der umbruch

117 28 2
                                        

M hatte sich noch nicht vollständig vorbereitet, er war es gewöhnt, dass das Ding erst später erscheinen würde. Die Nacht schritt schneller voran, rannte auf ein Ereignis zu, andante zu moderato zu allegro und M packte hektisch ein, was er immer einpackte: einige Kerzen, Beutel voll mit Zündhölzern, Feuerzeuge, ein wenig Wasser, ja sogar die so nutzlose Taschenlampe nahm er mit in den äußeren Teil des Zuhauses. Vom Abgrund, der sich in die Zeit schlich, bemerkte der Junge nichts.

Mit einem flauen Gefühl nahe dem Brustbein - Sternum - platzierte er sich auf dem einsamen Stuhl hinter dem Fenster. Ein letztes Mal rückte er die Lehne zurecht, um einige Stunden dort verbringen zu können. Dann sah er nach draußen.

Das Ding wartete augenscheinlich auf M, zumindest glaubte er, dies erahnen zu können.

Langsam kippt die Erde, neigt sich immer weiter. Spielfiguren rollen machtlos wie immer über das Feld, der Willkür des Universums ausgeliefert.

Sie neigt sich weiter.

Das Ding näherte sich, stetiger als bisher. Ohne Pause, oder gar Gnade. Presto.

M starrte und im falschen Moment fegte das Zuhause die Kerze vom Sims.

Sie kippt, verliert das Gleichgewicht. Die Erde fällt, zerschellt auf dem Boden der Tatsachen.

Alles, alles begräbt sie unter sich. Oh, all unsere Wahrheit, zerplatzt, in ihrer Substanzlosigkeit.

Schwärze umgab die Fetzen der Zeit, bis M schließlich eine neue Kerze dem Feuer übergeben hatte. Er setzte sich auf, ein Schlag durchfuhr die Stille und das kleine Menschenkind sah sich, Zentimeter entfernt von seinem so beschlossenen Ende.

Oh, unsere Wahrheit.

mWo Geschichten leben. Entdecke jetzt