17. Türchen

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Pov. 3rd Person
Non-AU

,,Nein! Bitte nicht! Lass mich nicht allein!" schluchzt der Große im Halbschlaf.

Gleich darauf kommt Louis ins Zimmer gestürmt.
In Jogginghose und ohne Shirt. Er arbeitet momentan an seinem neuen Album. Er wurde von Harrys betteln aufgeschreckt, das seit dem Tot seines Vaters wieder schlimmer geworden ist.

,,Baby, Harry, Schatz." Louis wird immer panisch, wenn er Harry so sieht.
Es bricht ihm das Herz.

Am Tage ist sein Freund stark und lässt sich nichts anmerken. Aber nachts, wenn er sich nicht richtig kontrollieren kann, kommt alles hoch.

Louis war da anders, als Jay starb.
Aber Harry war für Louis da. So wie Louis jetzt für Harry da ist.

,,Komm, wach auf", sagt Louis sanft und legt sich neben Harry und umarmt ihn.

Der Größere schreckt hoch und dreht sich verwirrt um.
,,Dad?" murmelt er leise.
Und ja, auch das bricht Louis das Herz.
Erneut.

Seine Liebe hat das nicht verdient.

,,Ich bin es, Haz", sagt er mit trauriger Tonlage.

,,Hey, Baby. Hab ich dich geweckt? Tut mir leid", murmelt Harry.

Louis seufzt auf, als er wieder mal bemerkt, wie sehr Harry sich auch vor ihm verstellt.

,,Wie geht's dir?" fragt der blauäugige dann.

,,Geht schon", antwortet sein Gegenüber, noch immer mit Tränen in den Augen.

,,Steh auf, wir machen jetzt etwas, was mir damals, als Mum gestorben ist geholfen hat."

Harry lässt sich mehr oder weniger freiwillig mitziehen.
Er hat sowieso keine Wahl.

Louis führt Harry in ihr Kreativzimmer.
Hier können sie ihre kreativen Seite ausleben.
Malen, schreiben, musizieren.
Alles geht hier.

Louis setzt sich mit seiner Lieblingsgitarre auf den Boden und fängt an die Akkorde von Just Hold On zu spielen.
Dann singt er.

Sein Harry hört ihn verzaubert zu. So wie immer.

,,Ich habe das Lieb geschrieben, während Mum um ihr Leben gekämpft hat. Aber das weißt du. Das hat mir im Laufe der Zeit geholfen. Baby, ich möchte, dass du auch einen Song schreibst. Erstmal nur den Text.
Versetzte dich dahin zurück, als Robin im Krankenhaus lag. Oder eine andere Zeit. Einfa-"

,,Louis, mir geht es gut!" schnauzt Harry ihn an, was der Kleine ihn jedoch nicht verübelt.

Er schüttelt bloß mit dem Kopf.

,,Du weinst jede Nacht und schreist danach, dass man dich nicht alleine lassen soll. Oder du murmelst Robins Namen. Du kannst mir nichts vormachen. Dir geht es nicht gut, sieh es ein."

Harry hat wieder Tränen in den Augen und weint nach ein paar Sekunden bitterlich.

,,Louis, es ist alles so unfair. Zuerst Jay und dann Dad. Was haben wir Gott getan? Wieso?" weint Harry in Louis Arm, der schnell zu ihm gekrabbelt ist und ihn umarmt.

Er setzt sich auf Harrys Schoß, dieser sitzt im Scheidersitz da.
Nun ist Louis größer.

,,Ich weiß wie es ist. Es tut alles schrecklich weh. Und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an Robin oder meine Mum denke. Ich habe beide unendlich geliebt.
Schreib deine Gefühle auf, Harry. Wenn du zu müde bist, komm zu mir ins Bett. Ich werde da sein. Ich bin immer da."

Louis drückt Harry einen sanften Kuss auf den Mund und dann auf die Stirn.

Er steht auf, holt einen Block und einen Stift und legt sie dem anderen Mann vor die Füße, ehe er den Raum verlässt.

Um vier Uhr am morgen kommt Harry ins Bett.

,,Fertig", murmelt er ehe er sich an Louis kuschelt und endlich, nach mindestens vier Wochen, wieder einmal ruhig schläft.

Um neun Uhr hält es Louis nicht mehr aus.
Er muss lesen, was Harry geschrieben hat.

Er befreit sich aus Harrys festen Griff, macht sich eine Tasse Tee und geht zu dem Zimmer, indem er gestern Nacht schon einmal war.
'Meet Me in the Hallway' steht in Harrys geschwungener Schrift auf dem Block.

Rings um auf dem Boden liegen zerknüllte Zettel.

,,Meet me in the hallway
Meet me in the hallway
I just left your bedroom
Give me some morphine
Is there any more to do?"

Louis sieht sofort das Szenario vor sich, indem Harry weinend vor dem Krankenhauszimmer seines Vaters zusammengebrochen war, nachdem Robin die entgültige 'Unheilbar' Diagnose bekommen hatte.

Allein das hatte Harry gebrochen. Es war eine schlimme Zeit, für beide Familien.

Louis streicht leicht über die verschwommenen Buchstaben in den nächsten Zeilen.
Harry hat geweint.

,,Just let me know I'll be at the door, at the door
Hoping you'll come around
Just let me know I'll be on the floor, on the floor"

Auch Louis stehen Tränen in den Augen.

Harry ist ein wundervoller Mensch.
Er liebt ihn so sehr, so sehr, dass es ihn manchmal selbst Angst macht.

Er würde alles für diesen Mann aufgeben.

Schnell wischt sich Louis die Tränen aus dem Gesicht und legt den finalen Song auf den Schreibtisch.

Als er am Schlafzimmer vorbeiläuft, um in die Küche zu gehen und seine leere Tasse zurückbringen will, sieht er, dass Harry immer noch ruhig schläft.

Harry steht erst am Anfang des langen Prozesses, der vermutlich nie enden wird.

Der Prozess, ein gebrochenes Herz zu heilen.

Als Louis alles zurück gebracht hat, legt er sich wieder zu Harry und umarmt ihn von hinten.
Hält ihn fest, gibt ihm Kraft und schöpft gleichzeitig Kraft und Hoffnung für sich.

Zusammen schaffen sie alles.

Larry Adventskalender 2018Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt