Lieber Thomas,
ich weiß nicht, ob das der erste Brief ist, den ich schreibe. Ich kann mich natürlich nicht daran erinnern, ob ich vor dem Labyrinth welche geschrieben habe. Aber selbst, wenn es nicht mein erster ist, ist es vermutlich mein letzter.
Ich möchte, dass du weißt, dass ich keine Angst habe. Jedenfalls nicht vor dem Tod. Mehr vor dem Vergessen. Dass ich mich selbst an das Virus verliere, das macht mir Angst.
Und deshalb sage ich jeden Abend laut ihre Namen. Alby, Winston, Chuck.
Ich wiederhole sie immer und immer wieder, wie ein Gebet.
Und dann fällt mir alles wieder ein.
Zum Beispiel all die kleinen Dinge, wie die Sonnenstrahlen auf die Lichtung gefallen sind, in diesem einen perfekten Moment, bevor die Sonne hinter den Mauern verschwand. Ich erinnere mich den Geschmack des Eintopfs, den Bratpfanne gekocht hat. Hätte nie gedacht, dass mir das Zeug mal so sehr fehlen würde.
Und ich erinnere ich an dich. Als du das erste Mal in der Box zu uns raufgekommen bist. Ein verängstigter, kleiner Frischling, der sich nicht mal an seinen Namen erinnern konnte.
Aber von dem Moment an, als du ins Labyrinth gerannt bist, wusste ich, dass ich dir überall hin folgen würde. Und das bin ich. Wie wir alle.
Wenn ich alles noch einmal machen könnte, würde ich es tun und nicht das Geringste daran ändern. Und ich wünsche dir das du, wenn du in vielen Jahren auf das alles hier zurückblickst, dasselbe sagen kannst.
Die Zukunft liegt jetzt in deiner Hand Tommy. Und ich weiß, du findest einen Weg, und wirst das Richtige zu tun. So wie immer.
Pass mir gut auf alle auf. Und pass auf dich selbst auf. Du hast es verdient, glücklich zu sein.
Danke, dass du mein Freund bist.
Machs gut, Kumpel.
Newt
Thomas
Starr war mein Blick auf den Brief geheftet. Tränen liefen mir die Wange hinunter, als ich daran dachte, dass ich, ihn umgebrachte habe. Ich wollte ihm noch so vieles sagen. Ich erinnerte mich an die Sachen, die er mir an den Kopf geknallt hat.
———
,,Das war alles ... deine ... Schuld!" Er zerrte an meiner Hand, in der ich die Waffe hielt und drückte sie sich an seine eigene Stirn.
,,NA LOS! BRING MICH UM!"
,,Nein, Newt!"
,,Bring mich um, du Feigling! Befrei mich von meinen Qualen."
,,Ich kann das nicht."
,,Mach mich kalt oder ich mach dich kalt! Tu es, bevor ich einer von denen werde!"
,,Ich..."
,,TÖTE MICH! Bitte, Tommy. Bitte."
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,,Hey, Thomas? Alles okay?" Minho stand plötzlich hinter mir.
,,Ja ... ich habe nur gerade an Newt gedacht." Meine Stimme klang fremd.
Ich erinnerte mich, wie ich Newt das aller erste Mal gesehen habe.
Rückblick
Es ist dunkel und die Luft ist kalt. Metall knirscht auf Metall, dieses Geräusch hinterlässt auf meinem gesamten Körper eine Gänsehaut. Das Ding in dem ich mich befinde bewegt sich schnell nach oben, die Seiten, Decke und der Boden bestehen aus Gittern, aber um mich herum war nur Dunkelheit.
,,Hilfe!" Schrie ich. ,,Hilfe!" Doch keiner hörte mich. Plötzlich ging über mir ein rotes Licht an und das Ding kam mit einem Ruck zum stehen und es wurde still.
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Broken Wings
FanfictionSie haben das Labyrinth überlebt, die Brandwüste und die Todeszone. Thomas und seine Freunde sind durch die Hölle gegangen. Aber die letzte Prüfung muss Thomas alleine überstehen. Newt hat überlebt. Wird er ihn retten können, oder wird er daran zu G...
