Kapitel 4

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Zoro pov

Den ganzen Tag über habe ich Sanji nicht gesehen, was mir irgendwie Sorge bereitete. Natürlich könnte es mir vollkommen egal sein, aber irgendetwas in meinem tiefsten Innern sagte mir das es mit nicht egal war.
"Hey Zoro hast du Sanji irgendwo gesehen?"
Ich drehte mich um und sah zu unserem Kapitän. 
"Weißt du er ist spät dran."
"Womit denn?" 
"Na mit dem Essen machen. Der müsste schon längst in der Küche stehen.", quengelte unsere Anführer. 
"Du denkst auch nur an das eine oder? Aber nein, ich habe ihn schon den ganzen Tag nicht mehr gesehen."
"Denkst du es geht ihm wieder schlechter?", fragte Ruffy auf einmal besorgt. Dann ist Sanjis gestriges Verhalten wohl doch nicht ganz so spurlos an ihm vorbei gezogen so wie ich es dachte.
"Ich weiß es nicht, aber komisch ist es schon."
"Was denn?", fragte der Gummimensch neugierig.
"Heute Morgen schien es ihm wieder besser zu gehen und jetzt. Ich habe keine Ahnung wo er steckt. Es ist als ob er wie vom Erdboden verschluckt worden war."
"Vielleicht sollten wir mal Lysop fragen, der wollte sich doch um Sanji kümmern."
"Echt die Langnase?", fragte ich schroff. 
"Ja, nach dem Essen meinte er er kümmert sich um ihn, aber vielleicht wäre es tatsächlich besser mal Chopper draufschauen zu lassen."
"Ja, vielleicht wäre das wirklich mal sinnvoll, nicht das der uns noch mit irgendetwas ansteckt.", stimmte ich ihm zu.
"Ich geh ihn mal suchen.", sagte ich und verwandelte mich.
"Woah, ist das nicht etwas übertrieben?", fragte mich Ruffy, doch ich schüttelte nur den Kopf. So waren meine Sinne einfach viel schärfer. In dieser Form war es mir immer ein leichtes unseren Smutje ausfindig zu machen. Wie von selbst lief ich auf den direkten Weg zu ihm, ohne groß darüber nachdenken zu müssen wo ich eigentlich hin wollte, es war als wenn mein Wolf den Blondschopf einfach immer finden würde, egal wo er steckte und wie weit entfernt er war, ihn fand ich immer, auch mit meinem Orientierungssinn. 

Es dauert auch nicht lang und ich hatte unseren Schiffskoch gefunden. Er lag nicht im Bett um sich zu erholen, wie ich es mir erhofft hatte, sondern zusammengekauert in der Speisekammer. Seine Augen waren geschlossen und er bewegte sich nicht. Ich trat näher an ihn heran. Schlief er? Es sah so aus, aber warum ausgerechnet hier? Wenn es ihm nicht gut ging dann sollte er es doch sagen und sich wieder ins Bett verziehen und nicht sich irgendwo verstecken wo ihn keiner fand. Wir würden es schon ein paar Tage ohne ihn aushalten, auch wenn ich sein Essen vermutlich vermissen würde.
Ich stupste ihn einmal mit meiner Schnauze an, doch er bewegte sich nicht. Warum machst du es mir nur so schwer Blondschopf? Ich überlegte schon Chopper zu holen, aber irgendwie wollte ich das ganze hier alleine regeln. Ich schnupperte an ihm. Er roch schon wieder anders. Ich konnte es gar nicht beschreiben was es war, aber irgendwie ließ es mich nicht wohlfühlen. 
Da sich der Koch immer noch nicht bewegt, leckte ich einmal großzügig über seine Wange. Er fühlte sich schon wieder so kalt an. Was sollte das Sanji? Sag mir doch einfach was du hast. Ich leckte wieder über seine Wange. Immer noch keine wirkliche Reaktion von ihm, aber leben tut er definitiv noch, denn ich konnte seinen Herzschlag spüren. 
