23. Manipulative Verräterin

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Entsetzt starrte ich darauf. Es sah schrecklich aus. Als... als hätte sich etwas entzündet oder so. Total rot und blau und violett und gelb- fast jede Farbe konnte ich darin erkennen. Sollte die Scheiße nicht verheilen?

"Ja...", sagte sie verlegen.

"Jetzt weiß ich, womit du dich die ganze Zeit beschäftigt hast", ich starrte sie wütend an und verschränkte die arme vor der Brust.

"Ich habe dich ja gesucht, aber du warst nirgendswo zu finden...", versuchte sie sich da rauszureden.

"Du wusstest genau wo mein Zimmer war. Ich habe es die letzten Tagen fast nie verlassen!"

"Ja... ich war eben in den letzten Tagen ziemlich... beschäftigt."

Mit einem Tfft Geräusch, kehre ich ihr meinen Rücken zu und schaue beleidigt in die andere Richtung.

"Sieht man ja wie... beschäftigt du warst.", fügte ich noch hinzu.

"Komm schon Elle... Du willst doch sicher wissen, wie es war.", versuchte sie mich zu manipulieren.

Genau manipulieren. So falsch... Aber ich musste zugeben interessieren tat es mich schon.

"Du kannst mich dann auch wieder hassen, nachdem ich dir alles erzählt habe...", schlug sie vor.

"Na schön, aber damit du es weißt: Ich nutzte dich nur kurz aus, damit ich mehr Informationen habe. Danach ignoriere ich dich wieder.", knickte ich dann schlussendlich ein.

"Ja, ja. Jetzt komm! Übrigens siehst du schrecklich aus.", bemerkte sie, zog aber dennoch weiter an meinen Arm und führte mich in ihr- besser gesagt ihres und Wills, Zimmer. Und der Weg dahin war echt nicht kurz. Woran sich mein Schlafmangel deutlich sichtbar machte. Denn nach ein paar Stufen, fühlte es sich so an, als hätte ich ein Marathon gelaufen. Doch irgendwie schaffte ich es trotzdem ins Zimmer.

Boah, was war denn das für einen Ungerechtigkeit? Ihr Zimmer war viel größer, als das was mir zugeteilt wurde. Das hier hatte auch mehrere Räume anstatt nur zwei. Ich wollte mich nicht beschweren, denn dass wo ich schlief, war drei Mal so groß wie meine ganze Wohnung, die ich hatte. Und das Bad dort, war auch wunderschön. Aber die hatten kein Zimmer, sondern ein eigenes ganzes Haus. 

Allein schon der Raum, in dem ich stand, bzw. das Wohnzimmer, war viermal so groß wie meines. In der Mitte war ein riesiges schwarzes Sofa und gegenüber davon ein großer Fernseher, der eigentlich zu dem ganzen Barock-Schloss-Ding-Look nicht passte. 

Die hatten einen Fernseher? Wieso haben die das und ich nicht?

Na, weil du eigentlich nur so ein Zufälliger Eindringling bist. Der eine, ist hier der Anführer der Protectors. Aber keine Sorge, wenn wir erst mal Urluna werden, wird das hier ein Witz sein.

Seufzend lasse ich mich auf das Sofa fallen. 

"Nicht darauf!", reagierte sie fast zeitgleich und ich sprang, da ich mich erschreckte, sofort wieder auf.

Ich starrte sie dann verwirrt an.

"Heh, Will mag es nicht unbedingt, wenn Fremde Leute auf die Couch gehen. Es verteilt den ganzen Geruch, wenn du weißt, was ich meine. Er hat nämlich einen sehr ausgeprägten Geruchsinn. Sogar für einen Wolf.", erklärte sie mir. 

"Fremde? Wow, ihr seid euch in ziemlich kurzer Zeit, ziemlich nahegekommen. Ich meine wie lange war das her eine Woche? Oder ein paar Tage mehr? Vielleicht-"

"Elle. In der Küche können wir uns hinsetzten und reden.", schlug sie vor. Und schon wanderten wir zur Küche rüber.

"Mhmm. 'Eure Küche' das klingt so... erwachsen. Das Design hier ist auch... nicht so schlecht. Im Gegensatz zu dem, was ich bisher sah, scheint die Küche seltsamerweise doch mit in dieses Zeitalter gekommen zu sein.", machte ich die Bemerkung.

Rising Moon - Wenn der Wolf erwachtWo Geschichten leben. Entdecke jetzt