Text - Ich

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Als sie sich gegenüber von mir hinsetzte, war sie für mich erst einmal das normalste Mädchen der Welt.
Jeansjacke, weißes Shirt, schwarze Jeans und Chucks. Mittellange, braune Haare und Kopfhörer.
Erst als ich das zweite Mal hinsah, fielen mir die unzähligen Sommersprossen auf, die sich wie eine kleine, eigene Galaxie über ihre Nase zogen.
Sie bemerkte anscheinend, dass ich sir anstarrte, denn sie schaute mich aus ihren blauen Augen heraus an, lächelte ein wenig verwirrt und verkrampft und schaute dann wieder aus dem Fenster.
Auf einmal hätte ich gerne gewusst, wie es in ihrem Kopf aussah.
Dachte sie an ihre Freunde?
Nein. Dafür sah sie nicht glücklich genug aus. Sie schien entrückt, als wäre sie in einer Welt, in der nur sie Zutritt hatte.
Man konnte ihre Musik bis zu mir hin hören und es war eine Mischung die mehr über sie verbarg als preisgab. Von englischem Rap über Troye Sivan bis hin zu Panic! At the disco war alles dabei.
Je länger ich sie beobachtete, desto mehr fiel mir an ihr auf.
Ihre Chucks, die sie mit unterschiedlichsten Zeichen und Wörtern bemalt hatte, ihre winzigen Hände, die nie ganz still liegen konnten.
Als sie aufstand und ging sah ich, dass sie mit Edding die Rückseite ihrer Jacke bemalt hatte.
"Know your worth."
Und als sie leicht watschelnd, jedoch aufrecht und mit selbstsicheren Blick ihres Weges ging wusste ich: Wenn sie nicht schon genau wusste, wer sie war und wie viel sie Wert ist, dann würde sie es schon bald herausfinden.


Jo ich melde mich auch mal wieder. In diesem Text habe ich versucht mich aus einer außenstehenden Perspektive zu beschreiben, die Sachen wegzulassen die mich an mir selbst stören. Positivity und so.

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