Kapitel 7: Wie du mir so Ich dir!

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Als ich Zuhause ankam, machte ich mich im Internet über blaue Augen schlau. Ich las, das die Schwellung zurück ging wenn man eine kalte Kompresse drauf hielt. Das klang doch gut. Ich war darauf versessen Ardian zu helfen koste es was es wolle. 

Am nächsten Tag nach der Schule machte ich mich gleich auf die Suche. Ich wanderte bis zu der Fabrikhalle von gestern doch hier war er nicht aufzufinden.  Also ging ich in die Richtung in die er gestern verschwunden war. Es war wirklich trostlos hier. Überall graue Wände und Kaputte Fenster.  Die Häuser hier standen wohl seit Ewigkeiten leer. Hier wollte wirklich keiner leben. Doch Ardian schien nichts anderes übrig zu bleiben. Ich sah in jeder Gasse nach doch ich fand ihn nicht. Irgendwann kam ich an einer Autobahnbrücke an. Hier war wirklich nichts mehr außer hier und da vereinzelte, offenbar leerstehende Fabriken. Der Anblick dieses Stadtteils strahlte so viel Traurigkeit aus. Es war unglaublich. Ich ging weiter und sah mich um. Plötzlich sah ich jemanden etwas entfernt von mir auf dem Boden sitzen. Das musste er sein. Die Person lehnte mit dem Rücken an einem der Stützpfeiler der Brücke.  Ich näherte mich vorsichtig.  "Ardian?" fragte ich vorsichtig.  Die Person sah auf. Er war es wirklich. Sein Auge sah schlimm aus! Es schien noch mehr angeschwollen zu sein. "Du schon wieder?  Verfolgst du mich?" fauchte er mich ungehalten an. "Nein ich verfolge dich nicht. Ich wollte dir helfen so wie du mir geholfen hast" erklärte ich. "Ich hab dir doch gesagt das ich keine Hilfe brauche! Und jetzt Hau ab!" zischte er.  Ich kniete mich vor ihn. "Dein Auge sieht schlimm aus und da du nicht zum Arzt gehst übernehme ich das" murmelte ich. Ich wollte mit meinem Finger seinen Kopf ein Stück hoch drücken doch er packte mich urplötzlich am Handgelenk.  "Verdammt checkst dus nicht? Ich will deine Hilfe nicht!" Jetzt schrie er fast. "Sei doch nicht so stur! Ich kenne deine Lage. Ich weiß warum du nicht zum Arzt willst deswegen bin ich her gekommen um dir mit deiner Verletzung zu helfen!" ich legte die Betonung auf Verletzung. Er blickte mich an. Dann seufzte er. "Tu was du nicht lassen kannst!" Ich lächelte.  Endlich! Also legte ich meine Tasche auf den Boden und kramte eine Wasserflasche und ein Tuch heraus. Ich befeuchtete das Tuch mit der Flasche und reichte ihm anschließend das Tuch. "Drück dir das auf die Schwellung" ordnete ich an. Er nickte kurz und tat wie ihm geheißen. Erst zuckte er kurz zusammen doch dann entspannte er sich. Die Kühlung tat ihm gut. "Wenn du mit dem kühlem fertig bist, leg deinen Kopf in den Nacken! Das hilft! Und versuche keinen Dreck ins Auge zu bekommen" erklärte ich. "Eine Frage: warum tust du das alles für mich?" wollte er wissen.  "Naja ich bin davon überzeugt das du gar nicht so böse bist wie erzählt wird" antwortete ich. "Dann kennst du mich schlecht" meinte er gedankenverloren.  "Icb habe dich als netten, hilfsbereiten Kerl erlebt! Du klaust nicht aus Freude oder sowas. Ich glaube da steckt was größeres dahinter" sagte ich. "Wenn du wüsstest" murmelte er. Och beschloss nicht weiter nach zu fragen.  Ich hatte sein Vertrauen und das wollte ich nicht mit unpassenden Fragen wieder kaputt machen! So saßen wir da noch eine Weile und schwiegen uns an. Nach einiger Zeit warf ich einen Blick auf meine Uhr. "Ich sollte jetzt gehen. Ich lasse dir das Zeug mal hier damit du dein Auge weiter kühlen kannst." Langsam erhob ich mich. "Also bis dann. Ich komm wieder sobald ich Zeit habe" verabschiedete ich mich. Ich hatte ihm schon den Rücken zu gekehrt als er plötzlich "warte mal" rief. "Was ist den?" fragte ich und sah mich zu ihm um. "Danke ..." nuschelte er. Ich lächelte.  "Hab ich gerne getan. Bis dann" verabschiedete ich mich und machte mich auf den Heimweg.  Ich war glücklich.  Wie hieß es doch?  Harte Schale, weicher Kern!

Bad Boy? (Ardy FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt