• Für Mittelerdegimli
"Léowara, wo willst du hin?!"
Mein großer Bruder erwischte gerade noch den Ärmel meines Umhangs, als ich mich an ihm vorbeidrängelte.
"Ich geh' ein bisschen raus, ich bin alt genug!", schnaubte ich.
Dass er sich um mich sorgte war ja sehr lieb, aber mich STÄNDIG wie ein kleines Kind zu behandeln, das brauchte ich wirklich nicht.
Einer der wenigen Streitpunkte zwischen uns.
"Du verzapfst nur Unsinn!", rechtfertigte sich Léonere.
"Mein Gott, dieses EINE Mal wo ich dem Hauptmann Eine gescheuert hab! Er hat mich angefasst, es sollte auch in deinem Sinne sein, dass er das unterlässt!", feuerte ich zurück.
Mein Bruder verdrehte die Augen: "er wäre ein sehr guter Mann für dich, Léowara!"
Meine Gedult war eindeutig überspannt.
Ich riss ihm meinen Umhang aus der Hand.
"Nur, weil er mit dir befreundet ist, alle anderen Kerle jagst du zum Teufel! DU KANNST MICH MAL!"
Ich rannte aus unserem Haus und knallte die Tür zu.
Ich hatte meinen älteren Bruder sehr lieb, aber die Sache mit dem Beschützerinstinkt ging eindeutig zu weit.
Immerhin war ich erwachsen und konnte mir meinen Mann selbst aussuchen!
Mit schnellen, festen Schritten durchquerte ich das kleine Dorf in dem ich wohnte.
Ich war so empört von meinem Bruder, dass ich ohne Hinzusehen durch die Gassen lief.
Natürlich konnte das nicht friedlich ausgehen, ich rannte mit gesenktem Kopf gegen die Brust eines Mannes.
"Na, na, na, junges Fräulein, nicht so stürmisch", lachte eine tiefe Stimme zu mir herunter.
Automatisch beschleunigte sich mein Herzschlag und ich zupfte nervös an meinen roten Haaren.
Diese Haarfarbe war ungewöhnlich in Mittelerde und mit meinen roten Haaren und den grünen Augen stach ich aus beinahe jeder Masse hervor.
Deshalb trug ich auch meistens meinen dunkelbraunen Umhang mit Kapuze.
Ich hasste es, bestarrt zu werden.
"Éomer", grüste ich den Blonden leise, meinen Blick fest auf seine Brust gerichtet.
Ich konnte Menschen schon immer schlecht in die Augen schauen, und bei ihm war es besonders arg, denn er gefiel mir.
Er war einer der wenigen Männer, der mir wirklich gefiel und das nicht nur vom Aussehen her.
"Tz, tz, tz, man schaut dem Gegenüber doch in die Augen, wenn man ihn grüßt."
Zwei Finger hoben mein Kinn, sodass ich gezwungen war, ihn anzusehen.
Die andere Hand des Mannes fuhr zu meiner Kapuze und schob sie mir vom Kopf.
"Du solltest nicht immer deine Schönheit verstecken, Léowara", tadelte Éomer mit mir.
Wir kannten uns ein wenig, weshalb er mich immer beim Vornamen ansprach und mich selbst unter meinem Umhang gut erkannte.
"Dann kommt nur wieder der Hauptmann, nein danke", murmelte ich schon fast verächtlich.
"Ich schätze, dann brauchst du dringend jemanden, der auf dich aufpasst..."
Ich sah ihm immer noch in die Augen, als sich ein Lächeln auf seinem Gesicht bildete.
"Das heißt?", fragte ich leise.
Wir waren zwar ein gutes Stück weit weg von dem Treiben im Dorf, aber erwischt wollte ich trotzdem nicht werden.
Éomer schmunzelte zu mir herunter, und ehe ich mich versehen konnte, zog er mich mit den beiden Fingern unter meinem Kinn zu sich und legte seine Lippen in einem sanften Kuss auf meine.
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Herr der Ringe/ Der Hobbit Oneshots
FanfictionOneshots zum Fandom "Herr der Ringe" und "Der Hobbit" • Ursprünglich in Adventskalender-Form, die nachfolgenden Kapitel sind größtenteils auf Wunsch einiger Leser entstanden • Charaktere aus Fandoms können teilweise verändert dargestellt werden! •...
