Nine

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Thomas
Nachdem ich wieder einen sicheren Stand hatte, lief ich ihm nach. Als ich um die Ecke bog stand er da. Aus einem Impuls heraus schlang ich meine Arme um ihn.

,,Newt, komm mit mir. Ich kann dir helfen, dich retten. Newt du musst es nur zulassen."

Ich merkte wie er sich verspannte. Ich ließ ihn los und Newt drehte sich zu mir um. Er sah schlimm aus, noch bevor ich richtig schalten konnte ging er auf mich los.

Er warf mich zu Boden und fing an mir die Luft abzuschnüren.

,,Niemand kann mir helfen, sieh mich doch an. Ich bin krank, Tommy. Hörst du?"

Ich versuchte mich gegen seinen Griff zu wehren, aber durch das Virus hatte er wohl ein bisschen was an kraft gewonnen. Mir kam ein Gedanke, hoffentlich funktioniert das.

,,Newt, ich liebe dich", krächzte ich.

Der Griff mit dem Newt meinen Hals umklammerte lockerte sich, er sah mich an.

,,Du kannst mich nicht lieben, ich bin ein Monster."

,,Nein, Newt. Du bist kein Monster. Ich bin es. Ich hab dich zurückgelassen. Ich hab dich eigentlich umgebracht."

Newt schüttelte den Kopf.

,,Du wolltest mir nur helfen."

,,Lass mich dir helfen, das Serum aus meinem Blut, es ist im sicheren Hafen. Du kannst wieder du werden. Bitte, Newt."

Newt sah mich an und zog langsam seine Hände von mir, blieb aber auf meinem Schoß sitzen. Langsam, um ihn nicht zu erschrecken, setzte ich mich auf. Ich legte meine Hände an seine Wange und zog seinen Kopf zu mir runter.

Unsere Lippen berührten sich, aber es war nur von kurzer Dauer, den Newt zog sofort seinen Kopf weg.

,,Warum tust du das?" Er klang verzweifelt.

,,Weil ich dich liebe, Newt. Und ich will dich nicht nochmal verlieren."

Ich sah wie sich langsam Tränen in seinen Augen bildeten und überliefen. Sanft zog ich ihn in meine Arme und strich ihm beruhigend über den Rücken. Ich hatte ihn wieder, ich hatte meinen Newt wieder.

,,Tommy, glaubst du wirklich das du mich retten kannst?" Ich sah ihn an und nickte.

,,Ich liebe dich, ich werde alles tun was in meiner Macht steht."

Langsam stand Newt von meinem Schoß auf und half mir auf.

,,Komm mit mir."

Ich hielt ihm meine Hand hin, zögernd ergriff er sie und ließ sich von mir aus dem Kaufhaus ziehen. Ich hielt seine Hand fest umklammert als wir uns auf dem Weg zurück in die Richtung machten aus der ich gekommen war.

Da Newt sich nicht so schnell fortbewegen konnte, brauchten wir die doppelte Zeit. Nach fast vierzehn Tagen kamen wir wieder am sicheren Hafen an. Ich schleppe ihn sofort in ein Zelt, wo er mein Serum erhalten sollte.

Die Stunden zogen sich, eigentlich sollte das Serum schon längst seine Wirkung zeigen. Um auf Nummer sicher zu gehen, lief ich zu dem Zelt. Newt war nicht da, panisch sah ich mich nach ihm um und erblickte ihm oberhalb des Hafens, auf einem Felsvorsprung.

Ich rannte zu ihm und stellte mit erschrecken fest, das ihm mein Serum überhaupt nicht helfen konnte.

Über sein Gesicht zogen sich bläuliche Adern, mit leeren Augen sah er mich an.

,,Tommy, es tut mir leid."

Mit diesen Worten drehte er sich um und stürzte sich von dem Vorsprung.

Broken WingsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt