3 Monate später...
Lilias POV.
Ich wurde von einem schrillen Geräusch geweckt. Ich stöhnte genervt und schlug einmal auf meinen heiss geliebten Wecker. Ich hatte heute ja mal gar keine Lust zum Aufstehen.
Da fiel mir wieder ein, was heute für ein Tag ist. Endlich ist es so weit. Wir ziehen um. Nach San Francisco. Ich muss dann meine Mobber und all die anderen Leute auf dieser Schule nie mehr sehen. Ich sprang blitzschnell aus dem Bett und fiel dabei fast hin. Ich konnte mich gerade noch an meinem Bettrand festklammern.
Plötzlich hörte ich ein unterdrücktes Lachen. Ich schaute in die Richtung von der das Geräusch kam und sah meine Mom im Türrahmen stehen. Als ich sie ansah, konnte sie sich nicht mehr halten und fing lauthals an zu lachen.
"Dir auch einen guten Morgen Mom." Ich verdrehte die Augen, aber konnte ein kleines Schmunzeln nicht verkneifen. Ja, ich konnte manchmal ein riesiger Tollpatsch sein.
Als sich meine Mom wieder einigermassen beruhigt hatte, sagt sie: "Ich wollte dir eigentlich nur sagen, dass wir bald aufbrechen und du aufstehen sollst. Aber das hat sich nun ja auch erübrigt." Darauf war sie wieder kurz davor erneut loszulachen.
Ich verdrehte erneut die Augen und bereitete dem ganzen ein Ende, in dem ich ihr die Tür von der Nase zuschlug und rief: "Ich beeile mich Mom. Ich muss mich nur noch umziehen." Meine Koffer waren seit gestern alle schon sicher verstaut im Wagen.
Ich griff also zu einer hellgrauen Jogginghose und einem enganliegendem cropped Top. Ich zog es mir schnell an und machte mir dazu noch kurz einen Messy-Dutt. Kurz darauf lief ich ins Badezimmer und schaute in den Spiegel.
Die drei letzten Monate haben mir wirklich gut getan. Das bemerkte ich, als ich mich so anschaute. Ich hatte keine Augenringe mehr, die gefühlt bis nach China reichen, meine Haut war bemerkenswert rein und meine grünen Augen konnten endlich wieder strahlen. Ich war nach so langer Zeit wieder glücklich.
In den letzten Monaten habe ich mich viel mit mir selbst beschäftigt und mich wirklich bemüht, die letzten drei Jahre zu verarbeiten. Zusammen mit meinem Therapeuten ist mir das dann schlussendlich auch gelungen. Natürlich werden Narben zurückbleiben. Auch welche bei denen ich mir sicher bin, dass sie nie wieder ganz verschwinden. Aber diese Erfahrung hat mich zum Teil auch stärker gemacht. Sie haben mich zu der Person gemacht, die ich jetzt bin.
Ich frage mich manchmal, warum ich solange selbst geglaubt habe, dass ich nichts wert bin. Dass ich geglaubt habe ich sei hässlich und komisch. Denn wenn ich jetzt in den Spiegel sah, fand ich mich alles andere als hässlich. Ich fand mich auch nicht komisch. Ich sah im Spiegel nur eine hübsche selbstbewusste Frau und darauf war ich sehr stolz.
Meine sonst so langen dunkelbraunen und lockigen Haare waren nun in einem Dutt zusammengebunden und mir fiel auf, dass ich wieder an Gewicht zugenommen habe. Die drei Jahre Mobbing hatten sich bemerkbar gemacht und ich wurde viel zu dünn. Man hätte glauben können ich sei magersüchtig. Doch in den letzten Monaten habe ich wieder ein gesundes Gewicht erreicht und bekam dazu sogar noch schöne Rundungen.
Ich bemerkte, dass ich nun schon etwa fünf Minuten vor diesem Spiegel stand und mich immer noch nicht geschminkt habe, wie ich es eigentlich wollte. Ich benutze schnell ein wenig Concealer und Mascara. Fertig war ich.
Ich lief zurück in mein Zimmer und packte schnell noch mein restliches Zeug in mein Handgepäck. Danach schaute ich mich noch ein letztes Mal in meinem nun fast leeren Zimmer um. Ich würde hier garantiert nichts vermissen. Dieses Zimmer erinnerte mich an die drei schlimmsten Jahre meines Lebens. Sowie diese ganze Stadt. Ich freue mich, sie endlich verlassen zu können.
Schnell eilte ich mit meiner fertig gepackten Tasche die Treppe herunter und sah meine Mutter, die noch den letzten Check durchs Haus macht, um sicherzustellen, dass wir auch wirklich nichts vergessen haben.
Sie sah ein bisschen gestresst aus, aber ich wusste, dass sie sich genauso fest freute endlich aus dieser Stadt zu kommen wie ich. Ausserdem freute sie sich riesig ihren Freund endlich mehr zu sehen. Sie lieben sich wirklich und das freut mich.
Ich zog in der Zeit in der sie den Haus-Check noch erledigte schon mal meine weissen Nike Air Force an und griff nach meiner Lieblingsjacke.
Als ich dann bereit war aufzubrechen, sah ich, dass meine Mom ebenfalls fertig und nun startklar ist.
"Okey, lass uns zum Flughafen gehen. Bist du bereit?" fragte mich meine Mom.
Bin ich bereit? Ja, und wie ich bereit bin. Ich kann es kaum erwarten. Als Antwort nickte ich nur und wird liefen zum Wagen. Wir fuhren Richtung Flughafen und machten uns bereit für einen Neuanfang.
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Accepted
Teen Fiction"Nur noch drei Monate," wiederholte ich immer wieder leise flüsternd wie ein Mantra. "Nur noch drei Monate und dann wird sich endlich alles ändern." Lilia Winters hatte eine schöne Kindheit. Jedenfalls bis vor drei Jahren. Da betrog ihr Vater ihre M...
