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Mittlerweile sind einige Wochen ins Land gezogen und langsam aber sicher wird es wirklich kalt in Hogwarts. Obwohl Herbst meine Lieblingsjahreszeit ist, die Blätter der Bäume in den schönsten Farben leuchten und es nicht mehr allzu lange dauert, bis wir Weihnachtsferien haben, habe ich mich innerlich in ein nervöses Wrack verwandelt. Genau genommen, haben wir heute schon unseren letzten Schultag vor den Ferien, was unweigerlich dazu führt, dass ich in drei Tagen zuhause sein werde und das lässt mein Gedankenkarussell drehen.

Der Grund hierfür ist die Tatsache, dass meine Eltern mir geschrieben hatten, dass sie in den letzten Zügen meiner Verlobung stecken und sie mir bald mitteilen würden, um wen es sich handelt.
Nur lässt dieses 'bald' sehr auf sich warten.

Narcissa ist mir auch keine wirkliche Hilfe. Sie ist selbst komplett aufgewühlt wegen ihrer eigenen Verlobung und Linnea versinkt in ihren Schwärmereien für Sirius.

Apropos Sirius, mein Zwillingsbruder hat es sich scheinbar zur Aufgabe gemacht, herauszufinden wie lange er mich nerven kann, bis ich ihn endgültig für immer in einen Flubberwurm verwandle. Erst letzte Woche hatte er meinen Schal so verzaubert, dass er ein Eigenleben entwickelt und alles gemacht hatte, außer an Ort und Stelle um meinen Hals zu liegen.
Außerdem bin ich in letzter Zeit auffällig oft gestolpert und auch meine Haare waren nicht verschont geblieben, glücklicherweise aber nichts was nicht mithilfe eines Zaubers wieder in Ordnung gebracht werden konnte.

Total kindisch und sinnlos, wenn ihr mich fragt. Aber egal was er versuchen würde, ich werde niemals den Weg einschlagen den er gewählt hat.
Auch wenn dies bedeutet, dass ich seit mehreren Tagen immer wieder zur Eulerei gelaufen und kaum mehr aufmerksam im Unterricht bin. Immerhin ist diese Entscheidung meiner Eltern die wichtigste meines Lebens. Sie entscheidet, was ich nach der Schule machen kann, wen ich Heiraten und mit wem ich Kinder bekommen werde. Mit wem ich zusammenziehen und alt werden würde. Wessen Nachnamen ich tragen werde und einfach...alles.

"Na Elli, schon wieder am Grübeln?", werde ich von Linnea aus meiner Gedankenspirale gerissen. Sie lässt sich neben mich auf das Sofa im Gemeinschaftsraum fallen und schaut mich aus ihren kristallblauen Augen so intensiv an, dass man meinen könnte, sie kann Gedanken lesen.
"Ach komm schon Elenya, das wird schon werden. Außerdem, wenn du hier Trübsal bläst, werden sie dir auch nicht schneller schreiben."
"Ja du hast Recht. Aber was, wenn...", versuche ich ihr zu antworten, werde aber von Narcissa unterbrochen, welche sich auf meine andere Seite setzt: "Elli, sie hat Recht. Komm raff dich auf und genieße deine letzte Zeit als freie Hexe!"

"Und was soll ich eurer Meinung nach als 'freie Hexe' tun? Außer vielleicht, dass wir uns in den Verwandlungsunterricht begeben", frage ich nun doch schmunzelnd, während ich auf die Uhr im Eingang des Gemeinschaftraums schaue.
"Vermutlich sollten wir uns aus dem Staub machen und Verwandlung einfach schwänzen, aaaber ich werde Verwandlung ganz sicher nicht ausfallen lassen", erwidert Linnea voller Überzeugung und während wir uns aufraffen uns auf den Weg zu machen, starrt sie abwesend in die Luft, als könnte sie dort kleine Feen beobachten.
Cissa und ich schauen uns nur schmunzelt an. Denn uns beiden ist zwar bewusst, dass Linnea es liebt neue Sprüche zu lernen, allerdings haben wir Verwandlung zufälliger Weise auch mit den Gryffindors zusammen. Ich sag da nur Sirius.

Wie vorhersehbar gewesen ist, verging der Unterricht schleppend langsam und als wir endlich zusammenpacken können, habe ich das Gefühl schon ewig in diesem Raum gesessen zu haben.

Anschließend drängen wir uns erneut mit den Gryffindors Richtung Zaubertränke.
"Meint ihr, dass wir Aufgaben über die Weihnachtsferien bekommen?", frage ich meine beiden Freundinnen. "Naja, unwahrscheinlich ist es nicht, immerhin haben wir in fast allen anderen Fächern auch welche bekommen. Aber wenn Slughorn einen guten Tag hat, könnten wir Glück haben", erwidert Narcissa wenig begeistert.
Denn sollten mein Bruder und seine dämlichen Freunde einen Streich geplant haben, was nicht selten vorkommt, dann wird Slughorn am Ende der Stunde ganz sicher nicht gut drauf sein, egal wie seine Stimmung vorher aussah.

Endlich im Klassenzimmer angekommen, setzen wir uns an unsere Plätze und tuscheln über den Gang hinweg noch ein wenig über dieses und jenes, bis unser Haus und gleichzeitig Zaubertränke Lehrer Professor Slughorn den Raum betritt.
Doch kaum einen Schritt in den Raum gegangen, setzt er eine Kettenreaktion in Lauf, welche unverkennbar das Markenzeichen der Rumtreiber trägt.
Von irgendwo kommt Konfetti über uns alle geregnet, über dem Kopf meines Sitznachbarn bildet sich eine Regenwolke, welche sich sofort ausgiebig leert und im gesamten Raum bricht innerhalb weniger Sekunden das totale Chaos aus.

Noch während ich mich Severus neben mir zuwende, werfe ich Sirius einen bösen Blick zu und frage mich zum wiederholten Mal, wie bei Merlin wir nochmal verwandt, geschweige denn Zwillinge sein konnten.

ElenyaWo Geschichten leben. Entdecke jetzt