Jetzt stell dich nicht so an Sanji und mach die Augen auf oder soll ich tatsächlich die anderen holen. Ich glaube nicht dass du das willst, weil sonst wärst du schon längst zu Chopper gegangen und Lysop die Pfeife werde ich mir auch nochmal vorknüpfen. Wie kann der dich hier einfach so liegen lassen? Es sieht nicht gerade so aus als ob du hier erst seit 5 Minuten liegst.
Wieder stupste ich ihn mit meiner Schnauze an. Es machte mich ganz unruhig das er so lange kein Zeichen von sich gab, aber ich würde so lange weitermachen bis er mir endlich in irgendeiner Art und Weise antwortete. Was bildet er sich auch ein. Denkt der er wird damit ungeschoren davonkommen? Das würde er bezahlen müssen, zumindest nachdem es ihm wieder besser ging. 
Ich war so vertieft in meinen Gedanken über den Blondschopf, das ich gar nicht mitbekam das er die Augen bereits geöffnet hatte.
"Lysop?", fragte er mit schwacher Stimme.
"Nein ich bin es.", sagte ich und setzte mich vor ihm hin.
"Wo ist Lysop?", fragte Sanji weiter. Das war eine gute Frage, denn die stellte ich mir tatsächlich auch.
"Der ist nicht hier. Wie lange liegst du hier schon?", fragte ich. Sanji richtete sich etwas auf und legte seine Arme um seine Beine.
"Er wollte nur was holen.", wich er meiner Frage aus. Er musste definitiv länger als nur einen kurzen Augenblick hier gelegen haben. Wie konnte er ihn in diesem Zustand überhaupt alleine lassen, das kommt ja nicht einfach so das es ihm nicht gut geht, er war ja gestern schon so angeschlagen. Es ist unverantwortlich von ihm meinen Sanji hier einfach alleine zu lasse. ICH BRING IHN UM.
"Vielleicht ist ihm ja was passiert, ich sollte nach ihm suchen.", sagte Sanji und versuchte mit wackeligen Beinen aufzustehen. Er zitterte immer noch am ganzen Körper. Wie konnte er nur so eine Frostbeule sein, wo es doch so schönes Wetter war. Er stützte sich an der Wand ab. Hatte er überhaupt einen Funken Kraft in seinem Körper übrig? Er wankte zur Tür. So nicht Freundchen. Ich biss vorsichtig in sein Hemd und hielt ihn fest. 
"Lass los Zoro.", wehrte sich der Koch, doch er hatte mir absolut nichts entgegenzusetzen. In dieser Form würde ich immer besser sein als er, da hatte er als Beta absolut keine Chance gegen mich. Ich zog einmal an ihm und schon landete er unsanft auf seinem Hintern.
"Zoro was soll das?"
War das nicht offensichtlich was das hier werden sollte. 
"Ich muss in die Küche.", forderte er, doch ich schüttelte meinen Kopf. Nachher brannte er uns noch das Schiff ab. Er bekam jetzt erstmal Sendepause.
"Hast du überhaupt schon was gegessen?", fragte ich ihn.
"Was soll das?"
"Also nein.", schlussfolgerte ich.
"Ich habe einfach kein Appetit.", rechtfertigte er sich. 
"Dann müssen wir das ändern."
"Hältst du mich jetzt so lange hier fest bis ich was esse oder wie?"
"Du hast es erfasst.", sagte ich und setzte mich demonstrativ mit meinen breiten Körper vor die Tür.
Er verzog das Gesicht, doch ich ließ nicht mit mir verhandeln. Er würde hier nicht weggehen, bevor er nicht irgendetwas gegessen hatte.
Ich sah ein paar Orangen in meiner Reichweite und rollte sie ihm mit meiner Schnauze zu.
"Du machst dich hier gerade total lächerlich.", sagte Sanji und verschränkte die Arme vor der Brust, wie ein bockiges Kind. Sei es drum, ich hatte Zeit. Sanji schnaubte laut als er sah das ich mich keinen Millimeter bewegte.
