Ich liebe meine Muttersprache von ganzen Herzen,
Bei ihr vergeh'n mir Kummer und Schmerzen.
Präsens, Präteritum und Futur
sind richtig angewandt eine Kur!
Als Sprache der Dichter und Denker beflügelt sie den Alltag.
Himmelhochjauzend was man mit ihr alles vermag!
Aber wäre da nicht dieser Konjunktiv!
Täglich steht er vor mir demonstrativ,
dreht meine Sätze um und ändert ihre Form
sodass ich kaum mehr erkenn' die Norm.
Dann frage ich mich, was wäre wenn.
Wenn ich jetzt woanders wäre,
Wenn ich einen anderen Weg gehen würde,
Wenn ich nicht so launisch wäre,
Wenn ich etwas anderem folgen würde,
Wäre ich dann glücklich? Oder glücklicher?
Das alleine ist schon ziemlich trist,
Kommt mit der zweiten Form der nächste Mist.
Dann frage ich mich was hätte sein können.
Wenn ich doch gekommen wäre,
Mich nicht versteckt hätte,
Etwas besonnener gewesen wäre,
Mehr auf meinen Kopf gehört hätte.
Wäre ich dann glücklich geworden? Oder glücklicher?
Oder wäre es ganz anders gekommen?
Ich liebe meine Muttersprache, aber dich verfluche ich immerzu!
Wegen dir bin ich nie hier und finde niemals Ruh!
Vergesse den Präsens und bin am Reisen,
Am Ende drehe ich mich doch nur in Kreisen.
Es tät mir besser wenn es dich nicht geben würde,
Dann wäre nur ich die größte Hürde.
