POV. Helena
Ich stand total unter Panik.
Vor ungefähr 10 Minuten bekam ich die Nachricht, dass ich zum Haupteingang kommen soll, um Lia zu begrüßen. Das war an sich auch kein Problem. Nur hatte ich mir, noch keine Gedanken darüber machen können, was ich zu ihr sagen werde, da mich die Überlegungen zu ihrer Persönlichkeit nicht mehr los gelassen hatten. Also habe ich mir so schnell wie möglich etwas überlegt müssen, das zwar nett, aber nicht zu aufdringlich klag. Als ich zum Schluss zufrieden war, bettete ich es hoch & runter, um es auch ja nicht wieder zu vergessen.
Unsere Direktorin wartete bereits draußen und empfing mich mit eines ihrer breiten Lächeln. Man musste diese Frau einfach mögen. Man hatte gar keine andere Wahl!
Frau Buchmann hatte dieses eine, sympathische Lächeln, das einen sofort an die vielen Bücherbeschreibungen einer herzlichen und vor allem liebevollen Oma, erinnerte. Und genau so war sie auch! Natürlich musste jeder in so einem Beruf, ein dickes Fell besitzen. Aber ihres schien oftmals einfach Zweckendbunden zu werden, in dem sie Leuten, egal im welchem Alter, einfach eine Schulter zu ausweinen bot. Natürlich schien es eher komisch, das ich die vor mir stehende Person, erst so kurz kannte und doch schon soviel über sie wusste. Aber Frau Buchmann gab sich auch nicht gerade viel Mühe, ihre Persönlichkeit zu verstecken.
Im Internet stehen ein Haufen Artikel über sie, wie sie Personen aus der Schule oder ihrem Umfällt, aus einer Vielzahl Problemen geholfen hat. Und das waren meistens diese Art Probleme die eine Person alleine niemals geschafft hätte zu lösen. Außerdem hatte ich sie schon dabei beobachtet, wie sie ein kleines Mädchen aufgemuntert hatte. Es wurde von den Jungs geärgert und wütend wie sie war, ist sie dann direkt zu Frau Buchmann gerannt und hat sich beschwert. Diese hat sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen lassen, und hatte erst ihrer Schilderung zugehört und dann ganz einfach die Kleine am Kinn genommen, ihr direkt in die Augen geguckt und gesagt: „Meine Kleine, willst du dich etwa von Jungs aus der Ruhe bringen lassen? Nein! Du möchtest ihnen doch beweisen, das du dir nichts von ihnen sagen lässt, oder? Genau! Also wirst du jetzt zurück gehen und ihnen, natürlich ohne Gewalt, zeigen, das du so nicht mit dir umgehen lässt!“ Und wirklich, das Mädchen hatte wie gebannt ihr zugehört, genickt und ist dann mit vollem Elan wieder weg gegangen.
Als sie mich jetzt darum bat, Lia hier alles zu zeigen, bemerkte sie sofort, dass ich unheimlich nervös war. Aller Dings konnte sie mich nur noch schnell aufmunternd angucken, da in diesem Moment auch schon das Auto, das Lias Ankunft ankündigte, vor uns hielt.
Die Panik wurde immer größer, und als die Tür sich endlich öffnete, war es mit mir schon fast vorbei. Ich wollte am liebsten sofort wegrennen und nie wieder kommen. Aber gut, ich musste mich jetzt dringend zusammen reißen. Schließlich wollte ich ja nicht, dass sie mich für völlig verrückt hält.
Aus dem Auto stiegen zwei Personen, eine nett aussehende Frau und ein Mädchen, das ungefähr mein Alter zu haben schien. Das musste wohl Lia sein. Frau Buchmann winkte ihnen entgegen und als wir uns beide dann gegenüberstanden, musterten wir uns gegenseitig. Mir fiel ein Stein vom Herzen, als ich sie in ihrer Pünktchenbluse und kurzer Hose sah. Lia hatte die Bluse reingesteckt, so dass das ganze Outfit viel lockerer wirkte. Außerdem hatte sie kein aufdringliches Make-up, was meine schlimmsten Befürchtungen entkräftete.
Sie war KEINE Schlampe!
Ich war so erleichtert, das ich meinen Einsatz fast verpasst hätte, aber ich schaffte noch: „Hey! Du musst Lia sein. Ich bin Helena. Wir wohnen ab heute zusammen in einem Zimmer.", schnell zu sagen. Sie antwortete: „Großartig! Freut mich dich kennen zu lernen. Wir werden bestimmt viel Spaß haben." So schnell wie möglich nahm ich ihren Koffer und wies ihr, mit einer schnellen Handbewegung, an mir zu folgen.
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Freundschaftsbrauch
Novela Juvenil"zwei Mädchen... eine Freundschaft .... und ein kleines Ritual , dass alles zu zerstören droht."