"Dickschädel.", murmelte er leise und nahm sich endlich eine Orange. Wie schön dass wir das doch so schnell klären konnten.
Sanji aß die Orangen nur sehr zögerlich, doch ich wartete geduldig bis er sie aufgegessen hatte.
"Kann ich jetzt gehen?", fragte er mit hochgezogener Augenbraue. 
"Dir ist immer noch kalt, nicht wahr?", stellte ich fest.
"Stimmt doch gar nicht.", sagte er, aber man hörte seine Zähne förmlich klappern.
"Selbst bei dem schlechten Licht sehe ich wie deine Lippen blau sind.", sagte ich mit einem kleinen Grinsen. Das mit dem Lügen musste er aber nochmal üben, dass roch ich doch 10 Meilen gegen den Wind das er nicht ehrlich war. Aber der Blondschopf schien mir mit allen Mitteln entkommen zu wollen. Nur blöd gelaufen das es nichts bringt mich anzulügen. Mir ist gleich beim hereinkommen aufgefallen was eine unnatürliche Farbe seine Lippen hatten. Auf einmal kam mir der Gedanke ob ich ihn nicht küssen sollte, nur um seine Lippen aufzuwärmen natürlich. Wie sie wohl schmecken würden? Genauso so lecker wie der Koch nun wieder roch? Denn sein Geruch hatte sich schon wieder in dieses süßliche verwandelt. Doch ich schüttelte den Gedanken ab. Wie bin ich überhaupt darauf gekommen? Was ein alberner Gedanke von mir. Es war doch klar dass das nichts bringen würde, dass brauchte ich nicht auszuprobieren. Stattdessen legte ich lieber einfach wieder meinen Kopf auf seine schlanken Beine, denn das schien gestern auch zu helfen.
"Zoro ich muss wirklich in die Küche.", sagte der Koch noch einmal eindringlich, doch ich weigerte mich. Der Kerl sollte erst gesund werden und dann durfte er wieder an den Herd. Sanji versuchte meinen Kopf von seinen Beinen zu schieben, doch stur wie ich war, legte ich einfach noch meine großen Pfoten auf seine Beine. Nichts da Koch, du bleibst hier … bei mir. 
"Solltest du mir nicht lieber einen Kommentar reindrücken das ich mich nicht so anstellen soll?", fragte der Koch und hörte endlich auf sich unter meinem Körper zu wehren. Vermutlich schon, aber danach war mir gerade überhaupt nicht.
"Bringt es was wenn ich deine Schwertkunst beleidige?", fragte er hoffnungsvoll, doch ich schüttelte den Kopf. Damit würde er mich heute nicht aus der Reserve locken können. 
"Ich muss mich wohl geschlagen geben oder?"
Ich leckte als Bestätigung über seine Hand. Es war faszinierend, wie der Blondschopf nicht nur gut roch, sondern auch gut schmeckte. Das ist mir früher nie so aufgefallen. Wenn ich so darüber nachdachte konnte ich ihm eigentlich nie so einen einzigartigen Duft zuordnen wie jetzt. Gedankenverloren leckte ich wieder über seine Hand. Wo steckte ich das hin? Es hatte schon irgendwie etwas unwiderstehliches, aber ich konnte es absolut nicht zuordnen. 
"Hör auf mich anzusabbern Spinatkopf."
Na das klang doch schon mehr nach meinen alten Sanji. Um ihn ein bisschen zu ärgern leckte ich noch einmal drüber.
"Du bist widerlich." Ich konnte mir ein kleines Grinsen nicht verkneifen. Das hatte er davon wenn er nicht hören wollte.
Auf einmal spürte ich zwei Hände in meinem Fell.
"Dann behalte deine Sabber wenigstens für dich.", murrte unser Koch und wischte seine Hände an meinem Fell ab.
