Nach der Schule fragte Jungkook mich, ob er mich nach Hause begleiten könne. Und da ich keine Selbstbewusste Fassade aufrecht erhalten muss, willigte ich ein.
Anfangs sagte keiner von uns etwas. Wir genießten einmal mehr diese Ruhe zwischen uns. So hatte ich Zeit, über die ganzen Geschehnisse des Tages nachzudenken. Wahrscheinlich tat Jungkook das auch.
Nach all er langen Zeit haben wir uns gesagt, was wir für den anderen empfinden. Jungkook war so mutig gewesen. Ich glaube, selbst wenn ich so selbstbewusst wie Mija oder Taehyung wäre, hätte ich das, was Jungkook gemacht hat, niemals abziehen können. Sollte ich mich vielleicht bei ihm bedanken? Eigentlich bedankt man sich nicht für ein Liebesgeständnis, aber sein Mut war so...
Dass er sich überwunden hat, hat auch mich dazu gebracht es ihm zu sagen. Ich sollte wirklich noch etwas dazu sagen. Denn... ich bin auch echt stolz auf ihn.
"Jungkook?", fragte ich leise. Er drehte seinen Kopf etwas zu mir und wartete, bis ich weiter sprach. "Dass du... mir das Liebesgeständnis vor all diesen Menschen gemacht hast... das war echt mutig von dir. Und ich... habe immer gehofft, dass du den ersten Schritt machst. Danke."
Auch ich drehte meinen Kopf in Jungkooks Richtung. Ein Lächeln zierte seine Lippen. "Danke, Lina. Aber ich hatte auch irgendwie den Drang das zu machen. Nicht nur weil meine Freunde meinten, dass ich das nun endlich hinter mich bringen sollte, sondern auch, weil ich...
Naja, ich wusste ja schon vorher, dass du mich zumindest magst und ich glaube das hat mich einfach zu verleitet, dir es endlich zu sagen. Aber ich hätte eine Bitte an dich. Würdest du mich wieder Kookie nennen?"
Irgendwie leicht verwirrt und überrascht sah ich ihn an. Seit Anfang des Schuljahres sollten wir ihn alle nur noch Jungkook nennen. Aber dieser Name gehört zu seinem selbstsicheren Ich. Kookie war immer für die schüchterne und niedliche Seite in ihm.
"Natürlich, Kookie."
Ohne weitere Worten liefen wir zu mir nach Hause. Jungkook bracht mich bis zu meiner Haustür. Bis eben hatte ich das Schweigen genossen, aber nun standen wir uns unbeholfen gegenüber und wussten nicht, wie wir uns verabschieden sollten.
Auch in diesem Moment wünschte ich, dass Jungkook den ersten Schritt macht, aber er hat heute schon so viel getan. Da könnte ich... doch auch mal etwas machen. Ich ging einen Schritt näher auf ihn zu und umarmte ihn. Er schien verwundert zu sein, weil ich mich nicht sofort zurück umarmte. Kann ich aber völlig verstehen. Ich hätte nicht anders reagiert.
Wir lösten uns langsam voneinander. Ein letztes Mal lächelten wir uns an und mein Freund machte sich auf den Weg zu sich nach Hause. Ich sah ihm noch hinterher, bevor ich die Tür aufschloss und rein ging.
Mein Lächeln auf den Lippen war immer noch nicht verschwunden. Glücklich lief ich in die Küche, um mir irgendwas Leckeres zu essen zu suchen. Doch das Einzige, das ich fand, war meine Mutter. "Hallo Lina. Wie war dein Tag?"
Jetzt wie gewöhnlich mit "Ja, so wie immer" zu antworten, war eine Untertreibung. Es war einer der besten Schultage, die ich je hatte. Nur... sollte ich meiner Mutter sagen, dass ich mit Jungkook zusammen bin? Irgendwie fühlte ich mich noch nicht bereit dazu.
"Mein Tag war toll. Was gibt es denn zum Mittag?", wechselte ich das Thema geschickt. Meine Mutter ging auch darauf ein. "Ich habe ich mit Nudeln und Tomatensoße probiert. Das Internet hat mir dieses Gericht vorgeschlagen und ich habe es ausprobiert. Mal sehen, was draus wird. Aber sag mal", begann meine Mutter und legte den Kochlöffel aus der Hand, "Ist Jungkook heute wirklich wieder in der Schule gewesen?"
