2. Freunde oder was?

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Im Wald spazieren zu gehen, ist sehr angenehm. Carlos beschnuppert jede Ecke und pickelt darauf.
,,Meine Oma meint immer, dass der Hund es  düngt", erklärt Charles lachend. Er geht neben mir und wir gehen Klarissa hinterher.
,,Klarissa! Nicht so weit, sonst verlieren wir dich!", ruft Charles. Denn Klarissa geht noch ein bisschen weiter weg.
,,Dann muss dich mein Bruder vor den bösen Wölfen beschützen!", schreit sie zurück und geht weiter. ,,'Dann muss dich mein Bruder vor den bösen Wölfen beschützen' Ja, ja. Du tust so, als wäre ich ein Weichei!", antwortet er und verschränkt gespielt beleidigt seine Arme vor der Brust.

Plötzlich fängt Charles an zu schreien und rempelt mich an. Ich konnte mich noch gerade halten, sonst würde ich mit Charles nach hinten fliegen. Er schaut abwechseln zu mir und dem Busch, wo das Geräusch herkam.
Ich muss mir ein Lachen verkneifen. Als dann ein Eichhörnchen aus dem Busch kommt, beruhigt er sich und geht wieder von mir weg.
Automatisch fange ich an zu lachen.
Charles blickt mich mit einen Todesblick an, bevor er auch dann in das Lachen ansteigt.

,,Jetzt komm gehen wir wieder weiter", sage ich und gehe wieder weiter. Charles geht wieder neben mir her. Er sieht eigentlich echt gut aus, vom Augenwinkel betrachtet.
Naja ich bin offiziell Hetero, doch eigentlich Bisexuell. Ich gebe nicht gerne zu, dass ich Jungs genauso attraktiv finde, wie Mädchen. Klarissa hatte nach meinen Outing mich angestarrt und gemeint, dass sie mir in hundert Jahren nicht glauben wird, dass ich Bisexuell bin. Sie ist der felsenfesten Überzeugung, dass ich schwul bin. Auf die Diskussion möchte ich nicht näher eingehen.

,,Wieso warst du eigentlich so überrascht, als ich mich einfach vorgestellt habe?", fragt mich Charles nach ein paar Meter. Er richtet sich seine Brille. ,,Alle Jungs, die ich von Klarissa kennengelernt habe, haben vor mir Respekt oder einfach Angst. Weil ich mal einen Typen zusammen geschlagen habe!", erkläre ich und stolziere umher.
,,Also, wenn ich Klarissa etwas antuen würde..."
,,Bist du tot!"
,,Und wenn ich dir etwas antue?"
,,Tötet dich, Klarissa", antworte ich, aber musste seine Frage überdenken. Was will er mir antuen? Zusammenschlagen? Entführen? Fesseln? Foltern? Vielleicht sogar mit mir ins Bett steigen? Die Gedanken sind echt absurd, aber normal bei mir.

,,Wenn man von dem Sonnenschein redet!", bringt mich Charles aus meinen Gedanken.
Meine Schwester steht beim Waldrand und schaut uns desinteressiert an. Der Hund schnuppert im Gebüsch, ist aber nicht an der Leine.
,,Carlos! Komm her!", ruft Charles seinen Hund, der freudig zu ihm kommt. Larissa gibt ihn die Leine und der Hund wurde wieder angehängt.
,,Was habe ich eigentlich mit dem Sonnenschein zu tun?", fragt meine Schweste rund geht vor. Wir spazieren in eine Straße, um nach Hause zu gehen.
,,Weil Teufel ein bisschen zu grob ist, obwohl es besser zu dir passt!", meint Charles grinsend. Ich lache leicht. Schnipisch schaut sie uns an.
,,Seid ihr jetzt etwa Freunde geworden, oder was?", erkundigt sie sich und mustert uns komisch an. ,,Wieso nicht?", sagen Charles und ich gleichzeitig. Wir schauen uns kurz an, bevor wir zum Lachen anfangen.
,,Das ist schön, dass ihr euch versteht!", meint sie lächelnd, nachdem mir uns beruhigt haben. Sie geht wieder weiter.
Charles schaut mich an. ,,Freunde?", er zeigt seine Faust her, die ich mit meiner Faust einschlage. ,,Freunde!"

Nur der beste Freund meiner SchwesterWo Geschichten leben. Entdecke jetzt