht so üblich für ein Schlafzimmer. Seine Wände waren grau und die Möbel weiß. Er besaß einen großen Schreibtisch, den er vermutlich zum Zeichnen benötigte. An dem Schreibtisch steht ein Stuhl, auf dem du sogleich Platz nimmst. ,,Du bist wirklich hübsch, ich glaube ich werde dich jetzt zeichnen. Also beweg dich nicht."
Wieder musst du grinsen:,,Na gut, ich bin wie eingefroren." ,,Perfekt.", sagt Helen. Es vergehen bloß 20 Minuten bis zur Fertigstellung des Bildes. Stolz zeigt er es dir. ,,Wow, das ist verdammt gut. Sieht aus als wäre die Zeichnung lebendig.", stellst du, erstaunt von seinem Talent, fest. ,,Vielleicht ist sie das ja, ich bin eigentlich Dorian Gray.", witzelt er. Er legt die Zeichnung auf den Boden und kommt dir näher. Ihr seht euch tief in die Augen, blaue Kälte blickt dir entgegen. Sanft küsst dich Helen. Du erwiderst den Kuss und verlierst dich darin. Gemeinsam fallt ihr aufs Bett. Er fährt mit einer Hand durch dein [d/hf] Haar. Grade willst du Luft holen, als etwas deine Kehle durchdringt. Du versuchst zu würgen, aber bekommst kaum einen Ton heraus. Grade so ein krächzen macht sich breit. Ein Messer steckt in deinem Hals. Helen lächelt:,,Jetzt kann ich die Zeichnung vollenden." Noch im selben Moment hebt er dich vom Bett und zieht das Messer raus aus deinem Hals. Du versuchst dich zu wehren, doch Helen hält dich mit einer enormen Kraft fest und du spürst wie dir die Energie aus dem Körper gezogen wird. Dein Blut spritzt überall hin. Achtlos lässt er dich auf den Boden fallen. Er weiß du bist gleich tot und hast keinerlei Chance mehr zu flüchten oder dich in irgendeiner Form zu retten. Er nimmt sich einen Pinsel und tunkt diesen in deine Stichwunde. Du willst schreien, doch es geht nicht. Dieses Gefühl erdrückt dich noch mehr, als der Schmerz. Fröhlich malt er mit deinem Blut auf der Zeichnung von dir herum. Du willst irgendwas machen, doch außer zusehen bleibt dir nichts anderes übrig. Die Schmerzen durchfluten deinen ganzen Körper. Dir wird schwindelig. ,,Na, ist es jetzt lebendig?", fragt er lachend und zeigt es dir. Doch du kannst nichts mehr sehen, geschweige denn hören. Das Leben hat dich verlassen. Doch nicht für Helen, für Helen lebst du in seinem Bild auf ewig weiter.
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Creepypasta x Reader
FanficWie der Titel schon sagt werde ich hier Creepypasta x Reader One Shots schreiben. Wünsche nehme ich gerne entgegen! Viel Spaß beim Lesen :) (es tut mir leid, dass hier zurzeit nicht geupdated wird, aber ich habe extrem wenig Zeit durch Arbeit, Schul...