Warum musste sie das ausgerechnet jetzt fragen? Aber es ist unhöflich nicht zu antworten, also beantwortete ich die Frage knapp. "Ja, war er." Doch meine Mutter wusste genau, dass das noch lange nicht alles war. Ich liebe meine Mutter ja, aber das kann ich im Moment nicht gebrauchen.
"Hat er irgendetwas zu dir gesagt?", hakte meine Mutter weiter nach. Ja, ich liebe dich. Aber das kann ich ihr doch nicht so sagen.
Meine Mutter drehte sich nun zu mir um. "Hilft es dir, wenn ich sage, dass ich dich und Jungkook gesehen habe?" Sie hatte was? Sie hatte uns wirklich gesehen? Dann kann ich es ihr ja... vielleicht doch sagen.
"Jungkook kam heute in die Schule und hat sich auch normal verhalten. Zumindest bis er mit seinen Freunden gesprochen hat. Danach war er ein bisschen nervös. Naja und dann..." Weiter wollte ich irgendwie nicht erzählen. Ich wünschte, meine Mutter wüsste einfach was passiert ist.
Meine Mutter kam zu mir rüber und stellte mir mit ruhigem Tonfall die nächste Frage. "Ist das, was danach passiert ist positiv oder negativ für dich gewesen?" Ganz leise nuschelte ich das Wort positiv und wartete auf eine Reaktion ihrerseits.
"Es würde mich etwas wundern, wenn du die nächste Frage mit ja beantwortest, aber... Seid ihr euch heute etwas näher gekommen?" Ich nickte nur. "Etwas mehr als etwas?" Wieder nickte ich.
"Seid ihr zusammen?"
Meine Augen weiteten sich bei ihrer Frage. Wie hoch war denn die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sie das fragt und die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ich die Frage mit ja beantworten kann? Dass er mir heute ein Liebesgeständnis gemacht hat, hat mich überrascht. Meine Mutter aber, schien das irgendwie erwartet zu haben.
Sollte ich jetzt nicken oder den Kopf schütteln? Wenn ich nicke, muss ich es nicht so sagen, dass wir zusammen sind. Wenn ich den Kopf jetzt aber schüttle, dann lüge ich sie an und ich muss es ihr trotzdem irgendwann erzählen.
Folglich entschied ich mich für das Nicken.
"Wirklich?! Ich freue mich ja so." Meine Mutter war wohl genauso glücklich wie ich vorhin. Sie nahm mich vor Freude sogar in den Arm. "Aber erzähl. Wie hat er das gemacht? Bestimmt an irgendeinem romantischen Ort, wo ihr beide alleine wart." Man könnte fast glauben, dass meine Mutter ein Jugendlicher ist, wenn man nur auf das hört, was sie sagt. Eben war sie noch ruhig und nun aufgedreht. Seltsam.
Ich schüttelte wahrheitsgemäß den Kopf, was meine Mutter zur Verwunderung brachte. "Er ist mit mir nach draußen und hat sich sogar auf eine Bank gestellt. Seine Freunde und ein paar fremde Schüler standen bei uns. Er hat mir seine Liebe vor so vielen Menschen gestanden. Daraufhin habe ich auch meinen Mut zusammen genommen und ihm, aber viel schüchterner, auch meine Liebe gestanden. Und dann hat er gefragt, ob wir zusammen sein wollen, was ich nun einmal bejahte."
"Oh, das war echt süß von ihm. Aber auch sehr mutig." Meine Mutter drehte sich um und lief zum Herd. Ganz leise, sodass sie es nicht hören konnte, flüsterte ich: "Ja, das war es."
_______________
1109 Wörter
~🌹LY🌹~
DU LIEST GERADE
Changes | BTS Jungkook FF |
FanfictionWas, wenn man sich verändern muss, damit eine Person, die schon immer unerreichbar war und nun noch unerreichbarer geworden ist, einen endlich bemerkt? Doch es ist nicht immer leicht sich zu verändern. Aber manchmal lohnt es sich, das zu tun. Ich mu...