Ich machte mir es noch etwas  bequemer und nahm einfach noch mehr von Sanjis Körper ein, so hatte er auch definitiv keine Chance zu fliehen.
"Du bist echt unglaublich…", murmelte Sanji vor sich hin. Ich war mir nicht sich ob das für mich bestimmt war oder nicht, denn er hatte es so leise gesagt, dass ich es kaum verstand. Wieder schmiegte sich Sanji an mich und kraulte genau die richtigen Stellen wie gestern. Ich entspannte mich und streckte alle Viere von mir. So ließ sich das doch gut aushalten. 

Es vergingen einige Minuten und Sanjis Bewegungen wurden unregelmäßiger, bis sie irgendwann ganz aufhörten. Zufrieden stellte ich fest das er eingeschlafen war und seine Temperatur schien auch langsam zu steigen. Irgendwie war unsere momentane Situation ja schon etwas merkwürdig. Wann haben wir schon mal so friedlich zusammen gesessen. Das musste echt eine Ausnahme sein. Andererseits hatte ich als Vizekapitän doch auch irgendwie die Verantwortung dafür das es ihm gut gin oder nicht? Und darum kümmerte ich mich auch nur und um mehr nicht.
Auf einmal wurde die Tür aufgerissen.
"Sanji ich bin wieder da, entschuldige dass das etwas länger gedauert hat, aber Franky hatte mich abgelenkt.", sagte Lysop und spazierte gut gelaunt durch die Tür, zu gut gelaunt für meinen Geschmack. Ich gab ein leichtes Knurren von mir. Sanji war gerade eingeschlafen, er sollte ihn nicht wecken. 
"Uah! Zoro was machst du da?!", fragte Lysop panisch als er mich in meiner anderen Gestalt sah.
"Das ganze könnte ich dich auch fragen.", sagte ich mit einem angriffslustigen Unterton in der Stimme.
"Hey Zoro hör mal ich war wirklich nur 5 Minuten weg. ist mit Sanji alles okay?", sagte die Langnase etwas verlegen. 
"Was glaubst du denn? Wie kannst du ihn einfach hier zurücklassen?" Mein Puls stieg von Minute zu Minute an.
"Hey jetzt mal ganz ruhig hier Zoro, er meinte es geht ihm gut."
"Das sieht man ja und jetzt hau ab.", knurrte ich in seine Richtung. 
"Was?" Man ging der mir auf die Nerven. Er hatte Glück das Sanji hier war, denn komischerweise schien er momentan das einzige zu sein was mich mehr oder minder beruhigte und dafür sorgte das ich nicht auf unseren Schützen losging. Er schlief so friedlich und Lysop sollte das nicht kaputt machen. 
"Ich sagte verschwinde! Ich passe auf ihn auf.", bellte ich ihn an.
"Ist ja schon gut. Was soll ich Ruffy sagen, der hat Hunger."
"Dann soll er sich eben die Reste aus dem Kühlschrank nehmen und jetzt verschwinde.", zischte ich. Lysop sah so aus als ob er noch etwas sagen wollte, ließ es dann aber sein. Ist vermutlich besser so für ihn, im Moment war ich nicht unbedingt zu Scherzen aufgelegt. 
Auf einmal hörte ich ein Wimmern, es war Sanji. Ob er gerade etwas träumte? Interessieren würde es mich ja schon was in seinem Kopf so vorging. Er scheint die letzten Tage ganz schön durcheinander gewesen zu sein und irgendwie hatte ich das Bedürfnis ihm helfen zu wollen. 
Ich hatte auch den Eindruck das es ihm in meiner Nähe besser ging, was auch stimmte wenn ich an die letzte Nacht zurück dachte. Er sah am Morgen noch ganz fit aus und jetzt? Als ob sein Akku völlig leer war. Ich würde ihn jetzt einfach genauer unter die Lupe nehmen müssen.

lie to me - Zosan; boyxboy; Alpha/OmegaWo Geschichten leben. Entdecke jetzt